Wie viel verdienen Lehrer in Österreich? Gehalt, Gehaltstabelle, Netto, Teilzeit und Quereinstieg

Lehrergehalt 2026 und darüber hinaus
Wie viel verdienen Lehrer wirklich?

Stand: 18. Juni 2026

Das Lehrer-Gehalt in Österreich hängt nicht nur von der Schulart ab. Entscheidend sind vor allem Dienstrecht, pD-Schema, Entlohnungsstufe, Besoldungsdienstalter, Vordienstzeiten, Beschäftigungsausmaß, Zulagen, Fächervergütungen, Leitungsfunktionen, Teilzeit, Quereinstieg und die Frage, ob jemand im alten oder neuen Lehrerdienstrecht arbeitet. Für neu eintretende Lehrkräfte ist besonders häufig das Pädagogische Dienstrecht beziehungsweise das pD-Schema relevant.

Nach der aktuellen GÖD-Gehaltstabelle beträgt das Monatsentgelt für Vertragslehrer:innen im Pädagogischen Dienst ab 1. Juli 2026 in Stufe 1 3.636,40 Euro brutto. In Stufe 7 liegt das pD-Monatsentgelt bei 6.461,60 Euro brutto. Dazu können je nach Verwendung, Funktion, Schule, Fach, Leitung, Mentoring oder Zusatzaufgabe weitere Beträge kommen. Für eine realistische Einordnung sollte man daher nicht nur „Lehrer-Gehalt“ googeln, sondern immer Schema, Stufe, Beschäftigungsausmaß und Zulagen gemeinsam betrachten.

FrageKurze Antwort – Tipps
Wie viel verdient ein:e Lehrer:in beim Einstieg?Im pD-Schema beträgt Stufe 1 laut GÖD ab 1.7.2026 3.636,40 Euro brutto monatlich bei Vollbeschäftigung.
Wie hoch ist das Jahresbrutto?Bei 14 Bezügen entspricht Stufe 1 rund 50.909,60 Euro brutto pro Jahr, ohne zusätzliche Zulagen oder Abzüge.
Was ist das pD-Schema?Das Pädagogische Dienstrecht für viele neu eintretende Lehrkräfte. Es hat eine eigene Entlohnungstabelle mit sieben Stufen.
Verdienen Volksschule, Mittelschule und AHS gleich?Im pD-Schema ist das Grundentgelt grundsätzlich einheitlich. Unterschiede entstehen vor allem durch Beschäftigungsausmaß, Zulagen, Funktionen, Fächer und Dienstrecht.
Wie wichtig ist Teilzeit?Sehr wichtig. Teilzeit reduziert das Monatsentgelt anteilig. Die tatsächliche Arbeitsbelastung hängt aber stark von Unterricht, Vorbereitung, Korrekturen und Zusatzaufgaben ab.
Was ist mit Quereinsteiger:innen?Quereinsteiger:innen können bei passender Zertifizierung und Anstellung in den Regelvertrag kommen. Vordienstzeiten und Besoldungsdienstalter sollten sorgfältig geprüft werden.
Warum unterscheiden sich Netto-Angaben?Netto hängt von SV, Lohnsteuer, Familienbonus, Pendlerpauschale, Sonderzahlungen, Teilzeit, Zulagen und persönlicher Situation ab.
Was sollte man immer prüfen?Schema, Stufe, Vollzeit/Teilzeit, Vordienstzeiten, Zulagen, 13./14. Bezug, Steuerabzüge und aktuelle GÖD-Tabelle.

Lehrer-Gehalt in Österreich: Das pD-Schema ist für viele Neueinsteiger:innen die wichtigste Orientierung

Wenn heute über das Gehalt von Lehrer:innen in Österreich gesprochen wird, geht es sehr oft um das pD-Schema. Dieses Schema gilt für viele neuere Lehrkräfte im Pädagogischen Dienst. Es unterscheidet sich von älteren Lehrer:innen-Schemata, in denen Verwendungsgruppen wie L1, L2a2, L2a1, L2b1 oder L3 vorkommen. Deshalb sind ältere Vergleiche im Internet oft verwirrend: Zwei Lehrkräfte können beide „Lehrer:in“ sein, aber in unterschiedlichen Dienstrechten, Stufen und Zulagensystemen bezahlt werden.

Für Leser:innen ist daher die wichtigste Regel: Zuerst das eigene Schema prüfen, dann die Stufe, dann das Beschäftigungsausmaß, dann die Zulagen. Erst danach lässt sich sinnvoll über Brutto, Netto oder Jahresgehalt sprechen. Wer nur einen Durchschnittswert liest, bekommt schnell ein falsches Bild.

Aktuelle pD-Gehaltstabelle: Monatsbrutto und Jahresbrutto bei Vollbeschäftigung

Die folgende Tabelle zeigt die aktuellen Entlohnungsstufen im Pädagogischen Dienst laut GÖD-Gehaltstabelle ab 1. Juli 2026. Die Jahreswerte sind zur besseren Orientierung mit 14 Bezügen gerechnet und enthalten keine individuellen Zulagen, keine Sonderfälle, keine Teilzeitkürzung und keine Netto-Berechnung.

pD-StufeMonatsbrutto und grobes Jahresbrutto
Stufe 13.636,40 Euro monatlich; bei 14 Bezügen rund 50.909,60 Euro brutto pro Jahr.
Stufe 24.138,20 Euro monatlich; bei 14 Bezügen rund 57.934,80 Euro brutto pro Jahr.
Stufe 34.641,20 Euro monatlich; bei 14 Bezügen rund 64.976,80 Euro brutto pro Jahr.
Stufe 45.144,30 Euro monatlich; bei 14 Bezügen rund 72.020,20 Euro brutto pro Jahr.
Stufe 55.647,60 Euro monatlich; bei 14 Bezügen rund 79.066,40 Euro brutto pro Jahr.
Stufe 66.150,90 Euro monatlich; bei 14 Bezügen rund 86.112,60 Euro brutto pro Jahr.
Stufe 76.461,60 Euro monatlich; bei 14 Bezügen rund 90.462,40 Euro brutto pro Jahr.

Was bedeutet Stufe 1 beim Lehrer-Gehalt?

Stufe 1 ist die Einstiegsebene im pD-Schema. Sie ist besonders relevant für neue Lehrkräfte, junge Lehrer:innen, Personen nach dem Lehramtsstudium und viele Quereinsteiger:innen nach erfolgreicher Anstellung. Die Stufe sagt aber noch nicht alles. Zusätzlich zählen Vordienstzeiten, Besoldungsdienstalter, Beschäftigungsausmaß und mögliche Zulagen.

Gerade bei Quereinsteiger:innen ist wichtig: Frühere Berufserfahrung kann relevant sein, wird aber nicht automatisch so bewertet, wie man es aus der Privatwirtschaft erwartet. Die Bildungsdirektion prüft Vordienstzeiten und Unterlagen. Dienstzeugnisse, Beschäftigungsausmaß, Tätigkeitsbeschreibung und Ausbildungsnachweise sollten daher sauber vorbereitet werden.

Wie lange bleibt man in einer Gehaltsstufe?

Im pD-Schema sind Verweildauern vorgesehen. Laut GÖD-Tabelle beträgt die Verweildauer in Stufe 1 grundsätzlich 3,5 Jahre, danach folgen längere Stufen mit fünf oder sechs Jahren. In der Praxis können Besoldungsdienstalter, anrechenbare Zeiten und individuelle Einstufung die persönliche Situation beeinflussen.

Wichtig ist: Vorrückung ist nicht dasselbe wie Beförderung. Viele Lehrkräfte steigen über die Jahre durch Stufen auf. Zusätzlich können Funktionen, Zulagen oder Leitungsaufgaben das Einkommen erhöhen. Wer wissen will, was in fünf oder zehn Jahren realistisch ist, sollte die Stufenlogik und mögliche Zusatzfunktionen gemeinsam betrachten.

Warum „Lehrer-Gehalt“ nicht gleich „AHS-Gehalt“ oder „Volksschul-Gehalt“ ist

Viele Suchanfragen lauten „Volksschullehrer Gehalt“, „AHS Lehrer Gehalt“ oder „Mittelschullehrer Gehalt“. Im neuen pädagogischen Dienstrecht ist das Grundentgelt aber nicht einfach nach Schulart getrennt. Eine vollbeschäftigte Lehrkraft im pD-Schema orientiert sich zunächst an der pD-Tabelle. Unterschiede entstehen dann durch Aufgaben, Zulagen, Funktionen, Fächervergütung, alte Dienstrechte, Beschäftigungsausmaß und konkrete Verwendung.

Das ist der wichtigste Unterschied zu vielen vereinfachten Tabellen im Internet. Wer nur nach Schulart vergleicht, übersieht die eigentliche Gehaltslogik. Eine AHS-Lehrkraft im alten Schema kann anders bezahlt werden als eine junge Lehrkraft im pD-Schema. Eine Volksschullehrkraft mit bestimmten Zusatzaufgaben kann anders liegen als eine andere Lehrkraft ohne Zusatzfunktion. Daher muss immer die konkrete Vertragslage geprüft werden.

Lehrer-Gehalt nach Schulart: praktische Orientierung

Schulart / BereichWas beim Gehalt besonders wichtig ist
VolksschulePrimarstufe, meist Landeslehrperson; pD-Schema für neuere Lehrkräfte relevant, Zusatzaufgaben und Funktionen prüfen.
MittelschuleSekundarstufe, unterschiedliche Fächer und Funktionen; Beschäftigungsausmaß, Zulagen und pD-Stufe entscheidend.
AHSAllgemeinbildende höhere Schule; ältere Schemata und pD können nebeneinander vorkommen, Fach und Unterrichtsverpflichtung beachten.
BMHSBerufsbildende mittlere und höhere Schulen; Fachtheorie, Fachpraxis, Quereinstieg und berufliche Vorbildung können relevant sein.
BerufsschuleStärker berufsbezogener Unterricht; Qualifikation, Praxis, Dienstrecht und Bundesland genau prüfen.
Sonderpädagogik / InklusionAufgabenprofil, Zusatzqualifikation, Schulart und konkrete Verwendung beeinflussen die Einordnung.
QuereinstiegZertifizierung, Anstellung, Hochschullehrgang, Vordienstzeiten und Besoldungsdienstalter sauber prüfen.

Volksschullehrer-Gehalt: Was wirklich zählt

Bei Volksschullehrer:innen wird oft gefragt, ob sie weniger oder mehr verdienen als Lehrkräfte in anderen Schularten. Für neuere Lehrkräfte ist die pauschale Antwort schwierig, weil das pD-Schema viele neue Lehrkräfte einheitlicher erfasst. Entscheidend sind vor allem Stufe, Beschäftigungsausmaß, Funktionen, Zulagen und konkrete dienstrechtliche Zuordnung.

Volksschullehrkräfte haben eine hohe pädagogische Verantwortung: Lesen, Schreiben, Rechnen, soziale Entwicklung, Elternarbeit, Förderbedarf, Differenzierung und Klassenführung prägen den Alltag. Das Gehalt sollte daher nicht nur über Unterrichtsstunden betrachtet werden. Vorbereitung, Elternkontakte, Organisation, Dokumentation und individuelle Förderung gehören wesentlich dazu.

AHS-Lehrer-Gehalt: Warum ältere Vergleiche oft verwirren

Bei AHS-Lehrer:innen kursieren viele alte Werte, weil frühere Schemata wie L1 in der öffentlichen Wahrnehmung noch präsent sind. Für bestehende Lehrkräfte können diese alten Schemata weiterhin relevant sein. Neue Lehrkräfte werden jedoch häufig im pD-Schema betrachtet. Deshalb können AHS-Gehaltsvergleiche stark auseinandergehen.

Wer sein AHS-Gehalt einordnen will, sollte prüfen: altes oder neues Dienstrecht? Vollbeschäftigung oder Teilzeit? Welche Fächer? Welche Stufe? Welche Zulagen? Gibt es Klassenvorstand, Koordination, Mentoring, Leitung oder andere Funktionen? Erst dann ist ein fairer Vergleich möglich.

BMHS, Berufsschule und Fachpraxis

In berufsbildenden Schulen und Berufsschulen wird die Gehaltsfrage noch komplexer. Dort unterrichten Lehrkräfte nicht nur allgemeinbildende Gegenstände, sondern auch fachtheoretische und fachpraktische Inhalte. Personen aus Wirtschaft, Technik, Gesundheit, Tourismus, Handel, Industrie oder Handwerk können je nach Qualifikation und Bedarf interessante Wege in den Schuldienst finden.

Für das Gehalt zählen dann nicht nur pädagogische Ausbildung, sondern auch Fachausbildung, berufliche Praxis, Dienstrecht, mögliche Anrechnung von Vordienstzeiten und konkrete Verwendung. Gerade bei Quereinsteiger:innen lohnt es sich, Unterlagen besonders sorgfältig vorzubereiten.

Quereinstieg: Gehalt und Erwartung realistisch einordnen

Der Quereinstieg ist für viele Personen interessant, die bereits ein Studium, Berufserfahrung und Fachwissen mitbringen. Das Zertifikat der Zertifizierungskommission Quereinstieg ist aber kein Lehramtsabschluss und garantiert keine Stelle. Es ermöglicht die Bewerbung auf ausgeschriebene Stellen und kann nach erfolgreicher Anstellung den Weg in einen Regelvertrag eröffnen. Zusätzlich ist eine berufsbegleitende pädagogisch-didaktische Nachqualifikation vorgesehen.

Für das Gehalt ist wichtig: Quereinsteiger:innen sollten nicht nur das Monatsbrutto betrachten, sondern die Einstufung, mögliche Anrechnung von Vordienstzeiten, Beschäftigungsausmaß, spätere Nachqualifikation und Arbeitsbelastung. Wer aus der Privatwirtschaft kommt, vergleicht oft nur Monatsnetto. Im Schuldienst sind aber 14 Bezüge, Ferienzeiten, Vorbereitungsarbeit, Korrekturen, Elternarbeit und langfristige Sicherheit anders zu bewerten. Einen eigenen Überblick zum Weg in den Beruf finden Sie in unserem Ratgeber Lehrer werden in Österreich.

Teilzeit: Warum 20 oder 30 Stunden nicht einfach die halbe Wahrheit sind

Viele Lehrkräfte arbeiten Teilzeit. Das kann freiwillig, familiär, gesundheitsbedingt oder organisatorisch sein. Beim Gehalt ist die Rechnung grundsätzlich anteilig: Wer nicht vollbeschäftigt ist, bekommt entsprechend weniger Monatsentgelt. Trotzdem ist Teilzeit bei Lehrer:innen schwerer zu vergleichen als in klassischen 40-Stunden-Jobs, weil Unterricht, Vorbereitung, Korrektur, Konferenzen, Elternarbeit und Zusatzaufgaben nicht immer gleichmäßig schrumpfen.

Ein typischer Denkfehler ist: „50 Prozent Unterricht heißt 50 Prozent Arbeit.“ In der Praxis kann der Aufwand je nach Fächern und Klassen sehr unterschiedlich sein. Korrekturintensive Fächer, mehrere Klassen, neue Unterrichtsmaterialien, schwierige Schulstandorte oder viele Elternkontakte können Teilzeit belastender machen als erwartet.

BeschäftigungsausmaßWie man es beim Gehalt einordnet
VollbeschäftigungOrientierung an der vollen pD-Tabelle plus mögliche Zulagen und Sonderzahlungen.
75 %Monatsentgelt grundsätzlich anteilig; Arbeitsrealität hängt stark von Fächern, Klassen und Zusatzaufgaben ab.
50 %Brutto deutlich niedriger, aber Vorbereitung und organisatorische Arbeit müssen realistisch mitgedacht werden.
30 Stunden / individuelles AusmaßBeim Schuldienst ist das Beschäftigungsausmaß nicht 1:1 mit Büroarbeitsstunden vergleichbar; Dienstvertrag und Unterrichtsverpflichtung prüfen.
MehrdienstleistungenZusätzliche Unterrichtsleistungen können gesondert relevant sein; genaue Abgeltung hängt von Dienstrecht und Situation ab.

Netto-Gehalt: Warum exakte Pauschalwerte problematisch sind

Viele Leser:innen suchen nach „Lehrer Gehalt netto“. Das ist verständlich, aber pauschale Nettoangaben sind heikel. Das Netto hängt unter anderem von Sozialversicherung, Lohnsteuer, Sonderzahlungen, Familienbonus, Alleinverdiener- oder Alleinerzieherabsetzbetrag, Pendlerpauschale, Bundesland, Kirchenbeitrag, Teilzeit, Zulagen und individuellen Abrechnungsdetails ab.

Für eine grobe Orientierung kann man sagen: Das Bruttogehalt in der pD-Tabelle ist die Basis. Das tatsächliche Jahresnetto muss mit einem aktuellen Brutto-Netto-Rechner und den persönlichen Daten berechnet werden. Für die Systematik von Brutto, Netto, Kollektivvertrag und Sonderzahlungen passt unser Ratgeber Gehalt in Österreich: Brutto, Netto, KV und Sonderzahlungen.

13. und 14. Gehalt: Jahresbrutto ist aussagekräftiger als Monatsbrutto

In Österreich sind Sonderzahlungen wie Urlaubs- und Weihnachtsgeld in vielen Arbeitsverhältnissen üblich und im jeweiligen Rechtsrahmen geregelt. Beim Lehrer-Gehalt sollte daher nicht nur das Monatsbrutto betrachtet werden, sondern das Jahresbrutto. Ein Monatswert von 3.636,40 Euro brutto in pD-Stufe 1 entspricht bei 14 Bezügen rund 50.909,60 Euro brutto im Jahr.

Für Vergleiche mit Jobs in der Privatwirtschaft ist das wichtig. Manche Unternehmen sprechen über 12 Monatsgehälter, andere über 14 Bezüge, All-in-Gehälter oder variable Boni. Wer Lehrer-Gehalt mit anderen Berufen vergleicht, sollte immer auf Jahresbrutto, Arbeitszeit, Sicherheit, Pension, Belastung, Ferienregelung, Vorbereitungszeit und Zusatzaufgaben achten.

Zulagen, Fächervergütung und Funktionen

Das Grundentgelt ist nicht immer das gesamte Einkommen. Im Schuldienst können Dienstzulagen, Fächervergütungen, Leitungsfunktionen, Mentoring, Klassenvorstand, Kustodiate, besondere Aufgaben oder Mehrdienstleistungen relevant sein. Welche Beträge genau zustehen, hängt von Dienstrecht, Verwendung, Schule und konkreter Funktion ab.

Für die Praxis bedeutet das: Zwei Lehrkräfte in derselben pD-Stufe können unterschiedlich viel verdienen, wenn eine Person Zusatzfunktionen übernimmt oder andere Aufgaben hat. Gleichzeitig sollte man Zulagen nicht als selbstverständlich einplanen. Sie hängen an konkreten Aufgaben und können sich ändern.

Besoldungsdienstalter und Vordienstzeiten

Das Besoldungsdienstalter ist für die Einstufung wichtig. Es berücksichtigt nicht nur reine Dienstzeit als Lehrkraft, sondern kann auch anrechenbare Vordienstzeiten und Ausbildungszeiten betreffen. Besonders Quereinsteiger:innen, Personen mit früherer Berufserfahrung, Dienstzeiten im öffentlichen Dienst, Präsenz- oder Zivildienst und Studienzeiten sollten Unterlagen vollständig einreichen.

Praktisch wichtig sind Dienstzeugnisse, Beschäftigungsausmaß, genaue Tätigkeitsbeschreibungen, Studiennachweise, Versicherungsdatenauszug und Fristen der zuständigen Bildungsdirektion. Wer Unterlagen unvollständig abgibt, riskiert Verzögerungen oder eine schlechter nachvollziehbare Einstufung.

GÖD-Gehaltstabelle und öffentlicher Dienst

Lehrer:innen-Gehälter sind Teil des größeren Systems des öffentlichen Dienstes. Die GÖD-Gehaltstabellen werden regelmäßig angepasst und enthalten neben Lehrer:innen auch andere Gruppen wie Vertragsbedienstete, Exekutivdienst, Militärischer Dienst, Richter:innen und Verwaltung. Für viele Leser:innen ist der Lehrer:innenbereich besonders relevant, weil pD-Schema, alte Lehrergruppen und Zulagen nebeneinander sichtbar sind.

Wer den Gesamtüberblick sucht, findet bei uns zusätzlich die GÖD-Gehaltstabelle für den öffentlichen Dienst sowie den Beitrag zu Beamtengehältern in Österreich.

Lehrer-Gehalt im Vergleich zu anderen pädagogischen Berufen

Das Lehrer-Gehalt wird häufig mit Kindergartenpädagog:innen, Sozialpädagog:innen, Pflegeberufen oder anderen öffentlichen Berufen verglichen. Solche Vergleiche sind sinnvoll, wenn sie fair gemacht werden. Man muss Ausbildung, Verantwortung, Arbeitszeit, Dienstrecht, Zulagen, Teilzeitquote, emotionale Belastung, körperliche Belastung und Karrierewege berücksichtigen.

Besonders im Bildungsbereich sind Unterschiede nicht nur finanziell. Die Arbeit mit Volksschulkindern unterscheidet sich stark von AHS-Oberstufe, Berufsschule, Kindergarten, Hort oder Pflege. Wer sich beruflich orientiert, sollte daher neben Gehalt auch Alltag, Zielgruppe, Belastung und Entwicklungsmöglichkeiten vergleichen. Einen passenden Vergleich bietet unser Beitrag zum Gehalt von Kindergartenpädagog:innen in Österreich.

Lehrer-Gehalt und Arbeitsmarkt: Warum der Beruf trotz Belastung attraktiv bleibt

Der Lehrerberuf bleibt für Österreich zentral. Schulen brauchen qualifizierte Lehrkräfte, gleichzeitig steigen Anforderungen: Digitalisierung, Sprachförderung, Inklusion, heterogene Klassen, Elternkommunikation, psychische Belastungen und Fachkräftemangel in bestimmten Bereichen. Das Gehalt ist daher nur ein Teil der Attraktivität.

Für viele Menschen zählen zusätzlich Sinn, Jobsicherheit, gesellschaftliche Bedeutung, planbare Karriere, Ferienstruktur, regionale Einsatzmöglichkeiten und langfristige Stabilität. Für andere sind Korrekturen, Lärm, Konflikte, Bürokratie, Verantwortung und hohe emotionale Belastung Gründe, den Beruf kritisch zu sehen. Mehr zum Arbeitsmarkt-Kontext finden Sie in unserem Überblick Arbeitsmarkt in Österreich.

Welche Fächer und Schularten gehaltsrelevant wirken können

Die Grundtabelle unterscheidet nicht einfach nach „Mathematik verdient mehr als Deutsch“. Trotzdem können Fächer indirekt eine Rolle spielen. Bestimmte Mangelfächer, berufsbildende Fachrichtungen, technische Fächer, MINT-Bereiche, Inklusive Pädagogik oder Deutschförderung können bessere Einstiegschancen, Zusatzaufgaben oder spezielle Verwendungen bringen. Das bedeutet aber nicht automatisch ein höheres Grundgehalt.

Für die Karriere ist die Fächerwahl dennoch wichtig. Wer ein stark nachgefragtes Fach mitbringt, hat häufig bessere Chancen auf Anstellung, Standortwahl oder Stundenumfang. Wer ein sehr beliebtes Fach mit geringem Bedarf wählt, kann länger suchen oder regional flexibler sein müssen.

Mehrdienstleistungen und Supplierstunden

Mehrdienstleistungen können entstehen, wenn Lehrkräfte über ihre reguläre Unterrichtsverpflichtung hinaus eingesetzt werden. Auch Supplierstunden können je nach Regelung und Situation relevant sein. Die genaue Berechnung ist komplex und hängt vom Dienstrecht, Beschäftigungsausmaß, Schulart und konkreter Abrechnung ab.

Für Leser:innen ist wichtig: Mehr Unterricht bedeutet nicht automatisch linear mehr Geld, und nicht jede zusätzliche schulische Aufgabe ist gleich bezahlt. Wer dauerhaft viele Zusatzleistungen übernimmt, sollte die Abrechnung prüfen und Unterlagen aufbewahren.

Leitung, Mentoring und zusätzliche Verantwortung

Schulleitung, stellvertretende Leitung, Mentoring, Koordination, Fachbereichsleitung oder besondere schulische Aufgaben können finanziell relevant sein. Gleichzeitig steigt mit solchen Funktionen meist auch Verantwortung, Zeitaufwand und organisatorischer Druck. Ein höheres Gehalt ist daher nicht nur „mehr Geld“, sondern oft auch mehr Verfügbarkeit, Konfliktmanagement und Führungsarbeit.

Mentoring ist besonders im Zusammenhang mit der Induktionsphase wichtig. Neue Lehrkräfte werden begleitet, Mentor:innen übernehmen dabei eine wichtige Rolle. Solche Aufgaben sollten nicht nur pädagogisch, sondern auch zeitlich und finanziell sauber eingeordnet werden.

Induktionsphase: Einstieg in den Beruf

Die Induktionsphase begleitet neue Lehrkräfte beim Berufseinstieg. Sie ist grundsätzlich für Lehrpersonen im Pädagogischen Dienst vorgesehen und dauert im Allgemeinen zwölf Monate; eine Verkürzung auf sechs Monate ist möglich. In dieser Zeit arbeiten neue Lehrkräfte mit Mentor:innen zusammen, beobachten nach Möglichkeit Unterricht, reflektieren ihren Einstieg und entwickeln ihre professionelle Praxis weiter.

Für das Gehalt ist die Induktionsphase nicht der einzige Punkt, aber für die Arbeitsrealität sehr wichtig. Wer neu einsteigt, sollte nicht nur das Brutto sehen, sondern auch Einarbeitung, Mentoring, erste Klassenführung, Materialaufbau, Korrekturen und persönliche Belastung berücksichtigen.

Was bleibt netto übrig?

Für konkrete Nettozahlen ist ein aktueller Brutto-Netto-Rechner notwendig. Besonders bei Lehrer:innen mit Teilzeit, Zulagen, Pendlerpauschale, Familienbonus oder wechselnden Beschäftigungsausmaßen können pauschale Angaben stark danebenliegen. Auch Sonderzahlungen werden steuerlich anders behandelt als laufende Monatsbezüge.

Für eine erste Orientierung kann man das Jahresbrutto aus der pD-Tabelle nehmen und dann mit einem offiziellen oder etablierten österreichischen Rechner berechnen. Wer exakt planen muss, sollte außerdem die eigene Gehaltsabrechnung, Bildungsdirektion oder Personalstelle nutzen.

Für wen ist der Lehrerberuf finanziell attraktiv?

  • Berufseinsteiger:innen mit Sicherheitswunsch: Das pD-Einstiegsgehalt ist im Vergleich zu vielen Einstiegsjobs solide.
  • Menschen mit langfristigem Blick: Stufenaufstieg, 14 Bezüge und öffentlicher Dienst schaffen Planbarkeit.
  • Quereinsteiger:innen mit passender Anrechnung: Vordienstzeiten können die Einstufung verbessern, wenn sie anerkannt werden.
  • Lehrkräfte mit Zusatzaufgaben: Funktionen und Zulagen können das Einkommen erhöhen.
  • Personen mit regionaler Bindung: Schulen gibt es in vielen Regionen, nicht nur in Großstädten.

Für wen ist der Lehrerberuf finanziell weniger attraktiv?

  • Sehr gut bezahlte Spezialist:innen aus der Privatwirtschaft: Besonders IT, Beratung, Technik oder Management können höhere Marktgehälter bieten.
  • Menschen, die jede Stunde streng nach Bürozeit rechnen: Unterricht, Vorbereitung, Korrektur und Elternarbeit verteilen sich anders.
  • Personen mit hohen finanziellen Fixkosten: Teilzeit, Berufseinstieg oder Umstieg können zuerst weniger Netto bringen als erwartet.
  • Quereinsteiger:innen ohne anrechenbare Praxis: Nicht jede Berufserfahrung verbessert automatisch die Einstufung.
  • Wer nur wegen Ferien wechseln möchte: Ferienstruktur ist ein Vorteil, aber der Schulalltag ist anspruchsvoll.

Checkliste: So prüfen Sie Ihr Lehrer-Gehalt richtig

  1. Dienstrecht klären: pD-Schema, altes Lehrerdienstrecht oder Sonderfall?
  2. Entlohnungsstufe prüfen: Welche Stufe steht im Vertrag oder in der Abrechnung?
  3. Besoldungsdienstalter kontrollieren: Wurden Vordienstzeiten korrekt erhoben?
  4. Beschäftigungsausmaß ansehen: Vollbeschäftigung, Teilzeit oder wechselnde Stunden?
  5. Zulagen prüfen: Fächervergütung, Funktion, Leitung, Mentoring, Klassenvorstand oder andere Aufgaben?
  6. Jahresbrutto berechnen: Monatswert nicht isoliert betrachten, 14 Bezüge berücksichtigen.
  7. Netto individuell rechnen: Familienbonus, Pendlerpauschale, SV, Lohnsteuer und Sonderzahlungen einbeziehen.
  8. Abrechnung kontrollieren: Besonders nach Einstieg, Stufenwechsel, Teilzeitänderung oder Zusatzfunktion.
  9. Quereinstieg genau prüfen: Zertifikat, Hochschullehrgang, Vordienstzeiten und Anstellung nicht verwechseln.
  10. Vergleich fair machen: Nicht nur Gehalt, sondern Arbeitsbelastung, Sicherheit, Sinn und Entwicklung bewerten.

Typische Fehler beim Lehrer-Gehalt

  • Alte Tabellen verwenden: Lehrer:innen-Gehälter ändern sich regelmäßig; Stand und Gültigkeit prüfen.
  • Schulart mit Gehalt gleichsetzen: Das Dienstrecht ist oft wichtiger als die Schulart.
  • Brutto und Netto verwechseln: Netto ist individuell und hängt von vielen Faktoren ab.
  • Teilzeit unterschätzen: Das Gehalt sinkt anteilig, die Arbeitsbelastung aber nicht immer gefühlt gleich stark.
  • Zulagen fix einplanen: Zulagen hängen an konkreten Aufgaben und Funktionen.
  • Vordienstzeiten nicht belegen: Schlechte Unterlagen können die Einstufung verzögern oder erschweren.
  • Quereinstieg romantisieren: Zertifikat, Bewerbung, Anstellung und Nachqualifikation sind eigene Schritte.
  • Jahresbrutto ignorieren: Für Vergleiche mit anderen Berufen ist das Jahresbrutto wichtiger als ein Monatswert.
  • Ferien mit Freizeit verwechseln: Vor- und Nachbereitung, Planung und Korrekturen gehören zum Beruf.
  • Durchschnittswerte überschätzen: Individuelle Einstufung ist aussagekräftiger als allgemeine Durchschnittswerte.

Wie viel verdient ein Lehrer in Österreich beim Einstieg?

Im Pädagogischen Dienst beträgt das Monatsentgelt in Stufe 1 laut GÖD-Gehaltstabelle ab 1. Juli 2026 3.636,40 Euro brutto bei Vollbeschäftigung. Bei 14 Bezügen entspricht das rund 50.909,60 Euro brutto pro Jahr, ohne individuelle Zulagen.

Wie viel verdient eine Volksschullehrerin in Österreich?

Für neuere Lehrkräfte ist meist das pD-Schema relevant. Das Grundentgelt richtet sich nicht einfach nur nach der Schulart, sondern nach Dienstrecht, Stufe, Beschäftigungsausmaß, Zulagen und konkreter Verwendung.

Wie viel verdient ein AHS-Lehrer in Österreich?

Das hängt davon ab, ob die Lehrkraft im alten Dienstrecht oder im pD-Schema ist, welche Stufe gilt, ob Vollzeit oder Teilzeit gearbeitet wird und ob Zulagen oder Funktionen dazukommen. Pauschale AHS-Werte sind daher oft ungenau.

Wie viel verdient ein Lehrer netto?

Das Netto hängt von Sozialversicherung, Lohnsteuer, Sonderzahlungen, Familienbonus, Pendlerpauschale, Zulagen, Teilzeit und persönlicher Situation ab. Für genaue Werte sollte ein aktueller Brutto-Netto-Rechner mit den eigenen Daten verwendet werden.

Bekommen Lehrer in Österreich 13. und 14. Gehalt?

Im öffentlichen Schuldienst sind Sonderzahlungen üblich. Für Vergleiche sollte daher nicht nur das Monatsbrutto, sondern das Jahresbrutto mit 14 Bezügen betrachtet werden.

Was ist das pD-Schema?

Das pD-Schema ist das Entlohnungsschema im Pädagogischen Dienst. Es ist für viele neu eintretende Lehrkräfte relevant und enthält sieben Entlohnungsstufen mit unterschiedlichen Monatsentgelten.

Verdienen Quereinsteiger als Lehrer gleich viel?

Quereinsteiger:innen können bei positiver Zertifizierung, erfolgreicher Bewerbung und Anstellung in einen Regelvertrag kommen. Das konkrete Gehalt hängt von Einstufung, Vordienstzeiten, Besoldungsdienstalter, Beschäftigungsausmaß und Zulagen ab.

Wie wirkt sich Teilzeit auf das Lehrer-Gehalt aus?

Teilzeit reduziert das Monatsentgelt grundsätzlich anteilig. Die tatsächliche Arbeitsbelastung hängt aber stark von Fächern, Klassen, Vorbereitung, Korrekturen, Konferenzen und Zusatzaufgaben ab.

Welche Zulagen können Lehrer bekommen?

Möglich sind je nach Dienstrecht und Verwendung unter anderem Fächervergütungen, Funktionszulagen, Leitungszulagen, Mentoring, Klassenvorstand, besondere Aufgaben oder Mehrdienstleistungen. Ob und in welcher Höhe etwas zusteht, muss im Einzelfall geprüft werden.

Warum unterscheiden sich Lehrer-Gehaltstabellen im Internet?

Viele Tabellen beziehen sich auf unterschiedliche Jahre, alte und neue Dienstrechte, verschiedene Schularten, Vollzeit oder Teilzeit und unterschiedliche Zulagen. Aussagekräftig ist nur eine Tabelle mit aktuellem Stand, passendem Schema und korrekter persönlicher Einstufung.

Quellen und weiterführende Informationen

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