Stand: 16. Juni 2026.
Elektriker:innen beziehungsweise Elektrotechniker:innen verdienen in Österreich 2026 beim Einstieg nach der Lehre meist rund 2.950 Euro brutto pro Monat laut typischer KV-Einstufung. Im Elektro- und Metallgewerbe liegen die kollektivvertraglichen Mindestgrundlöhne 2026 je nach Einstufung grob zwischen 2.571,94 Euro und 4.160,28 Euro brutto monatlich. Mit Erfahrung, Montage, Notdienst, Schichtarbeit, Photovoltaik, Smart Home, Gebäudetechnik, Industrie, Projektleitung oder Meisterfunktion kann das tatsächliche Gehalt deutlich höher liegen.
Für Jobsuchende ist wichtig: „Elektriker“ ist im Alltag ein geläufiger Begriff, offiziell geht es meist um den Lehrberuf Elektrotechnik, etwa mit dem Hauptmodul Elektro- und Gebäudetechnik. Der Beruf ist 2026 besonders spannend, weil Strom, PV-Anlagen, Wärmepumpen, Wallboxen, Smart Home, Gebäudetechnik, Energiemanagement und Sanierung immer stärker zusammenwachsen. Weitere Berufsbilder und Einkommensvergleiche finden sich im Branchenblatt-Schwerpunkt Gehalt in Österreich.
Elektriker Gehalt 2026: Tabelle für Österreich nach Lehre, Erfahrung und Spezialisierung
| Position / Erfahrungsstufe | Realistische Brutto-Orientierung 2026 |
|---|---|
| Lehrling 1. Lehrjahr | Im Metall- und Elektrogewerbe mindestens 1.000 Euro brutto monatlich. |
| Lehrling 2. Lehrjahr | Mindestens 1.148,75 Euro brutto monatlich. |
| Lehrling 3. Lehrjahr | Mindestens 1.493,38 Euro brutto monatlich. |
| Lehrling 4. Lehrjahr | Mindestens 2.000 Euro brutto monatlich. |
| Berufseinstieg nach Lehrabschluss | AMS-Orientierung für Elektrotechnik / Elektro- und Gebäudetechnik: etwa 2.920 bis 2.970 Euro brutto monatlich. |
| Facharbeiter:in im Elektrogewerbe | KV-Mindestgrundlohn 2026: 2.948,85 Euro brutto monatlich. |
| Qualifizierte Facharbeiter:innen | KV-Mindestgrundlohn 2026: 3.397,52 Euro brutto monatlich. |
| Spitzenfacharbeiter:innen | KV-Mindestgrundlohn 2026: 3.808,83 Euro brutto monatlich. |
| Techniker:innen im Metall-/Elektrogewerbe | KV-Mindestgrundlohn 2026: 4.160,28 Euro brutto monatlich. |
| Angestellte Techniker:innen, VG III | Ab 2.727,40 Euro brutto monatlich, mit Vorrückungen bis 4.145,62 Euro. |
| Angestellte Techniker:innen, VG IV | Ab 3.415,01 Euro brutto monatlich, mit Vorrückungen bis 5.190,77 Euro. |
| Meistergruppe | Ab 4.130,76 Euro brutto monatlich, mit Vorrückungen bis 5.270,29 Euro. |
| Projektleitung / leitende Technik | Je nach Verantwortung, Branche und KV oft über 4.300 Euro brutto monatlich möglich. |
| PV, Smart Home, Industrie, Automatisierung | Durch Spezialisierung, Montage, Verantwortung, Zulagen und Nachfrage oft bessere Verhandlungschancen. |
Warum Elektriker:innen 2026 besonders gefragt sind
Elektrotechniker:innen gehören 2026 zu den Berufen mit besonders guten Zukunftschancen. Der Grund liegt nicht nur im klassischen Stromanschluss. Moderne Gebäude brauchen Photovoltaik, Batteriespeicher, Wallboxen, Wärmepumpen, Smart-Home-Systeme, Netzwerktechnik, Alarmanlagen, Steuerungen, Beleuchtung, Energiemanagement und sichere Verteilersysteme. Dadurch wird der Beruf technischer, digitaler und vielseitiger.
Auch die offizielle Mangelberufsliste 2026 zeigt, wie relevant elektrotechnische Qualifikationen sind. Bundesweit genannt werden unter anderem Techniker:innen mit höherer Ausbildung für Starkstromtechnik, Techniker:innen für Starkstromtechnik, Diplomingenieur:innen für Starkstromtechnik sowie Elektrotechniker:innen in Elektro- und Gebäudetechnik, Energietechnik und Photovoltaiktechnik. Wer eine abgeschlossene Lehre, HTL-Ausbildung, Meisterprüfung oder spezialisierte Erfahrung hat, kann daher deutlich bessere Chancen am Arbeitsmarkt haben.
Für Betriebe ist der Fachkräftemangel ein echtes Problem. Ohne Elektrotechniker:innen lassen sich PV-Anlagen, Wärmepumpen, Wallboxen, Sanierungen, Industrieanlagen und Smart-Building-Projekte kaum umsetzen. Wer sich in diesem Beruf weiterbildet, kann also nicht nur mehr verdienen, sondern auch in Richtung Projektleitung, Selbstständigkeit, Energieberatung oder Spezialmontage wachsen.
Elektriker oder Elektrotechniker: Was ist der Unterschied?
Im Alltag sagen viele Menschen weiterhin „Elektriker“. Offiziell ist die moderne Berufsbezeichnung aber meist Elektrotechniker:in. Der Lehrberuf ist modular aufgebaut. Das Hauptmodul Elektro- und Gebäudetechnik ist besonders nahe an klassischer Elektroinstallation, Gebäudetechnik, Beleuchtung, Stromverteilung, Sicherheitstechnik, Photovoltaik, Wärmepumpen, Bussystemen und Smart Home.
Das AMS nennt für Elektrotechniker:innen im Hauptmodul Elektro- und Gebäudetechnik eine Lehrzeit von 3,5 Jahren. Mit zusätzlichem Spezialmodul verlängert sich die Lehrzeit auf 4 Jahre. Mögliche Spezialmodule sind unter anderem Smart Home, Gebäudetechnik, erneuerbare Energien und Elektromobilität sowie Netzwerktechnik.
Für das Gehalt ist dieser Unterschied wichtig. Wer nur einfache Hilfsarbeiten erledigt, wird anders eingestuft als eine ausgelernte Fachkraft, eine qualifizierte Fachkraft, ein:e Techniker:in, ein:e Meister:in oder eine Person mit Projektverantwortung.
Lehrlingseinkommen Elektrotechnik 2026
Das Lehrlingseinkommen hängt vom Kollektivvertrag ab. Im Metall- und Elektrogewerbe gelten 2026 folgende Mindestsätze: 1.000 Euro im ersten Lehrjahr, 1.148,75 Euro im zweiten Lehrjahr, 1.493,38 Euro im dritten Lehrjahr und 2.000 Euro im vierten Lehrjahr.
| Lehrjahr | Mindesteinkommen 2026 im Metall- und Elektrogewerbe |
|---|---|
| 1. Lehrjahr | 1.000 Euro brutto monatlich. |
| 2. Lehrjahr | 1.148,75 Euro brutto monatlich. |
| 3. Lehrjahr | 1.493,38 Euro brutto monatlich. |
| 4. Lehrjahr | 2.000 Euro brutto monatlich. |
In anderen Kollektivverträgen kann das Lehrlingseinkommen höher oder anders geregelt sein. In der Elektro- und Elektronikindustrie nennt das AMS-Berufslexikon für Lehrlinge ab 1. Mai 2026 beispielsweise 1.260 Euro im ersten Lehrjahr, 1.575 Euro im zweiten, 1.890 Euro im dritten und 2.457 Euro im vierten Lehrjahr. Für Lehrlinge mit Reifeprüfung gibt es dort nochmals höhere Sätze.
Für Jugendliche und Eltern ist deshalb wichtig: Nicht nur der Beruf, sondern auch die Branche macht einen Unterschied. Elektrogewerbe, Industrie, Energieversorgung, öffentlicher Bereich oder kommunale Unternehmen können unterschiedliche KV-Regelungen haben.
Facharbeiter:innen nach der Lehre: Das typische Einstiegsgehalt
Nach der Lehrabschlussprüfung ist die typische Ausgangsfrage: Was verdient man als ausgelernte:r Elektriker:in? Das AMS-Berufslexikon nennt für Elektrotechniker:innen im Hauptmodul Elektro- und Gebäudetechnik ein Einstiegsgehalt nach Kollektivvertrag von etwa 2.920 bis 2.970 Euro brutto monatlich. Die WKO-Lohnordnung 2026 zeigt im Metallgewerbe für Facharbeiter:innen einen Mindestgrundlohn von 2.948,85 Euro.
Dieser Betrag ist ein Mindestwert, nicht automatisch der tatsächliche Marktlohn. In Regionen mit Fachkräftemangel, bei Montagebereitschaft, Notdienst, PV-Erfahrung, Industrieeinsätzen oder hoher Verantwortung zahlen Betriebe oft über KV. Besonders gefragt sind Fachkräfte, die selbstständig arbeiten, Pläne lesen, Kund:innen beraten, Störungen finden, Anlagen prüfen und sauber dokumentieren können.
Wer nach der Lehre schnell mehr verdienen will, sollte nicht nur auf einen Firmenwechsel schauen. Oft bringen Zusatzausbildungen mehr: Photovoltaik, Speicher, Wallboxen, KNX, Smart Home, Netzwerktechnik, Alarmanlagen, Brandschutz, Gebäudetechnik, SPS-Grundlagen, Prüftechnik oder Projektkoordination.
Qualifizierte Fachkraft, Spitzenfacharbeiter:in und Techniker:in
Die KV-Tabelle zeigt, wie stark sich Einstufung und Verantwortung auswirken können. Während Facharbeiter:innen im Metallgewerbe 2026 mit 2.948,85 Euro Mindestgrundlohn beginnen, liegt die Lohngruppe der qualifizierten Facharbeiter:innen bei 3.397,52 Euro. Spitzenfacharbeiter:innen kommen auf 3.808,83 Euro, Techniker:innen auf 4.160,28 Euro.
| KV-Lohngruppe 2026 | Mindestgrundlohn brutto monatlich |
|---|---|
| Facharbeiter:in | 2.948,85 Euro |
| Qualifizierte:r Facharbeiter:in | 3.397,52 Euro |
| Spitzenfacharbeiter:in | 3.808,83 Euro |
| Techniker:in | 4.160,28 Euro |
Der Sprung passiert nicht automatisch nach einer bestimmten Anzahl an Jahren. Entscheidend sind Tätigkeit, Verantwortung, Qualifikation und tatsächlicher Einsatz. Wer einfache Elektroinstallationen macht, wird anders bewertet als jemand, der komplexe Anlagen plant, prüft, dokumentiert, Kund:innen betreut, Material koordiniert oder Teams anleitet.
Angestellte Techniker:innen und Meister: Gehalt mit Verantwortung
Nicht jede elektrotechnische Tätigkeit wird als Arbeiter:innenlohn abgerechnet. Viele Techniker:innen arbeiten im Angestelltenbereich, etwa in Planung, Arbeitsvorbereitung, Projekttechnik, Bauleitung, Kundendienstleitung, Verkauf mit technischen Kenntnissen oder Entwicklung. Hier gelten Verwendungsgruppen und Vorrückungen.
| Angestellten-Einstufung 2026 | Monatliches Mindestgrundgehalt |
|---|---|
| VG III – Techniker:in mit Fachkenntnissen / Einarbeitung | 2.727,40 Euro bis 4.145,62 Euro je nach Verwendungsgruppenjahren. |
| VG IV – selbstständige technische Tätigkeit / besondere Fachkenntnisse | 3.415,01 Euro bis 5.190,77 Euro. |
| Meistergruppe | 4.130,76 Euro bis 5.270,29 Euro. |
| VG V – besonders verantwortungsvolle technische Tätigkeit | 4.299,70 Euro bis 6.486,15 Euro. |
| VG VI – leitende Funktion | 6.021,80 Euro bis 7.503,50 Euro. |
Für die Praxis heißt das: Wer als Elektrotechniker:in in Richtung Projektleitung, Bauleitung, technischer Vertrieb, Industrie, Energieversorgung, Forschung, Entwicklung oder Meisterfunktion geht, kann deutlich über dem klassischen Facharbeiter-Einstieg liegen. Dafür steigen Verantwortung, Dokumentationspflicht, Haftungsnähe, Koordination und Kundendruck.
Photovoltaik, Wärmepumpe und Wallbox: Warum Spezialisierung mehr wert wird
Photovoltaik ist für Elektrotechniker:innen 2026 ein besonders starker Gehaltshebel. PV-Anlagen brauchen nicht nur Dachmontage, sondern Wechselrichter, Speicher, Zählerplatz, Schutzkonzept, Netzanschluss, Überspannungsschutz, Lastmanagement und Dokumentation. Wer diese Schnittstellen beherrscht, ist für Betriebe deutlich wertvoller als eine reine Hilfskraft am Dach. Für Betriebe und Kund:innen zeigt der Überblick Photovoltaik Anbieter Österreich, warum elektrotechnische Qualifikation bei PV-Projekten ein Qualitätskriterium ist.
Auch Wärmepumpen erhöhen den Bedarf an Elektrotechnik. Jede moderne Heizung braucht Stromanschluss, Regelung, Sensorik, Absicherung und oft Zusammenspiel mit PV, Speicher oder Energiemanagement. Wer in Sanierungsprojekten mit Installateur:innen, Dachdecker:innen und Energieberater:innen zusammenarbeiten kann, verbessert die eigenen Karrierechancen. Passend dazu zeigt der Beitrag Wärmepumpe Installateur Österreich, warum Heizungs- und Elektrotechnik bei modernen Anlagen immer enger zusammenrücken.
Wallboxen und Elektromobilität sind ein weiterer Baustein. Hier zählen nicht nur Installation und Anschluss, sondern auch Ladeleistung, Leitungsschutz, FI-Schutz, Lastmanagement, Anmeldung beim Netzbetreiber und mögliche Kombination mit PV-Strom. Wer sich in diesem Bereich spezialisiert, kann bei Eigenheimen, Mehrparteienhäusern, Firmenparkplätzen und Fuhrparks punkten. Praktische Hintergründe dazu bietet der Ratgeber E-Auto zu Hause laden.
Smart Home und Gebäudetechnik: Nicht nur Spielerei, sondern Karrierechance
Smart Home wird oft auf Lichtsteuerung, App-Bedienung oder Komfort reduziert. Für Elektrotechniker:innen steckt dahinter aber ein breites Berufsfeld: KNX, Bussysteme, Sensoren, Beschattung, Heizung, Lüftung, Alarmanlagen, Zutritt, Netzwerktechnik, Energiemanagement und Visualisierung. Wer diese Systeme planen, installieren, parametrieren und erklären kann, hat bessere Chancen auf anspruchsvollere Projekte. Wer die Kundenseite verstehen will, findet im Beitrag Wie viel kostet Smart Home Installation? einen guten Anschluss an Kosten, Beratung und Umsetzung.
Das AMS nennt Smart Home, Gebäudetechnik, erneuerbare Energien und Elektromobilität sowie Netzwerktechnik ausdrücklich als Spezialmodule beziehungsweise moderne Ausbildungsbereiche. Ab 1. September 2026 werden einige Spezialmodul-Bezeichnungen im Rahmen der neuen Ausbildungsordnung in der aktuellen Form geführt. Das zeigt, dass sich die Elektrotechnik-Ausbildung an den technischen Wandel anpasst.
Für Gehalt und Karriere bedeutet das: Wer sich nur auf einfache Stemmarbeiten, Leitungsverlegung und Standardinstallation beschränkt, bleibt eher im klassischen Lohnbereich. Wer dagegen Systeme versteht, Fehler analysiert, Kund:innen beraten und komplexe Anlagen dokumentieren kann, hat bessere Argumente für mehr Gehalt.
Zulagen, Montage und Notdienst: Was das Monatsgehalt erhöhen kann
Neben dem Grundlohn können Zulagen und Einsatzbedingungen eine wichtige Rolle spielen. Die WKO-Lohnordnung nennt für 2026 unter anderem Entfernungszulagen, Nächtigungsgeld, Schmutzzulage, Erschwerniszulage, Gefahrenzulage, Nachtarbeitszulage, Schichtzulagen und Montagezulage. Diese Beträge können den Auszahlungsbetrag je nach Einsatz spürbar verändern.
| Zulage / Faktor | Warum relevant? |
|---|---|
| Montage | Baustellen, Auswärtseinsätze, längere Wege und wechselnde Einsatzorte können Zulagen und Diäten auslösen. |
| Nachtarbeit | Bei Störungen, Industrie, Wartung oder Notdienst kann Nachtarbeitszulage relevant werden. |
| Schichtarbeit | In Industrie, Energieversorgung oder Produktion kann Schichtbetrieb das Gehalt erhöhen. |
| Gefahren- und Erschwerniszulagen | Bestimmte Arbeitsbedingungen können zusätzliche Zulagen auslösen. |
| Notdienst | Bereitschaft, Wochenende, Feiertag und rasche Störungsbehebung können besser bezahlt sein. |
| Überstunden | In Bauphasen, bei Projektspitzen oder Störungen können Überstunden einen großen Unterschied machen. |
Wichtig ist aber: Zulagen sind kein Ersatz für eine gute Grundeinstufung. Wer regelmäßig anspruchsvolle technische Arbeit macht, sollte nicht nur auf Überstunden hoffen, sondern die korrekte KV-Einstufung und das Grundgehalt prüfen.
Bundesländer und Branchen: Wo Elektriker:innen mehr verdienen können
Regionale Unterschiede entstehen vor allem durch Nachfrage, Betriebsgröße, Branche und Projektart. In Wien, Oberösterreich, Steiermark, Tirol, Salzburg und Vorarlberg können Industrie, Energieversorgung, Tourismusbauten, Sanierungen, Infrastruktur und PV-Projekte unterschiedliche Gehaltschancen bieten.
Industrie und Energieversorgung zahlen oft besser als kleine Betriebe mit einfachen Privatkundenaufträgen. Dafür können kleine Elektrofirmen andere Vorteile bieten: direkter Kund:innenkontakt, breites Aufgabenfeld, schnelle Verantwortung, familiäres Umfeld oder bessere Chancen auf spätere Selbstständigkeit.
Besonders starke Gehaltsfelder sind 2026 Industrieelektrik, Automatisierung, Energie- und Starkstromtechnik, PV, Speicher, Smart Building, Netzwerktechnik, Sicherheitstechnik, Wartung, Projekttechnik und Bauleitung. Wer dazu noch Führerschein, saubere Dokumentation, Kund:innenkommunikation und Teamleitung mitbringt, wird deutlich attraktiver.
Elektrotechnik in Sanierung, PV und Heizung: Warum die Schnittstellen wichtiger werden
Viele Bau- und Sanierungsprojekte sind heute ohne Elektrotechnik kaum planbar. Wird ein Dach saniert, wird oft gleich über PV, Speicher, Blitzschutz, Leitungsführung und Zählerplatz nachgedacht. Wer in diesem Bereich arbeitet, sollte auch verstehen, welche Bauabläufe und Kosten auf Kund:innenseite entstehen. Der Beitrag Was kostet eine Dachsanierung 2026 in Österreich? zeigt, warum Dach, Energie und Elektrotechnik in der Praxis zusammengehören.
Auch bei Heizungsmodernisierung ist Elektrotechnik ein zentraler Teil. Der Umstieg von Öl oder Gas auf Wärmepumpe betrifft nicht nur den Installateurbetrieb. Elektriker:innen prüfen Anschlussleistung, Absicherung, Steuerung, Zähler, Lastmanagement und die Verbindung zu PV oder Speicher. Die Förderlogik dahinter wird im Beitrag Kesseltausch Förderung 2026 in Österreich genauer erklärt.
Für die Steiermark und ähnliche Regionen ist außerdem die PV-Praxis spannend: Beratung, Installation, Netzanschluss, Förderungen und Speicherfragen brauchen regionale Erfahrung. Der Branchenblatt-Überblick Photovoltaik in der Steiermark 2026 zeigt, wie groß der Beratungsbedarf rund um PV-Anlagen bereits geworden ist.
Was Bewerber:innen im Gehaltsgespräch ansprechen sollten
- KV-Einstufung: Welche Lohngruppe oder Verwendungsgruppe gilt konkret?
- Tatsächliche Tätigkeit: Geht es um Hilfsarbeiten, Facharbeit, qualifizierte Facharbeit, Technik oder Verantwortung?
- Zulagen: Montage, Nachtarbeit, Schicht, Gefahren, Erschwernis, Diäten und Bereitschaft klar erfragen.
- Überstundenregelung: Auszahlung, Zeitausgleich, Pauschale oder All-in genau prüfen.
- Firmenauto: Privatnutzung, Sachbezug, Baustellenfahrten und Werkzeugausstattung klären.
- Weiterbildung: PV, Speicher, Wallbox, KNX, Smart Home, SPS, Prüftechnik und Meisterprüfung ansprechen.
- Arbeitsort: Baustelle, Kundendienst, Industrie, Büro, Projektleitung oder wechselnde Montage machen einen Unterschied.
- Sicherheits- und Prüfverantwortung: Wer Anlagen prüft und dokumentiert, trägt mehr Verantwortung.
Ausbildung und Karrierewege: Von der Lehre bis zur Selbstständigkeit
Der klassische Weg beginnt mit der Lehre Elektrotechnik. Danach folgen Lehrabschlussprüfung, Berufserfahrung, Spezialisierung und eventuell Meister- beziehungsweise Befähigungsprüfung. Wer weitergehen möchte, kann sich in Richtung Werkmeisterschule, HTL-Aufbau, Fachhochschule, Projektleitung, Energieberatung oder Selbstständigkeit entwickeln.
Für Maturant:innen kann auch die Duale Akademie interessant sein. Für HTL-Absolvent:innen öffnen sich eher technische Angestelltenrollen, Planung, Projekttechnik oder spätere Führungsfunktionen. Wer eine eigene Elektrofirma gründen möchte, braucht neben Fachkenntnis auch kaufmännisches Wissen, Haftungsbewusstsein, Kundengewinnung und saubere Kalkulation.
Gerade die Kombination aus Lehre plus Spezialisierung ist am Markt stark. Ein:e Elektriker:in, der oder die PV-Anlagen, Speicher, Wallboxen, Smart Home und Fehlersuche beherrscht, ist für viele Betriebe wertvoller als jemand mit nur theoretischer Ausbildung ohne Praxiserfahrung.
Welche Branchen direkt und indirekt profitieren
Direkt profitieren Elektroinstallationsbetriebe, Gebäudetechnikfirmen, PV-Anbieter, Energieversorger, Industrieunternehmen, Anlagenbauer, Smart-Home-Anbieter, Alarmanlagenfirmen, Netzwerktechnikbetriebe, Wartungsfirmen, Bauunternehmen und Sanierungsbetriebe. Ohne Elektrotechniker:innen können viele Projekte nicht umgesetzt werden.
Indirekt profitieren Dachdecker, Installateur:innen, Wärmepumpen-Anbieter, Immobilienentwickler, Hausverwaltungen, Baustoffhandel, Energieberater:innen, Architekturbüros, Gemeinden, Schulen, Hotels, Industrieparks und Privathaushalte. Jede Sanierung, jede PV-Anlage, jede Wallbox und jedes moderne Gebäude braucht elektrotechnische Planung und Ausführung.
Benachteiligt sein können Betriebe, die keine Fachkräfte finden, und Kund:innen, die dadurch länger auf Termine warten müssen. Auch Lehrlinge können benachteiligt sein, wenn sie in Betrieben landen, die wenig Ausbildung, wenig moderne Technik und kaum Weiterbildung anbieten.
Typische Fehler beim Vergleich von Elektriker-Gehältern
- Elektriker und Elektrotechniker verwechseln: Die offizielle Ausbildung und KV-Einstufung ist genauer als der Alltagsbegriff.
- Nur Monatsbrutto ansehen: 13. und 14. Bezug, Zulagen, Überstunden und Diäten verändern die Jahresrechnung.
- Branche ignorieren: Elektrogewerbe, Industrie und Energieversorgung können unterschiedlich zahlen.
- Zulagen überschätzen: Zulagen helfen, aber eine falsche Grund-Einstufung bleibt ein Problem.
- PV-Erfahrung unterschätzen: Photovoltaik, Speicher und Wallboxen sind 2026 starke Gehaltsargumente.
- Smart Home als Spielerei abtun: Gebäudetechnik und Bussysteme werden in modernen Gebäuden immer wichtiger.
- Keine Weiterbildung planen: Wer nach der Lehre stehen bleibt, verschenkt Aufstiegschancen.
- All-in-Verträge nicht prüfen: Bei Angestelltenrollen muss klar sein, welche Überstunden abgegolten sind.
Wie viel verdient ein Elektriker 2026 in Österreich?
Ein ausgelernter Elektriker beziehungsweise Elektrotechniker verdient 2026 beim Einstieg typischerweise rund 2.920 bis 2.970 Euro brutto monatlich. Im Metall- und Elektrogewerbe liegt der KV-Mindestgrundlohn für Facharbeiter:innen 2026 bei 2.948,85 Euro brutto monatlich. Mit Erfahrung und Spezialisierung kann das Gehalt deutlich höher liegen.
Was verdient ein Elektriker-Lehrling 2026?
Im Metall- und Elektrogewerbe beträgt das Lehrlingseinkommen 2026 mindestens 1.000 Euro im ersten Lehrjahr, 1.148,75 Euro im zweiten, 1.493,38 Euro im dritten und 2.000 Euro im vierten Lehrjahr. In anderen Kollektivverträgen, etwa in der Elektro- und Elektronikindustrie, können höhere Lehrlingseinkommen gelten.
Was verdient ein qualifizierter Elektrotechniker?
Im Metallgewerbe liegt der Mindestgrundlohn 2026 für qualifizierte Facharbeiter:innen bei 3.397,52 Euro brutto monatlich. Spitzenfacharbeiter:innen liegen bei 3.808,83 Euro, Techniker:innen bei 4.160,28 Euro. Tatsächliche Gehälter können je nach Branche, Erfahrung, Verantwortung und Zulagen darüber liegen.
Verdient man mit Photovoltaik mehr als Elektriker?
Photovoltaik-Erfahrung kann die Gehaltschancen verbessern, weil PV-Anlagen, Speicher, Wallboxen, Netzanschluss und Energiemanagement stark gefragt sind. Mehr Gehalt gibt es aber nicht automatisch für das Stichwort PV, sondern für echte Verantwortung, selbstständige Montage, Prüfung, Dokumentation, Kundenberatung und technische Problemlösung.
Ist Smart Home gut für die Karriere als Elektriker?
Ja. Smart Home, KNX, Bussysteme, Gebäudeautomation, Sicherheitstechnik und Energiemanagement sind gute Spezialisierungen. Sie können zu anspruchsvolleren Projekten, besserer Einstufung, technischer Angestelltenrolle oder späterer Selbstständigkeit führen.
Welche Zulagen bekommen Elektriker:innen?
Je nach Kollektivvertrag und Einsatz können Montagezulagen, Schichtzulagen, Nachtarbeitszulagen, Gefahrenzulagen, Erschwerniszulagen, Schmutzzulagen, Entfernungszulagen, Nächtigungsgeld, Diäten und Überstunden relevant sein. Entscheidend ist die konkrete Tätigkeit und der anwendbare Kollektivvertrag.
Ist Elektriker 2026 ein Mangelberuf?
Elektrotechnische Berufe sind 2026 in Österreich stark gefragt. In der bundesweiten Mangelberufsliste finden sich unter anderem Techniker:innen für Starkstromtechnik, Elektrotechniker:innen, Energietechnik und Photovoltaiktechnik. Das verbessert die Chancen für gut ausgebildete Fachkräfte.
Wie kann man als Elektriker mehr verdienen?
Mehr Gehalt ist vor allem durch Berufserfahrung, korrekte KV-Einstufung, Spezialisierung auf PV, Speicher, Wallboxen, Smart Home, Industrie, Automatisierung, Projektleitung, Meisterprüfung, Montagebereitschaft, Notdienst und Führungsverantwortung möglich.
Quellen und weiterführende Einordnung
- WKO Lohnordnung Metallgewerbe 2026: Die Lohnordnung nennt die monatlichen Mindestgrundlöhne ab 1. Jänner 2026 für Arbeiter:innen, darunter Facharbeiter:innen, qualifizierte Facharbeiter:innen, Spitzenfacharbeiter:innen und Techniker:innen, sowie Lehrlingseinkommen und Zulagen. WKO: Lohnordnung Metallgewerbe 2026
- WKO Kollektivvertrag Elektrotechnik: Die Branchenseite bündelt Kollektivverträge, Lohn- und Gehaltstafeln sowie Zusatzinformationen für Arbeiter:innen, Angestellte und Lehrlinge in Berufen des Elektro- und Elektronikgewerbes. WKO: Kollektivvertrag Elektrotechnik
- WKO Gehaltsordnung Metallgewerbe 2026/2027: Die Gehaltsordnung nennt die Mindestgrundgehälter für Angestellte, technische Verwendungsgruppen, Meistergruppe und leitende Funktionen ab 1. Jänner 2026 und 2027. WKO: Gehaltsordnung Metallgewerbe 2026/2027
- AMS Berufslexikon Elektrotechniker:in: Das AMS beschreibt Lehrzeit, Einstiegsgehalt, Hauptmodule, Spezialmodule, Tätigkeiten, Lehrlingseinkommen und Berufsaussichten für Elektrotechniker:innen im Hauptmodul Elektro- und Gebäudetechnik. AMS Berufslexikon: Elektrotechniker:in – Elektro- und Gebäudetechnik
- AMS Gehaltskompass: Der Gehaltskompass liefert Vergleichswerte zu fast 1.800 Berufen und basiert auf Bruttogehältern beziehungsweise Bruttolöhnen beim Berufseinstieg auf Grundlage kollektivvertraglicher Mindestgehälter. AMS Gehaltskompass
- Bundesweite Mangelberufe 2026: Die offizielle Plattform migration.gv.at nennt für 2026 mehrere elektrotechnische Mangelberufe, darunter Starkstromtechnik, Elektrotechnik, Energietechnik und Photovoltaiktechnik. Bundesweite Mangelberufe 2026
- BMASGPK/AMS Fachkräftebarometer: Das Fachkräftebarometer zeigt quartalsweise Fachkräfteengpässe auf Berufsebene für Österreich und die Bundesländer und hilft bei der Arbeitsmarkt-Einordnung technischer Berufe. BMASGPK/AMS Fachkräftebarometer
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