BABE-Kollektivvertrag 2026: Gehaltstabelle, Einstufung & Trainer-Gehalt

Bildung - Kollektivvertrag BABE
Bildung - Kollektivvertrag BABE

Der BABE-Kollektivvertrag 2026 legt für viele Beschäftigte privater Bildungseinrichtungen in Österreich Mindestgehälter, Einstufungen und Arbeitsbedingungen fest. Seit 1. Mai 2026 reichen die monatlichen Mindestgehälter im regulären Verwendungsbereichsschema bei 38 Wochenstunden von 2.436,22 Euro (VB 1, Stufe 1) bis 7.319,17 Euro (VB 8, Stufe 8) brutto. Für Lehrende, Trainer:innen und Betreuungspersonal ist besonders der Verwendungsbereich 4a relevant. Er beginnt bei 3.128,82 Euro brutto – allerdings nur, wenn der konkrete Job diesem Bereich tatsächlich zuzuordnen ist.

Zusätzlich gilt seit 1. Juli 2026 eine neue Satzung für bestimmte Einrichtungen der außerbetrieblichen Erwachsenenbildung. Ob jemand nach dem BABE-KV bezahlt werden muss, hängt daher nicht allein von der Berufsbezeichnung „Trainer:in“ oder „Kursleiter:in“ ab, sondern vom Betrieb, Arbeitsverhältnis und tatsächlichen Aufgabenbereich.

Die Kurzantwort für 2026: Zuerst prüfen, ob der BABE-KV unmittelbar oder über die Satzung gilt. Dann den Verwendungsbereich anhand der überwiegenden tatsächlichen Tätigkeit bestimmen, facheinschlägige Vordienstzeiten und die Stufe prüfen und zuletzt das Gehalt auf die vereinbarten Wochenstunden umrechnen. Die folgenden Tabellen enthalten Brutto-Mindestgehälter für Vollzeit (38 Stunden), keine Netto- oder Durchschnittsgehälter.

Offizielle Grundlage: Aktueller BABE-Kollektivvertrag bei der Gewerkschaft GPA und geltende BABE-Satzung im RIS. Rechts- und Tabellenstand dieses Beitrags: 23. Oktober 2026.

BABE-Kollektivvertrag 2026: Die wichtigsten Fakten

KV-Abschluss28. April 2026
Geltungsbeginn des neuen KV1. Mai 2026
KV-Erhöhung2,5 % für kollektivvertragliche Mindest- und Ist-Gehälter sowie die genannten weiteren Entgeltbestandteile
SatzungBGBl. II Nr. 242/2026, Wirksamkeit ab 1. Juli 2026
NormalarbeitszeitGrundsätzlich 38 Stunden pro Woche
VerwendungsbereicheVB 1, 2, 3, 4, 4a, 5, 6, 7 und 8; daneben Sonderbestimmungen für Transitarbeitskräfte
GehaltsstufenAcht Stufen mit Zeitpunkten nach 2, 4, 7, 10, 13, 16 und 20 anrechenbaren Jahren
SonderzahlungenUrlaubszuschuss und Weihnachtsremuneration nach § 19 des KV

Die Einigung und die Erhöhung von 2,5 % wurden von der Gewerkschaft GPA veröffentlicht. Die Hinterlegung des KV trägt die amtliche Registerzahl KV 328/2026.

Für wen gilt der BABE-KV – und für wen die Satzung?

Unmittelbare Geltung bei BABE-Mitgliedsbetrieben

Der Kollektivvertrag gilt österreichweit für die Betriebe, Unternehmen und Vereine von Mitgliedern der Berufsvereinigung der Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber privater Bildungseinrichtungen (BABE), soweit die jeweilige Person in seinen persönlichen Geltungsbereich fällt. Er umfasst insbesondere Arbeitnehmer:innen und Lehrlinge. Der KV nennt ausdrücklich auch Ausnahmen, beispielsweise bestimmte Praktika, Volontariate sowie Beschäftigungen im Rahmen sozialhilfe- oder behindertenrechtlicher Maßnahmen.

Ein privater Kursanbieter ist deshalb nicht allein wegen seiner Unternehmensbezeichnung oder einer AMS-Finanzierung automatisch ein BABE-Mitgliedsbetrieb. Mitgliedschaft und tatsächlicher Tätigkeitsbereich sind getrennt zu prüfen.

Erweiterung durch die BABE-Satzung ab 1. Juli 2026

Die im Bundesgesetzblatt veröffentlichte Satzung BGBl. II Nr. 242/2026 erweitert die Wirkung wesentlicher KV-Regeln auf weitere, unter ihren Geltungsbereich fallende Einrichtungen. Im Mittelpunkt stehen anerkannte Einrichtungen, deren Hauptzweck in der außerbetrieblichen Erwachsenenbildung liegt. Öffentlich-rechtliche Einrichtungen sind ausgenommen. Auch bestehende andere anwendbare Kollektivverträge oder öffentlich-rechtliche Dienstrechte sind bei der Prüfung zu beachten.

Wichtige Abgrenzung: Die Satzung übernimmt nicht jede Bestimmung des BABE-KV. Ausgenommen ist unter anderem § 17a zum Mindesthonorar freier Dienstnehmer:innen. Der im KV vorgesehene Honorarsatz darf daher nicht ohne Prüfung auf sämtliche freien Dienstverhältnisse bei Einrichtungen außerhalb der BABE-Mitgliedschaft übertragen werden.

Außerdem ist der Zeitbezug unterschiedlich: Der Kollektivvertrag selbst gilt ab 1. Mai, die Satzung ab 1. Juli 2026. Die Verordnung wurde am 12. August 2026 kundgemacht, setzt den Wirksamkeitsbeginn der Satzung aber mit 1. Juli 2026 fest. Sie enthält außerdem eine Regel über die mögliche Anrechnung bestimmter zwischenzeitlicher innerbetrieblicher Erhöhungen auf die durch sie bewirkte Ist-Gehalts-Erhöhung. Bei rückwirkenden Gehaltsfragen müssen Zeitraum und Anwendungsgrundlage deshalb genau getrennt werden.

Vier Kontrollfragen zum Geltungsbereich

  • Ist der Arbeitgeber Mitglied der BABE, oder kommt die Satzung in Betracht?
  • Ist die Einrichtung im satzungsrechtlichen Sinn eine anerkannte Einrichtung der außerbetrieblichen Erwachsenenbildung?
  • Besteht ein normales Arbeitsverhältnis, eine Lehre oder ein freier Dienstvertrag?
  • Gibt es Ausnahmen, ein anderes maßgebliches KV-Regime oder ein einschlägiges öffentlich-rechtliches Dienstrecht?

Bei Unsicherheit kann eine Abklärung mit Personalabteilung, Betriebsrat, Arbeiterkammer oder Gewerkschaft sinnvoll sein. Maßgeblich ist die konkrete rechtliche und tatsächliche Situation, nicht nur der Firmenname.

BABE-Gehaltstabelle 2026: Alle Verwendungsbereiche und Stufen

Die folgenden Werte gelten nach § 16 Abs. 2 des BABE-Kollektivvertrags ab 1. Mai 2026. Es handelt sich um monatliche Brutto-Mindestbeträge bei 38 Wochenstunden. Drei kleinere Tabellen erleichtern den Vergleich auf dem Smartphone. Die Stufen bezeichnen kollektivvertraglich maßgebliche anrechenbare Zeiten; die tatsächliche Einstufung muss anhand der Vordienstzeitbestimmungen geprüft werden.

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Verwendungsbereiche 1 bis 3

GehaltsstufeVB 1VB 2VB 3
Stufe 1 (1.–2. Jahr)2.436,22 €2.598,10 €2.813,58 €
Stufe 2 (nach 2 Jahren)2.521,36 €2.699,71 €2.932,60 €
Stufe 3 (nach 4 Jahren)2.606,51 €2.801,68 €3.051,58 €
Stufe 4 (nach 7 Jahren)2.691,48 €2.903,46 €3.170,56 €
Stufe 5 (nach 10 Jahren)2.776,61 €3.005,27 €3.293,82 €
Stufe 6 (nach 13 Jahren)2.861,76 €3.107,03 €3.426,08 €
Stufe 7 (nach 16 Jahren)2.946,72 €3.208,79 €3.560,41 €
Stufe 8 (nach 20 Jahren)3.032,01 €3.316,54 €3.694,95 €

Verwendungsbereiche 4, 4a und 5 – besonders wichtig für Trainer:innen

GehaltsstufeVB 4VB 4aVB 5
Stufe 1 (1.–2. Jahr)3.052,40 €3.128,82 €3.379,76 €
Stufe 2 (nach 2 Jahren)3.205,42 €3.285,06 €3.590,88 €
Stufe 3 (nach 4 Jahren)3.369,26 €3.453,01 €3.802,16 €
Stufe 4 (nach 7 Jahren)3.542,00 €3.625,78 €4.013,45 €
Stufe 5 (nach 10 Jahren)3.714,92 €3.798,70 €4.224,93 €
Stufe 6 (nach 13 Jahren)3.887,66 €3.971,43 €4.436,20 €
Stufe 7 (nach 16 Jahren)4.060,42 €4.144,20 €4.647,77 €
Stufe 8 (nach 20 Jahren)4.233,17 €4.316,95 €4.860,30 €

Orientierung: In VB 4a liegt der Mindestbetrag in Stufe 1 bei 3.128,82 Euro, nach vier anrechenbaren Jahren in Stufe 3 bei 3.453,01 Euro und nach zehn Jahren in Stufe 5 bei 3.798,70 Euro brutto monatlich. Ob Stufe 3 oder 5 tatsächlich zusteht, richtet sich nicht bloß nach dem Lebensalter oder der gesamten Erwerbsdauer.

Verwendungsbereiche 6 bis 8

GehaltsstufeVB 6VB 7VB 8
Stufe 1 (1.–2. Jahr)3.559,98 €4.198,49 €4.951,87 €
Stufe 2 (nach 2 Jahren)3.809,63 €4.486,76 €5.290,04 €
Stufe 3 (nach 4 Jahren)4.059,49 €4.776,14 €5.628,23 €
Stufe 4 (nach 7 Jahren)4.309,32 €5.066,00 €5.966,41 €
Stufe 5 (nach 10 Jahren)4.559,15 €5.356,29 €6.304,62 €
Stufe 6 (nach 13 Jahren)4.810,21 €5.646,18 €6.642,80 €
Stufe 7 (nach 16 Jahren)5.061,54 €5.936,28 €6.980,82 €
Stufe 8 (nach 20 Jahren)5.312,65 €6.226,16 €7.319,17 €

Tabellenquelle: BABE-Kollektivvertrag 2026, § 16 Abs. 2, Seite 15 (vida, PDF). Es wurden alle 72 Monatswerte der neun Verwendungsbereiche und acht Stufen übernommen. Transitarbeitskräfte haben eine gesonderte Entgeltordnung und stehen nicht in dieser Matrix.

Welche Einstufung gilt für Trainer:innen, Berater:innen und Verwaltung?

Der wichtigste Unterschied zwischen der Berufsbezeichnung und der KV-Einstufung: Nach § 15 entscheidet die überwiegende tatsächliche Tätigkeit. Stellenbeschreibungen und Funktionsprofile sind zu berücksichtigen, soweit sie mit den tatsächlichen Aufgaben übereinstimmen. Weder ein akademischer Abschluss noch die Bezeichnung „Senior Trainer“ führen für sich allein automatisch zu einem bestimmten Verwendungsbereich.

BereichKollektivvertragliche Tätigkeitslogik (vereinfacht)
VB 1Einfache Tätigkeiten ohne besondere Einarbeitungszeit und ohne notwendige abgeschlossene Berufsausbildung; kaum Gestaltungsspielraum.
VB 2Tätigkeiten mit kurzer Einarbeitung und/oder Berufsausbildung; geringe Gestaltungsmöglichkeiten.
VB 3Qualifizierte, eher vorgegebene Tätigkeiten oder Beratung im Kundenkontakt über einfache Auskünfte hinaus; eingeschränkter Gestaltungsspielraum.
VB 4Selbstständige Tätigkeiten mit einschlägiger Ausbildung beziehungsweise entsprechender Berufspraxis.
VB 4aUnterrichten, Aus- und Weiterbilden, Beraten oder Betreuen von Teilnehmer:innen in Maßnahmen; allgemeine Gestaltungsmöglichkeiten.
VB 5Verantwortliche selbstständige Tätigkeiten mit qualifizierter Praxis beziehungsweise Lehr-/Beratungstätigkeit in Maßnahmen mit Entwicklungs- und Konzeptionsaufgaben.
VB 6Eigenverantwortliche Tätigkeit mit Einfluss auf einen Unternehmensteil beziehungsweise Maßnahmentätigkeit mit erheblichen Leitungsaufgaben.
VB 7Wesentliche Einflussnahme auf Unternehmensbereiche beziehungsweise Leitung wesentlicher Organisationseinheiten.
VB 8Wesentliche Einflussnahme auf das Unternehmen beziehungsweise Leitung eines Gesamtbereichs.

Praxisfall: Trainer:in mit und ohne Konzeptionsverantwortung

Eine angestellte Person unterrichtet in einer arbeitsmarktpolitischen Maßnahme, führt Einzelgespräche und bereitet Unterricht vor. Nach der Tätigkeitsbeschreibung kann VB 4a naheliegen. Übernimmt dieselbe Person zusätzlich echte Entwicklungs- und Konzeptionsaufgaben, ist zu prüfen, ob die besonderen Voraussetzungen des VB 5 erfüllt werden. Erhebliche Leitungsaufgaben können wiederum für die Prüfung des VB 6 maßgeblich sein.

Das bedeutet nicht, dass jede selbst erstellte Unterrichtsunterlage bereits eine Konzeptionsaufgabe im KV-Sinn ist. Entscheidend sind Umfang, Verantwortung, Arbeitsorganisation und tatsächlicher Spielraum. Bei Stufe 1 beträgt der Tabellenunterschied zwischen VB 4a und VB 5 250,94 Euro monatlich. Gerade deshalb lohnt sich eine saubere schriftliche Tätigkeitsbeschreibung.

Praxisfall: Kundenberatung im Bildungsinstitut

Wer vorwiegend Kursinteressierte berät, Anmeldungen bearbeitet und inhaltliche Auskünfte gibt, ist nicht automatisch als Trainer:in in VB 4a eingestuft. Je nach Qualifikation, Verantwortung und Gestaltungsspielraum können andere Verwendungsbereiche einschlägig sein. Entscheidend ist das tatsächliche Aufgabenprofil und nicht die Nähe zur Bildungsbranche.

Vordienstzeiten und Vorrückung: Wie komme ich in die richtige Stufe?

Die Stufen beginnen im ersten und zweiten anrechenbaren Jahr und steigen laut Schema nach 2, 4, 7, 10, 13, 16 und 20 Jahren. Vorsicht: Diese Zeitpunkte sind keine automatische Anerkennung jedes bisherigen Berufsjahres. § 15 Abs. 3 sieht bei Neueintritten eine Anrechnung nachgewiesener facheinschlägiger Vordienstzeiten vor und enthält gestaffelte Höchstgrenzen.

  • Facheinschlägig: Frühere Tätigkeiten müssen für die aktuelle Verwendung relevant sein. Ausbildung wie Lehre oder schul-/ausbildungsbedingte Pflichtpraktika zählt nach der KV-Regel grundsätzlich nicht dazu.
  • Rechtsform: Einschlägige Tätigkeiten können unabhängig davon zählen, ob sie in einem Arbeitsverhältnis oder beispielsweise über einen freien Dienstvertrag ausgeübt wurden.
  • Nachweise: Dienstzeugnisse und Bestätigungen sind grundsätzlich binnen drei Monaten ab Arbeitsbeginn beziehungsweise binnen eines Monats nach entsprechender Aufforderung vorzulegen.
  • Gestaffelte Obergrenzen: Der KV sieht seit Mai 2025 eine schrittweise Ausweitung der maximal anrechenbaren Vordienstzeit bis sieben Jahre spätestens am 30. April 2027 und in einer weiteren Phase bis acht Jahre spätestens am 30. April 2029 vor. Für 2026 ist die Obergrenze daher nach dem konkreten Eintrittsdatum zu prüfen; eine pauschale Angabe von acht Jahren wäre falsch.
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Beispiel: Zwei Trainer:innen übernehmen dieselbe Aufgabe und werden beide dem VB 4a zugeordnet. Die eine Person hat keine anrechenbaren Vordienstzeiten; die andere kann einschlägige Zeiten ausreichend dokumentieren. Dann kann trotz identischer Tätigkeit eine andere Stufe zutreffen. Wie viele Jahre im Einzelfall anrechenbar sind, lässt sich ohne Eintrittsdatum, Nachweise und konkrete Berufserfahrung nicht seriös vorwegnehmen.

Was gilt bei Umreihung in einen höheren Verwendungsbereich?

Wechselt die überwiegende Tätigkeit so, dass eine Einstufung in einen höheren Verwendungsbereich notwendig wird, ordnet § 15 Abs. 4 grundsätzlich das dem bisherigen KV-Gehalt entsprechende nächsthöhere Mindestgrundgehalt im neuen Bereich an. Seit 1. Mai 2026 muss die monatliche Umreihungsdifferenz jedenfalls mindestens 110 Euro bei Vollzeit betragen. Bei Teilzeit wird dieser Mindestbetrag aliquotiert. Die zusätzliche Mindestdifferenz besteht bis zur nächsten Vorrückung; der Vorrückungsstichtag bleibt unverändert.

Damit ist die Logik nicht einfach: „Gleiche Stufennummer in der höheren Gruppe“. Ein Wechsel beispielsweise von VB 4a zu VB 5 erfordert eine gesonderte Berechnung nach dem tatsächlichen bisherigen kollektivvertraglichen Gehalt und der Stufenfolge des neuen Bereichs.

Teilzeit im BABE-KV: Gehalt für 20, 25 oder 30 Stunden berechnen

Weil das Tabellengehalt für 38 Wochenstunden gilt, kann ein reiner monatlicher Mindestbruttobetrag bei gleichbleibender Einstufung proportional berechnet werden:

Teilzeit-Mindestbrutto = Vollzeit-Mindestbrutto × vereinbarte Wochenstunden ÷ 38

Beispiel VB 4a, Stufe 1: Der Vollzeitwert von 3.128,82 Euro ergibt bei 20 Wochenstunden rechnerisch 1.646,75 Euro und bei 30 Wochenstunden 2.470,12 Euro brutto pro Monat. Für 25 Wochenstunden ergibt sich rechnerisch 2.058,43 Euro. Gerundet wurde jeweils auf Cent.

ArbeitszeitRechnerisches Monatsbrutto
38 Stunden3.128,82 €
30 Stunden2.470,12 €
25 Stunden2.058,43 €
20 Stunden1.646,75 €

Diese Modellwerte berücksichtigen keine tatsächliche Überzahlung, Zulagen, Mehrarbeit, Abwesenheiten, steuerlichen Abzüge oder günstigere betriebliche Regelungen. Für die Berechnung des Normalstundengehalts enthält § 9 Abs. 1 zusätzlich den Divisor 164,54; die monatliche Teilzeitumrechnung und der KV-Stundendivisor beantworten unterschiedliche Fragen.

Zählen Vor- und Nachbereitungszeiten zur Arbeitszeit?

Ja, nach § 4 Abs. 6 setzt sich die 38-stündige Normalarbeitszeit von Beschäftigten, die Teilnehmer:innen in Maßnahmen unterrichten, aus- oder weiterbilden, beraten oder betreuen, aus den jeweiligen Einsatzzeiten und den notwendigen Vor- und Nachbereitungszeiten zusammen. Aus der Angabe „20 Unterrichtsstunden“ darf deshalb nicht ohne Weiteres auf genau 20 Stunden gesamte Arbeitsleistung geschlossen werden. Für einen Vertragsvergleich sind Stundenumfang und Zeitaufzeichnung getrennt nach Tätigkeiten aufzuklären.

13. und 14. Gehalt, Zulagen und Netto richtig verstehen

Urlaubszuschuss und Weihnachtsremuneration

§ 19 regelt einen Urlaubszuschuss spätestens bis 30. Juni und eine Weihnachtsremuneration spätestens bis 30. November. Grundlage ist grundsätzlich das für den jeweiligen Monat gebührende tatsächliche Monatsgehalt mit bestimmten einbezogenen Zulagen und Überzahlungen. Bei Eintritt, Austritt, schwankender Normalarbeitszeit und unter bestimmten anderen Umständen gelten besondere Berechnungs- und Aliquotierungsregeln.

Rechenorientierung: Zwölf Monatsgehälter und zwei gleich hohe Sonderzahlungen von jeweils 3.128,82 Euro ergäben bei einem ganzen unveränderten Jahr 43.803,48 Euro brutto. Das ist eine vereinfachte Modellrechnung ohne zusätzliche Entgeltbestandteile und keine Zusage für jeden konkreten Fall.

Überstunden und Zuschläge

Die Überstundenberechnung hat im BABE-KV eine eigene Grundlage: § 20 nennt eine Grundstundenvergütung von 1/143 des Monatsgehalts; je nach Zeitraum kommen die vorgesehenen Zuschläge hinzu. Für bestimmte Sonntags- beziehungsweise Samstagsarbeitsleistungen sieht § 16 Abs. 7 ab Mai 2026 unter den dort genannten Voraussetzungen Zuschläge von 7,40 Euro beziehungsweise 6,10 Euro je Arbeitsstunde vor. Nicht jede Wochenendarbeit löst automatisch jeden Zuschlag aus; bei zusammentreffenden KV-Zulagen und -Zuschlägen ist § 21 zu beachten.

Brutto ist nicht Netto. Wie viel tatsächlich ausbezahlt wird, hängt von Lohnsteuer, Sozialversicherung, Sonderzahlungen und persönlichen Voraussetzungen ab. Der Brutto-Netto- und Gehaltsratgeber für Österreich erklärt die Begriffe und Unterschiede allgemein. Er ersetzt keine individuelle Lohnverrechnung.

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Sonderfälle: Transitarbeitskräfte, Lehrlinge und freie Dienstnehmer:innen

Transitarbeitskräfte

Für Transitarbeitskräfte im Sinne des § 2 Abs. 3 und § 16 gelten besondere Bestimmungen statt der normalen VB-1-bis-VB-8-Tabelle. § 16 Abs. 3a nennt ab 1. Mai 2026 ein Monatsbrutto von 2.021,18 Euro bei 38 Stunden. Für bestimmte zusätzliche eigenverantwortliche Aufgaben bei nicht überlassenen Transitarbeitskräften sieht § 16 Abs. 4 eine Zulage von 130,86 Euro monatlich vor, gegebenenfalls anteilig.

Für Transitarbeitskräfte in der gemeinnützigen Arbeitskräfteüberlassung enthalten § 16 Abs. 3b und die dazugehörige Vereinbarung gesonderte Regeln. Während der Überlassung kann insbesondere das beim Beschäftigerbetrieb vorgeschriebene kollektivvertragliche Mindestentgelt relevant werden. Eine pauschale Gleichsetzung aller Transitarbeitskräfte mit einem Tabellenwert wäre deshalb unzutreffend.

Lehrlingseinkommen 2026

LehrjahrMonatliches Brutto ab 1. Mai 2026
1. Lehrjahr859,33 €
2. Lehrjahr1.103,71 €
3. Lehrjahr1.465,15 €
4. Lehrjahr1.945,44 €

Die Werte gelten für Lehrlinge im Sinne des Berufsausbildungsgesetzes nach § 17 BABE-KV, nicht automatisch für alle Personen in Kursen oder Qualifizierungsmaßnahmen. Der KV regelt auch ein Öffi-Ticket für Lehrlinge; die konkreten Voraussetzungen stehen in § 24a.

Freier Dienstvertrag: Mindesthonorar von 35,96 Euro – mit engem Geltungsbereich

§ 17a des BABE-KV nennt ab 1. Mai 2026 ein Mindesthonorar von 35,96 Euro brutto pro Honorarstunde für freie Dienstnehmer:innen, die als Lehrende in Projekten tätig sind, die vom Arbeitsmarktservice (AMS) oder vom Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) beauftragt werden. Die genaue Reichweite richtet sich nach § 17a und dem persönlichen Geltungsbereich des KV.

Keine Verwechslung: Dieser Honorarsatz ist weder der allgemeine Mindeststundensatz für alle Selbstständigen noch das auf 38 Stunden umgerechnete Monatsentgelt einer angestellten Lehrkraft. Die Satzung von 2026 nimmt § 17a ausdrücklich aus. Außerdem gelten für echte freie Dienstverhältnisse andere arbeitsrechtliche Rahmenbedingungen als für gewöhnliche Arbeitsverhältnisse. Dazu informiert das österreichische Sozialministerium.

Weitere BABE-KV-Regeln, die in Gehaltstabellen oft fehlen

  • 24. und 31. Dezember: Nach § 4 Abs. 5 grundsätzlich arbeitsfrei ohne Schmälerung des laufenden Entgelts; fällt ein solcher Tag ohnehin auf einen arbeitsfreien Tag, gibt es keinen Ersatz.
  • Bildungsfreistellung: § 27 sieht unter seinen Voraussetzungen nach zwölf Monaten Beschäftigung eine Bildungsfreistellung im Ausmaß einer vereinbarten Normalarbeitswoche pro Kalenderjahr vor.
  • Zusätzlicher Urlaub: § 25 Abs. 3 sieht nach sieben Jahren Betriebszugehörigkeit 26 Arbeitstage und nach zehn Jahren 27 Arbeitstage bei einer Fünftagewoche vor, jeweils ab dem folgenden Urlaubsjahr; günstigere Regelungen bleiben unberührt.
  • Supervision und Mediation: § 26 enthält für bestimmte Beschäftigte, darunter Lehr-, Beratungs- und Betreuungskräfte in Maßnahmen, einen Anspruch auf arbeitgeberfinanzierte Supervision beziehungsweise Mediation unter den vorgesehenen Abstimmungsregeln.
  • Verfall von Ansprüchen: Der KV enthält in § 30 eigene Fristen. Wer eine mögliche Unterzahlung vermutet, sollte nicht nur nachrechnen, sondern Ansprüche zügig rechtlich prüfen lassen.

Diese Bestimmungen sind keine pauschalen Zusagen für jeden denkbaren Vertragstyp. Insbesondere Satzungs-Ausnahmen und Sonderregelungen für Transitarbeitskräfte sind immer mitzuprüfen.

Checkliste: So prüfen Beschäftigte ihr BABE-Gehalt

  1. KV oder Satzung bestimmen: Arbeitgeber, Mitgliedschaft beziehungsweise anerkannte außerbetriebliche Erwachsenenbildung und Beschäftigungsform klären.
  2. Tätigkeiten erfassen: Unterricht, Beratung, Organisation, Konzeption, Koordination und Leitung samt tatsächlichem Zeitanteil und Verantwortung schriftlich dokumentieren.
  3. Verwendungsbereich begründen: Tätigkeiten und Gestaltungsspielräume anhand § 15 vergleichen; keine automatische Einstufung allein aus Stellenbezeichnungen ableiten.
  4. Vordienstzeiten belegen: Einschlägige frühere Tätigkeiten, Eintrittsdatum und Nachweisfristen prüfen.
  5. Stufe und Tabellenwert ermitteln: Den richtigen Jahres- und Geltungszeitraum auswählen; 2026 auch zwischen Mai-KV und Juli-Satzung unterscheiden.
  6. Arbeitszeit berücksichtigen: Teilzeit, notwendige Vor- und Nachbereitung, allfällige Mehrstunden, Zuschläge und Zulagen einbeziehen.
  7. Abrechnung kontrollieren: Brutto-Mindestentgelt, Ist-Gehalt, Überzahlung, Urlaubszuschuss und Weihnachtsremuneration getrennt prüfen.
  8. Abweichungen zeitnah abklären: Mit Personalverantwortlichen oder Betriebsrat sprechen und bei strittigen Fragen Arbeiterkammer oder Gewerkschaft kontaktieren; Verfallsfristen beachten.

Wer aus dem Schulbereich in die Erwachsenenbildung wechselt, sollte die Systeme ausdrücklich getrennt halten: Der Ratgeber zum Lehrergehalt in Österreich beschreibt andere dienstrechtliche Grundlagen. Ebenso ist die GÖD-Gehaltstabelle des öffentlichen Dienstes keine BABE-Gehaltstabelle.

Häufige Fragen zum BABE-Kollektivvertrag 2026

Wie viel verdient ein:e Trainer:in nach dem BABE-KV 2026?

In VB 4a beträgt das Mindestgehalt ab 1. Mai 2026 in Stufe 1 bei 38 Stunden 3.128,82 Euro brutto monatlich. Je nach anrechenbarer Stufe steigt es bis auf 4.316,95 Euro. Diese Beträge gelten nur, wenn tatsächlich VB 4a einschlägig ist. Konzeptions- oder Leitungsaufgaben können eine andere Einstufung erforderlich machen.

Wann gilt die BABE-Gehaltstabelle 2026?

Der neue Kollektivvertrag gilt seit 1. Mai 2026. Die Satzung, die bestimmte zusätzliche Einrichtungen erfasst, wirkt seit 1. Juli 2026. Für vergangene Abrechnungsmonate zählt die damals jeweils einschlägige Rechtsgrundlage.

Wie viele Verwendungsbereiche gibt es im BABE-KV?

Die reguläre Gehaltstabelle umfasst neun Verwendungsbereiche: VB 1, 2, 3, 4, 4a, 5, 6, 7 und 8. Für Transitarbeitskräfte existieren spezielle Entgeltregeln.

Ist für Trainer:innen immer VB 4a vorgesehen?

Nein. VB 4a ist für bestimmte Lehr-, Beratungs- und Betreuungsaufgaben in Maßnahmen beschrieben. Entscheidend ist das überwiegende tatsächliche Tätigkeitsprofil. Bei zusätzlichen Entwicklungs-, Konzeptions- oder erheblichen Leitungsaufgaben kann eine Prüfung von VB 5 oder VB 6 notwendig sein.

Wie hoch ist das BABE-Gehalt bei 20 Stunden?

Bei VB 4a, Stufe 1 wären das rechnerisch 1.646,75 Euro brutto monatlich: 3.128,82 Euro × 20 ÷ 38. Andere Stufen und Verwendungsbereiche ergeben andere Beträge; Überzahlungen oder Zulagen sind nicht enthalten.

Werden frühere Jahre als Trainer:in angerechnet?

Facheinschlägige und rechtzeitig dokumentierte Vordienstzeiten können berücksichtigt werden, auch wenn sie beispielsweise im Rahmen freier Dienstverhältnisse erworben wurden. Der BABE-KV enthält Höchstgrenzen und einen stufenweisen Ausbau der Anrechnung. Eine vollständige Anerkennung sämtlicher Berufsjahre ist nicht automatisch gegeben.

Gibt es im BABE-KV 13. und 14. Gehalt?

Ja, § 19 sieht Urlaubszuschuss und Weihnachtsremuneration vor. Die konkrete Höhe und Fälligkeit können bei schwankender Arbeitszeit, unterjährigem Ein- oder Austritt und weiteren Besonderheiten abweichen.

Gilt das BABE-Mindesthonorar auch für freie Trainer:innen außerhalb von BABE-Betrieben?

Nicht automatisch. Das Mindesthonorar von 35,96 Euro brutto pro Honorarstunde nach § 17a betrifft den dort bezeichneten Personenkreis. Die Satzung 2026 hat § 17a ausdrücklich ausgenommen. Ob im Einzelfall ein Anspruch besteht, hängt von der konkret anwendbaren Regelung ab.

Wo finde ich den offiziellen BABE-Kollektivvertrag?

Die Gewerkschaften GPA und vida stellen die KV-Fassung 2026 zur Verfügung. Die amtliche Hinterlegung ist auf evi.gv.at einsehbar. Die Satzung ist im RIS veröffentlicht.

Fazit: Nicht die Berufsbezeichnung, sondern die korrekte Zuordnung entscheidet

Die BABE-Gehaltstabelle 2026 bietet eine klare Orientierung, aber ein korrektes Gehalt ergibt sich erst aus Geltungsbereich, Verwendungsbereich, anrechenbarer Stufe und Arbeitszeit. Für Trainer:innen ist besonders die Abgrenzung zwischen VB 4a, Tätigkeiten mit Konzeptionsverantwortung und Leitungsfunktionen relevant. Hinzu kommen Sonderzahlungen und besondere Regeln für Transitarbeitskräfte oder freie Dienstnehmer:innen. Wer seine Unterlagen anhand dieser Punkte prüft, kann Unklarheiten bei der Einstufung gezielt ansprechen.

Hinweis: Die Beträge und Regelungen dieses Ratgebers wurden anhand des BABE-Kollektivvertrags mit Stand 1. Mai 2026 und der Satzung BGBl. II Nr. 242/2026 recherchiert; Recherche- und Rechtsstand ist der 23. Oktober 2026. Die individuelle Anwendung hängt vom konkreten Beschäftigungsverhältnis ab. Der Beitrag ist eine redaktionelle Information und keine individuelle arbeitsrechtliche oder steuerliche Beratung. Neue KV-Abschlüsse, Gesetzesänderungen sowie betriebliche Sondervereinbarungen können die Rechtslage verändern.

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