12 Feb

Aufregung in der Fachpresse. Wenn der ORF Player endlich fertig ist, will General Alexander Wrabetz dafür auch GIS-Geld. Ein in der Tat teuflisches Unterfangen. Denn wie bei allem lautet die Frage: Wo hört das auf, wo ist die Grenze?
In der Regel muss man davon ausgehen, dass ein ORF-General bekommt, was er will. Auch wenn Wrabetz in einer politisch heiklen Situation die Wiederwahl anstrebt, könnte sie ihm locker gelingen, wenn er vor den Türkisen tief genug in die Knie geht. Derzeit deutet sich kein Gegenkandidat an, und – Wrabetz ist gut kalkulier- und lenkbar. Was heißt das nun für die GIS? Muss man die jetzt auch für den Internetanschluss zahlen?

01 Feb

Der Stammtisch – ein Schlachtfeld. Gedopt mit alkoholischen Getränken werden hitzige Diskussionen geschlagen. Und des öfteren zieht es weitere Kreise. Die Nachbarn vom Nebentisch, der Wirt, die Besucher aus der Nachbarstadt – auch sie geben gerne ihre Stellungnahme ab. Manchmal wird es dann auch wirklich handgreiflich. Und der Abend wird mit dem einen oder anderen blauen Auge beendet.
Aber: Man hat diskutiert. Auf Augenhöhe. Man hat Erfahrungen ausgetauscht und mitgenommen. Und trotz des schlechten Rufes, der den Stammtisch begleitet hat – heute ist die Sehnsucht danach groß. Denn ob mit oder ohne Fäuste – die Diskussionskultur liegt darnieder. Es fehlen die Plätze, es fehlt die Atmosphäre, es fehlt die Freiheit, die eine solche Diskussion benötigt.

18 Jan

Im pragmatischen Sinn kommen ja Impfbefürworter sehr gut mit Impfgegnern klar: Ein Impfverweigerer = einer weniger auf der Warteliste. Doch jetzt scheint´s überraschend schwierig zu werden. Und zwar just weil die Zahl der Verweigerer abzunehmen scheint. Denn neuerdings beherrscht eher Impfneid als Impfskepsis die öffentliche Diskussion.

20 Dez

Es lässt sich alles Mögliche gegen diese Regierung sagen, aber die Kritik, sie habe keine Strategie gegen das Virus, ist substanzlos. Einfach weil es die Strategie in dieser Situation nicht gibt. Mit den bevorstehenden Impfungen wird die Lage übrigens auch nicht einfacher.

09 Dez

Das Jahr 2020 geht zu Ende. Allein dieser Satz wird Viele in Jubel ausbrechen lassen. Mit dem Jahreswechsel, so die Hoffnung, werde auch Corona ins Nichts geschossen. Und es wird wieder Platz für andere Themen. Den ORF, zum Beispiel. Anlässlich der letzten Stiftungsrats-Sitzung dieses Jahres brachte sich dessen Generaldirektor Alexander Wrabetz, der wohl noch gerne eine Periode dranhängen würde, in Stellung. Neues kam nicht über seine Lippen. Aber: Das Thema kam nach einem Jahr wieder einmal auf.

02 Dez

Die Regierung hatte eine neue Idee. Wie bekannt, wurde ein Rahmenvertrag für Kreativleistungen in der Höhe von 30 Mio. Euro ausgeschrieben. Und von Medialeistungen in der Höhe von 180 Mio. Euro. Für die nächsten vier Jahre. Macht also pro Jahr mehr als sieben Mio. Euro für die Kreativleistungen und rund 45 Mio. Euro für Medialeistungen. Ein sattes Auftragsvolumen. Doch warum plötzlich die Ausschreibung? Argumentiert wird damit, dass im Falle Corona keine so kurzfristige Ausschreibung möglich war und man daher zum Mittel der Notvergabe greifen musste. Später im Jahr wurde der Etat aber dann doch über Ausschreibungen verteilt. Warum man nun eine derart langfristige Bindung anstrebt, erklärt diese Argumentation nicht wirklich.

20 Nov

Eigentlich habe ich mich entschlossen, mich nicht mehr zu Corona zu äußern. Das Thema ist dermaßen präsent, dass es mir schon beim Anblick der Nachrichten den Blutdruck in die Höhe treibt. Tägliche unnötige Pressekonferenzen, einen Blick in andere Länder, das Bejubeln jener „Demokratien“, die doch so gut durch die Pandemie kommen – und dann sind die Nachrichten auch schon wieder aus. Nein danke, brauch ich nicht.
Doch leider ist Corona nicht nur ein medizinisches Thema. Es ist auch ein zutiefst gesellschaftspolitisches geworden. Und eines, hinter dem sich viel verstecken lässt. Denn an einem komme ich leider nicht vorbei. Und das ist das tägliche Anschwärzen, Beschimpfen, Beschuldigen, Heruntermachen der Bevölkerung.

10 Nov

Es war von vorneherein ein schlechtes Verhältnis. Das Gros der Medien konnte nicht nachvollziehen, dass das jetzt echt passiert war. Man schien sich sogar zu schämen. Dass die Landsleute wirklich so sind, wie sie sind. Korrespondenten schlugen nicht nur die Hände über dem Kopf zusammen. Sondern konnten auch eine gewisse Häme nicht mehr verbergen. Es war geschehen, was eigentlich nicht hätte passieren dürfen: Donald Trump hatte das Rennen um die Präsidentschaft gewonnen. Der Mann, der in der Öffentlichkeit auftritt, als wäre er noch immer in seiner Serie Hire and Fire. Der seine Präsidentschaft genauso anlegte: Mit Bauchgefühl und großer Schnauze.

28 Okt

Es ist erstaunlich, was ein paar Monate anrichten können. Zuerst musste Ibiza verdaut, dann mit einer „Beamtenregierung“ Ruhe und Zuversicht dem Lande zurückgegeben werden. Schließlich trat eine Regierung in neuer Farbenmixtur an. Sicherlich ging diese Manche gegen den Strich, andere zeigten sich skeptisch, dass dieses Projekt mehr als einen Monat überstehen könnte. Doch im Großen und Ganzen deutete sich eine gewisse Rückkehr zur Normalität an. Keine brachiale Sprache mehr, keine rassistischen Ausfälle, so zumindest die Hoffnung.
Doch dann kam – eh schon wissen. Was dann passierte: Angst, Panik und vor allem: ein sehr monothematisches Jahr. Dahinter allerdings setzten sich Dinge in Gang, drehten sich Rädchen – man möchte fast sagen – zurück, und plötzlich stehen Themen an der Tagesordnung, über die man vor einem Jahr noch den Kopf geschüttelt hätte.

02 Okt

Das Virus wird uns noch längere Zeit begleiten. Ob die Impfung sobald kommt, wie gut sie wirkt und wie schnell sie verteilt werden kann, steht noch in den Sternen. Klar ist allerdings, der Winter steht bevor. Die Zeit, wo man sich alle möglichen Viren einfängt. Bisher hat das auch niemand gestört. Doch seit Corona ist alles anders. Man wagt ja schon nicht mehr zu Husten. Und wenn man es tut, wartet man auf den nächsten Passanten, der einen anbellt. Man braucht nicht lange zu warten.