Kurzantwort mit klaren Zahlen (Vollzeit, Brutto): Für viele neu eintretende Lehrkräfte im Pädagogischen Dienst (pd) liegt das Monatsentgelt bis 30.06.2026 je nach Entlohnungsstufe bei 3.520,20 € bis 6.255,20 €. Weil Lehrpersonen in Österreich typischerweise 14 Monatsgehälter erhalten, entspricht das grob 49.282,80 € bis 87.572,80 € brutto pro Jahr (Grundentgelt, ohne individuelle Zulagen).
Wichtig für 2026: Im Bundesdienst ist eine Anpassung des besoldungsrechtlichen Referenzbetrags mit 01.07.2026 vorgesehen. Das wirkt sich in der Praxis als deutlicher Gehaltsschritt aus (in vielen Übersichten rechnerisch rund +3,3% gegenüber den bis 30.06.2026 gültigen Beträgen). In diesem Artikel siehst du beide Sichtweisen: gültig bis 30.06.2026 und ab 01.07.2026 rechnerisch (gerundet).
Gehalt-Überblick
| Beispiel / Kategorie | Brutto/Monat (bis 30.06.2026) | Ab 01.07.2026 (rechnerisch, gerundet) |
|---|---|---|
| Pädagogischer Dienst (pd) – Einstieg (Stufe 1) | 3.520,20 € | ≈ 3.636,36 € |
| Pädagogischer Dienst (pd) – Mitte (Stufe 4) | 4.980,00 € | ≈ 5.144,33 € |
| Pädagogischer Dienst (pd) – oberes Ende (Stufe 7) | 6.255,20 € | ≈ 6.461,61 € |
| „Altes Schema“ (Beamt:innen/§55 GehG) – Verwendungsgruppe L1, Stufe 1 (z. B. AHS/BMHS) | 3.296,80 € | ≈ 3.405,59 € |
| „Altes Schema“ – Verwendungsgruppe L1, Stufe 10 (Erfahrung) | 5.386,80 € | ≈ 5.564,56 € |
| „Altes Schema“ – Verwendungsgruppe L1, Stufe 16 (sehr erfahren) | 6.966,00 € | ≈ 7.195,87 € |
| Fächervergütung (Beispiel) – pro Wochenstunde (Brutto, zusätzlich) | 34,80 € / 44,70 € / 18,20 € | 34,80 € / 44,70 € / 18,20 € |
| Leitungs-/Funktionszulagen (Beispiel) – je nach Funktion (zusätzlich) | von kleineren Beträgen bis in den vierstelligen Bereich | abhängig von Funktion & Rechtsstand |
Was dein Lehrergehalt wirklich bestimmt (und warum „ein“ Lehrer-Gehalt selten stimmt)
1) Dienstrecht: Pädagogischer Dienst (pd) vs. „altes Schema“
In Österreich hängen Gehaltslogik und Stufenverlauf stark davon ab, in welchem Dienstrecht du bist:
- Pädagogischer Dienst (pd): Entlohnungsstufen (1–7) mit längeren Verweildauern. Das ist für viele neue Lehrkräfte die maßgebliche Systematik.
- „Altes Schema“ (z. B. Verwendungsgruppen L1, L2a2 usw.): Gehaltsstufen (z. B. 1–16) und zusätzliche Mechanismen wie Dienstalters-/Verwendungszulagen je nach Fall.
2) Arbeitgeber & Schulart: Bundesschulen vs. Pflichtschulen
Je nach Schulbereich unterscheiden sich Zuständigkeiten (Bund/Land) und Details in der Administration. In den gängigen Übersichten zum pd-Entgelt wird betont, dass Bundes- und Pflichtschullehrpersonen beim monatlichen Entgelt gleich eingestuft sind – Unterschiede entstehen in der Praxis häufig eher über Funktionen, Zulagen, Stundenverteilungen und einzelne rechtliche Sonderfälle.
3) Vollzeit oder Teilzeit: Was mit dem Betrag passiert
Die Tabellenwerte gelten für Vollbeschäftigung. Teilzeit bedeutet grundsätzlich: Entgelt aliquot (z. B. 80% Beschäftigung ≈ 80% Grundentgelt). Für den Stufenaufstieg zählt in vielen Regelungen dennoch die Verweildauer, wobei Anrechnungen/Anpassungen über das Besoldungsdienstalter laufen können.
4) 14 Gehälter: Jahresbrutto ist höher, Monatsauszahlung wirkt „anders“
Lehrpersonen bekommen üblicherweise 14 Monatsgehälter (Urlaubs- und Weihnachtsgeld). Das heißt:
- Jahresbrutto = Monatsentgelt × 14.
- Für den Durchschnitt pro Monat über das Jahr kannst du grob rechnen: Monatsentgelt × 14 ÷ 12.
Beispiel (pd Stufe 1 bis 30.06.2026): 3.520,20 € × 14 = 49.282,80 € brutto/Jahr.
5) Zulagen, die bei Lehrkräften häufig den Unterschied machen
Das Grundentgelt ist nur die Basis. In der Praxis sind vor allem diese Bausteine relevant:
- Fächervergütung: in bestimmten Fächern/Schulstufen als zusätzlicher Betrag pro (Wochen-)Stunde (Beispiele siehe Tabelle).
- Mehrdienstleistungen/Mehrstunden: je nach Schuleinsatz und Stundenplan können zusätzliche Stunden abgegolten werden (Regeln variieren nach Dienstrecht).
- Funktions-/Leitungszulagen: z. B. bei (stellvertretender) Leitung, Koordination, bestimmten Verantwortungen – hier kann der monatliche Unterschied sehr groß sein.
- Familienbezogene Bausteine: je nach Situation (z. B. Kinderzuschuss) möglich.
6) Netto: Warum die gleiche Bruttozahl bei zwei Lehrpersonen völlig anders ankommt
Netto hängt u. a. ab von Steuerklasse, Pendlerpauschale, Familienbonus/Kinder, SV-Konstellation, Sonderzahlungen-Besteuerung und weiteren Absetzbeträgen. Deshalb ist es seriöser, Brutto klar zu beziffern und Netto nur als individuell einzuordnen.
7) Mini-Rechner: So schätzt du dein Jahresbrutto in 10 Sekunden
- Such dein Monatsentgelt (Vollzeit) aus der Tabelle (z. B. pd Stufe 1: 3.520,20 €).
- Multipliziere mit 14 (→ Jahresbrutto).
- Addiere grob erwartbare Zulagen (Fächervergütung, Funktionszulage, Mehrstunden), wenn du sie kennst.
8) Was sich 2026 konkret ändern kann (und wie du das richtig liest)
Viele veröffentlichte Tabellen zeigen „gültig ab 01.01.2025“ und bleiben bis zur nächsten gesetzlichen Anpassung als Grundlage sichtbar. Für 2026 ist zusätzlich relevant, dass der Referenzbetrag im Bundesdienst mit 01.07.2026 angehoben wird. Deshalb ist es sinnvoll, in 2026 immer zu fragen: Meinst du die Werte bis 30.06.2026 oder ab 01.07.2026?
FAQ
Wie hoch ist das Einstiegsgehalt für Lehrer in Österreich 2026?
Im Pädagogischen Dienst (pd) liegt das Grundentgelt für Vollzeit bis 30.06.2026 bei 3.520,20 € brutto pro Monat (14×/Jahr). Ab 01.07.2026 ergibt sich rechnerisch ein höherer Wert (gerundet ca. 3.636,36 €), abhängig vom Rechtsstand der Anpassung.
Wie viel verdienen Lehrkräfte im Pädagogischen Dienst (pd) je nach Stufe?
Für Vollzeit liegen die pd-Grundentgelte bis 30.06.2026 je nach Entlohnungsstufe zwischen 3.520,20 € (Stufe 1) und 6.255,20 € (Stufe 7) brutto pro Monat.
Wie viel ist das im Jahr (mit 14 Gehältern)?
Als grobe Basis gilt: Monatsentgelt × 14. Beispiel pd Stufe 1: 3.520,20 € × 14 = 49.282,80 € brutto/Jahr; pd Stufe 7: 6.255,20 € × 14 = 87.572,80 € brutto/Jahr (ohne Zulagen).
Bekommen Lehrerinnen und Lehrer in Österreich wirklich 14 Monatsgehälter?
Ja, üblich sind 14 Monatsgehälter (inkl. Sonderzahlungen). Dadurch ist das Jahresbrutto höher als 12× Monatsentgelt.
Was ist der Unterschied zwischen pd und dem „alten Schema“?
pd arbeitet mit Entlohnungsstufen (1–7) und definierten Verweildauern. Das „alte Schema“ arbeitet mit Verwendungsgruppen (z. B. L1) und Gehaltsstufen (z. B. 1–16) sowie zusätzlichen Zulagenlogiken je nach Fall.
Verdienen AHS- oder BMHS-Lehrer automatisch mehr als Pflichtschullehrer?
Nicht automatisch. Die Unterschiede entstehen häufig über Verwendungsgruppe/Dienstrecht, Einstufung, Anrechnungen, Zulagen und konkrete Aufgaben. Im pd-Entgelt werden Bundes- und Pflichtschullehrpersonen in gängigen Übersichten gleich ausgewiesen; in der Praxis können Zulagen und Funktionen aber stark differenzieren.
Was bringt die Fächervergütung in der Praxis?
Sie kann je nach Unterrichtsgegenstand und Schulstufe zusätzliche Bruttobeträge pro Wochenstunde bringen (in gängigen Tabellen z. B. 34,80 € oder 44,70 € pro Wochenstunde). Das kann sich über das Schuljahr spürbar summieren.
Wie wirken sich Mehrstunden/Mehrdienstleistungen aufs Gehalt aus?
Mehrstunden können zusätzlich vergütet werden, die Regeln hängen aber vom Dienstrecht und vom konkreten Stundenmodell ab. Für eine seriöse Rechnung brauchst du den konkreten Mehrstunden-Typ und die dafür gültigen Sätze.
Warum schwankt das Netto bei gleicher Brutto-Stufe so stark?
Netto hängt stark von Steuern, Sozialversicherung, Familienbonus/Kinder, Pendlerpauschale, Sonderzahlungen-Besteuerung und individuellen Absetzbeträgen ab. Zwei Lehrpersonen mit gleichem Brutto können dadurch deutlich unterschiedliche Nettoauszahlungen haben.
Welche Zahl ist für 2026 „die richtige“ – bis Juni oder ab Juli?
Beides kann „richtig“ sein: Bis 30.06.2026 gelten die bis dahin veröffentlichten Tabellenbeträge; ab 01.07.2026 ist eine Anpassung über den Referenzbetrag vorgesehen, weshalb viele Beträge rechnerisch höher ausfallen (rund +3,3% gegenüber zuvor, gerundet).
Alle Angaben ohne Gewähr
Passende Artikel:
Wie viel kostet die Erstellung von einem Radio-Werbespot?
Was kostet eine Dachsanierung in Österreich 2026? – Leistungen