Die Gesamtkosten setzen sich fast immer aus zwei Blöcken zusammen: Produktion (Idee, Text, Sprecher:in, Musik/ Rechte, Schnitt, Mastering) und Schaltung (Ausstrahlung – meist als Sekundenpreis je Timeslot oder als TKP bei Online-Audio).
Je nachdem, ob du lokal (z. B. nur Steiermark) oder in einer Kombi/mehreren Bundesländern buchst, können die Schaltkosten stark variieren.
Zusammenfassung – Radiospot Produktion & Ausstrahlung
| Fakt | Stand 2026 | Warum wichtig |
|---|---|---|
| Übliche Spotlänge | meist 20 Sekunden oder mehr | 20–30 Sek. ist der Praxis-Standard für „klassische“ Spots; darunter gelten oft Sonderregeln/Zuschläge. |
| Kurzspots im ORF | 5–19 Sek. möglich, aber Kurzspot-Zuschlag; unter 5 Sek. nicht möglich; Einzelstellung nur 20–30 Sek. | Wichtig für die Budgetplanung und damit deine Spotlänge sendefähig ist. |
| ORF Radio – Anlieferung | Dateiformat mp2/mp3/wav (256 kbit, 48 kHz, -9 dB) + Pflichtangaben (u. a. Spotlänge, AKM-Daten) | Wenn das File nicht passt, verzögert sich der Start (oder der Spot wird abgelehnt). |
| ORF Regionalradios kombinierbar | Regionalradios können flexibel kombiniert werden; Tarif = Summe der einzelnen Regionalradios | Praktisch, wenn du z. B. Steiermark + Kärnten oder mehrere Bundesländer gleichzeitig willst. |
| Beispiel Sekundenpreise: ORF Radio Steiermark | z. B. Jänner Mo–Fr 07:00–08:00: 17,5 €/Sek.; Jänner 12:00–13:00: 13,5 €/Sek.; März 07:00–08:00: 19,3 €/Sek. | Zeigt: Timeslot und Saison/Monat machen einen messbaren Unterschied im Preis pro Ausstrahlung. |
| Beispiel Sekundenpreise: RMS Kombi SÜD (Steiermark/Kärnten) | Mo–Fr 07:00–08:00: 50 €/Sek.; Mo–Fr 20:00–21:00: 6 €/Sek.; zzgl. 5% Werbeabgabe + 20% MwSt. | Kombis bündeln mehrere Sender (mehr Reichweite) – deshalb oft höher als Einzelsender-Buchung. |
| Online/Digital Audio via RMS | Brutto-TKP (z. B. InStream 19 €, PreStream 25 €), max. Spotlänge 30 Sek.; zzgl. 20% MwSt. | Alternative/Ergänzung zu UKW/DAB+: Abrechnung nach Kontakten (1.000 Impressions). |
| Radio 88.6: Online-Audio & Patronanzen | Online Audio Streams (bis 30 Sek.) im Tariffolder ausgewiesen; bei Patronanzen/Tipp-Formaten: „Produktionskosten inklusive“ | Spannend, wenn du einen günstigen Einstieg suchst und Produktion gleich mitnehmen willst. |
Was die Kosten wirklich treibt
Schaltung ist meist der größere Hebel – vor allem bei vielen Ausstrahlungen. Typische Preistreiber sind: Timeslots (Morgen/Drive-Time teurer), Saison/Monat, Reichweite (Einzelsender vs. Kombi), Anzahl der Spots pro Tag, Kampagnendauer und Sonderplatzierungen (z. B. Erst-/Letztplatz).
Produktion steigt vor allem mit kreativer Komplexität: mehrere Sprecher:innen, maßgeschneiderte Musik, rechtlich zu klärende Musikrechte, viele Varianten (z. B. 10/20/30 Sek. Versionen) oder häufige Updates (Aktionen, Preise, Standorte).
Kosten für die Spot-Erstellung (Produktion) – realistische Preisrahmen
| Produktionstyp | Typischer Richtwert | Was oft enthalten ist |
|---|---|---|
| Eigenproduktion (DIY) | 0–200 € | Eigenes Recording + Schnitt; Achtung bei Musikrechten und sendetauglichem Mastering. |
| Tonstudio/Freelancer (einfach) | ca. 390–700 € netto | Text/Feinschliff, 1 Sprecher:in, lizenzfreie Musik, Soundeffekte, Mix/Master (Beispiele aus Anbieterangaben). |
| Agentur/komplexere Produktion | ab ca. 800 € bis mehrere Tausend € | Konzept, mehrere Sprecher:innen, individuelle Musik, Varianten, Abstimmungen, Rechteklärung, ggf. Kampagnen-Set. |
Günstige Eigenproduktion: so klappt’s ohne „billig“ zu klingen
- Briefing in 5 Zeilen: Zielgruppe, Angebot, Hauptnutzen, Call-to-Action (was sollen Hörer:innen tun?), Region/Zeitraum.
- Ein Spot = eine Botschaft: lieber eine klare Hauptaussage + ein konkreter nächster Schritt als „alles reinpacken“.
- Recording sauber lösen: ruhiger Raum, konstante Sprechlautstärke, Abstand zum Mikro (Pop-Schutz), keine Hall-Küche.
- Musik nur mit Nutzungsrechten: lizenzfreie Library oder eigene/individuelle Musik; bei Radioschaltung kann AKM/Urheberrechts-Info relevant sein.
- Mastering für Radio: Pegel/Lautheit so ausspielen, wie der Sender es verlangt (sonst klingt’s leise, pumpt oder wird abgelehnt).
- Wenn’s schnell gehen muss: manche Sender bieten Spotproduktion/Format-Pakete an; bei Patronanzen/Tipp-Formaten kann Produktion inklusive sein.
Ausstrahlung auf Regionalsendern: Preislogik & konkrete Beispiele
Bei klassischer Radiowerbung wird häufig pro Sekunde abgerechnet. Die Kosten pro Ausstrahlung ergeben sich dann simpel aus Sekundenpreis × Spotlänge (zzgl. Abgaben/Steuern; bei RMS ist z. B. 5% Werbeabgabe + 20% MwSt. explizit ausgewiesen).
| Beispiel (Listenpreis) | 10 Sek. | 20 Sek. | 30 Sek. | Hinweis |
|---|---|---|---|---|
| ORF Radio Steiermark – Jänner Mo–Fr 07:00–08:00 (17,5 €/Sek.) | 175 € | 350 € | 525 € | Kurzspots im ORF (5–19 Sek.) mit Zuschlag; Abgaben/Steuern kommen dazu. |
| ORF Radio Steiermark – Jänner 12:00–13:00 (13,5 €/Sek.) | 135 € | 270 € | 405 € | Günstigerer Timeslot im Beispiel. |
| RMS Kombi SÜD (Steiermark/Kärnten) – Mo–Fr 07:00–08:00 (50 €/Sek.) | 500 € | 1.000 € | 1.500 € | zzgl. 5% Werbeabgabe + 20% MwSt.; mehrere Sender in einer Buchung. |
| RMS Kombi SÜD – Mo–Fr 20:00–21:00 (6 €/Sek.) | 60 € | 120 € | 180 € | Off-Peak kann deutlich günstiger sein. |
Online Audio / Streams werden oft nach TKP (1.000 Kontakte) abgerechnet. Beispiel-Logik: 100.000 vollständig erzielte Kontakte bei einem TKP von 19 € ergeben 1.900 € (zzgl. MwSt.). Die maximale Spotlänge ist im Tarifblatt häufig mit 30 Sekunden angegeben.
Vorgaben & Mini-Checkliste vor der Ausstrahlung
- Spotlänge exakt: Sekunden genau einhalten; bei ORF werden längere Files auf die nächste volle Sekunde aufgerundet.
- Format/Technik: Sender-Spezifikationen prüfen (Dateiformat, Sample-Rate, Pegel). ORF nennt mp2/mp3/wav (256 kbit, 48 kHz, -9 dB).
- Metadaten/Unterlagen: Spotbezeichnung, Länge, Kampagnen-/Produktdaten; bei ORF werden u. a. auch AKM-Daten verlangt.
- Rechtliches Grundgerüst: Es gibt absolute Werbeverbote (z. B. Tabak, Spirituosen; außerdem u. a. Arzneimittel/therapeutische Behandlungen auf ärztliche Verordnung). In Privatradio gilt zudem: kein redaktioneller Einfluss; bestimmte Personen (z. B. regelmäßige News-Presenter) dürfen nicht in Werbung auftreten.
- Transparenz: Werbung muss als solche erkennbar sein; die Medienaufsicht bietet dafür Orientierungshilfen und Begriffsdefinitionen.
FAQ
Wie viel kostet ein Radiospot insgesamt?
Als grobe Daumenregel: Produktion oft ab ein paar hundert Euro (je nach Aufwand), die Schaltung reicht von zweistellig pro Ausstrahlung (günstige Slots/kleine Reichweite) bis deutlich höher bei reichweitenstarken Zeiten, Kombis oder vielen Ausstrahlungen. Entscheidend ist, wie oft und wo du sendest.
Welche Spotlänge ist am sinnvollsten?
Für klassische Radiowerbung sind 20–30 Sekunden am gängigsten. Kürzere Spots können funktionieren, sind aber oft mit Zuschlägen/Regeln verbunden und lassen weniger Platz für Nutzen + Call-to-Action.
Was ist der größte Kostenhebel: Produktion oder Ausstrahlung?
Bei kleinen Kampagnen kann die Produktion dominieren. Sobald du aber viele Ausstrahlungen buchst, wird die Schaltung meist der größte Budgetblock.
Kann ich meinen Spot selbst aufnehmen?
Ja – wenn Technik, Rechte und Mastering stimmen. Kritisch sind meist Raumakustik, Verständlichkeit im Autoradio und die Rechte an Musik/Audioelementen.
Welche technischen Formate muss ich liefern?
Das hängt vom Sender ab. Für ORF-Radio nennt die ORF-Enterprise mp2/mp3/wav (256 kbit, 48 kHz, -9 dB) und verlangt definierte Pflichtangaben zur Anlieferung.
Wie funktioniert Online-Audio (Webradio/Streams/Podcasts) preislich?
Häufig über TKP (Preis pro 1.000 vollständig erzielte Kontakte). Spotlängen sind oft auf 30 Sekunden limitiert. Das eignet sich gut, wenn du Reichweite/Targeting planbar skalieren willst.
Gibt es in Österreich Werbeverbote oder Einschränkungen?
Ja. Es gibt absolute Werbeverbote (z. B. Tabak, Spirituosen) und zusätzliche Regeln, etwa zum redaktionellen Einfluss und zu Personen, die nicht in Werbung auftreten dürfen. Bei Unsicherheit sollte man den Text vorab rechtlich prüfen lassen.
Wie spare ich bei der Schaltung, ohne die Wirkung zu ruinieren?
Teste statt ausschließlich teurer Morgen-Slots auch günstigere Zeiten, wenn dort deine Zielgruppe hört. Plane lieber eine konsistente Frequenz über mehrere Wochen als „kurz und extrem viel“, sofern das Werbeziel nicht ausdrücklich Abverkauf in kurzer Zeit ist.
Quellen
- ORF-Enterprise: Technische Radio-Anforderungen (Stand 01.01.2026) – https://enterprise.orf.at/
- ORF-Enterprise: Tarife 2026 ORF-Regionalradios (gültig ab 01.01.2026) – https://enterprise.orf.at/
- RMS Austria: Tarifblätter 2026 Kombi SÜD – https://rms-austria.at/
- RMS Austria: Tarifblätter 2026 Digital Audio – https://rms-austria.at/
- Radio 88.6: Tariffolder 2026 (PDF) – https://www.radio886.at/
- Radio 88.6: Werbemöglichkeiten (Hinweis zu Produktionskosten bei Patronanzen) – https://www.radio886.at/
- WKO: FAQ Radiowerbung (Werbeverbote/Regeln) – https://www.wko.at/
- RTR: Orientierungshilfe Kommerzielle Kommunikation (Begriffe/Einordnung Werbespot) – https://www.rtr.at/
- Drex-Records: Beispiel-Preisangabe Spotproduktion (Blog, 29.09.2025) – https://www.drex-records.com/
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