Im Weinmarkt entscheiden selten nur Produktdaten. Vertrauen, Herkunftsgeschichte, Sichtbarkeit in passenden Medien und ein stimmiger Auftritt gegenüber Handel, Gastronomie und Endkund:innen sind oft die eigentlichen Hebel. Genau hier kann eine PR-Agentur im Wein-Marketing den Unterschied machen: Sie übersetzt Qualität, Herkunft und Betriebspersönlichkeit in kommunizierbare Themen, bringt diese zu den richtigen Multiplikator:innen und schützt Reputation, wenn etwas schiefgeht.
Tipps für die Zusammenarbeit mit einer PR Agentur – Wein Marketing
| Hebel | Was eine PR-Agentur typischerweise liefert | Nutzen im Wein-Marketing |
|---|---|---|
| Glaubwürdigkeit | Earned Media (Berichte, Empfehlungen, Interviews), Pressetastings, Themenplatzierung | Mehr Vertrauen als reine Werbung – besonders bei erklärungsbedürftigen Weinen |
| Positionierung & Story | Marken- und Herkunftsnarrativ (Region, Stil, Jahrgang, People-Story), klare Kernbotschaften | Wiedererkennung und „Warum genau dieser Wein?“ in einem übervollen Markt |
| Medien- & Trade-Zugang | Kontakte/Timing, Pitching, Pressetexte, Bilder, Factsheets, Sample-Management | Richtige Berichterstattung zur richtigen Zeit – statt Streuverlust |
| Krisen- und Issues-Management | Vorbereitung (Q&A, Statements), schnelle Reaktion, konsistente Kommunikation | Schützt Marke und Vertrieb, wenn Kritik, Fehler oder Liefer-/Qualitätsthemen auftreten |
| Messbarkeit | Ziele & KPIs (Awareness → Consideration → Trust → Nachfrage), Reporting über „Clippings“ hinaus | Bessere Steuerung: Was bringt wirklich Anfragen, Handelstermine, Buchungen, Abverkauf? |
Reputation & Wirkung im Weinmarkt
Mehr Vertrauen durch Empfehlungen statt Werbedruck: Wein wird häufig über Empfehlungen gekauft – von Menschen, denen man vertraut, oder über redaktionelle Inhalte. PR zielt genau darauf ab: glaubwürdige Berührungspunkte zu schaffen, die sich wie „Social Proof“ anfühlen.
Komplexe Themen verständlich machen: Herkunft, Stilistik, Jahrgang, Ausbau, Nachhaltigkeit, DAC-Logik – vieles ist erklärungsbedürftig. Gute PR reduziert Komplexität, ohne zu banalisieren, und liefert Medien sowie Handel klare, verwertbare Kernaussagen.
Einheitlicher Auftritt über alle Kanäle: Viele Weingüter kommunizieren parallel: Website, Social, Newsletter, Ab-Hof, Messen, Gastronomie, Export. Eine PR-Agentur sorgt dafür, dass Tonalität, Fakten und Bildsprache zusammenpassen – das macht Marke „stabil“.
Wann eine PR-Agentur besonders viel bringt
Wenn Sie neue Märkte erschließen (Export, neue Zielgruppen), wenn ein Relaunch ansteht (neue Linie, neues Design, neuer Betriebsschwerpunkt), wenn Tourismus/Events wichtig werden (Ab-Hof, Verkostungen, Hochzeiten, Buschenschank-Umfeld) oder wenn Sie regelmäßig Themen haben, die nach außen erklärt gehören (Nachhaltigkeit, neue Jahrgänge, neue Personen, Auszeichnungen, Kooperationen).
Worauf Sie bei der Auswahl achten sollten
Gute Wein-PR ist selten „laut“. Achten Sie auf Branchenverständnis (B2B/Trade vs. Lifestyle), realistische Themenplanung, saubere Prozesse (Freigaben, Bildrechte, Samples), belastbare Medienarbeit (nicht nur „Verteiler-Mail“) und ein Reporting, das Ergebnisse nachvollziehbar macht. Ein gutes Zeichen ist, wenn die Agentur zuerst Fragen stellt: Zielmärkte, Zielgruppen, USP, Vertriebskanäle, Kapazitäten, No-Gos.
Geprüfte Expert:innen-Statements
- PRSA (US-Branchenverband), Definition auf prsa.org, Stand: abgerufen am 10.01.2026: „Public relations is a strategic communication process that builds mutually beneficial relationships …“ URL: https://www.prsa.org/about/all-about-pr
- CIPR (UK-Branchenverband), „About PR“, Stand: abgerufen am 10.01.2026: „Public Relations is about reputation …“ und Ziel „earning understanding and support“. URL: https://cipr.co.uk/CIPR/CIPR/About_Us/About_PR.aspx
- Nielsen, Insight-Artikel (2021), Stand: abgerufen am 10.01.2026: „88% … trust recommendations from people they know …“ URL: https://www.nielsen.com/insights/2021/beyond-martech-building-trust-with-consumers-and-engaging-where-sentiment-is-high/
- AMEC (Measurement-Standard), Taxonomy-Seite, Stand: abgerufen am 10.01.2026: „Evaluation should identify and report outcomes at a minimum …“ URL: https://amecorg.com/amecframework/home/supporting-material/taxonomy/
- Erin Kirschenmann (Managing Editor, Wine Business Monthly), Podcast-Transcript (Datum am Beitrag nicht ausgewiesen; abgerufen am 10.01.2026): „… the press release is absolutely essential.“ und: „It actually has to be news.“ URL: https://www.vineyardteam.org/podcast/?id=1170
- BMLUK (Bundesministerium), Fachbeitrag, Stand: abgerufen am 10.01.2026: Zur rot-weiß-roten Banderole: „… wurde rasch als smartes Marketingtool … wahrgenommen.“ URL: https://www.bmluk.gv.at/themen/landwirtschaft/landwirtschaft-in-oesterreich/pflanzliche-produktion/wein/wie-in-oesterreich-wein-zu-qualitaetswein-wird.html
FAQ
Ist PR im Wein-Marketing nur „Pressearbeit“?
Nein. Pressearbeit ist ein Teil. PR umfasst Reputation, Beziehungen zu Medien/Trade, Themenführung, Events, Krisenkommunikation und zunehmend auch strategische Inhalte, die über mehrere Kanäle konsistent gespielt werden.
Warum kann PR beim Wein besser wirken als reine Werbung?
Weil Wein stark über Vertrauen und Empfehlungen verkauft wird. Redaktionelle Berichte, glaubwürdige Stimmen und echte Geschichten können Barrieren senken, die klassische Anzeigen oft nicht schaffen.
Welche Ergebnisse sind realistisch messbar?
Neben Reichweite sind sinnvoll: qualifizierte Anfragen, Handelstermine, Listungen, Eventbuchungen, Newsletter-Wachstum, Website-Traffic auf Kampagnenseiten, Share of Voice, Suchanfragen nach Marke/Weingut und wiederkehrende Erwähnungen in Zielmedien.
Was kostet eine PR-Agentur im Weinbereich typischerweise?
Das variiert stark nach Umfang (Projekt vs. Retainer), Märkten (nur Österreich vs. DACH/Export), Leistungsbausteinen (Presse, Social-PR, Events) und Frequenz. Seriös ist eine klare Leistungsabgrenzung – nicht ein „Pauschalversprechen“ ohne Plan.
Welche Unterlagen sollte ein Weingut vorbereiten?
Kernbotschaften, kurze Betriebsstory, Factsheet (Region, Lagen, Rebsorten, Stil), hochauflösende Bilder mit Rechten, Preis-/Sortimentsübersicht, Vertriebskanäle, Termine (Jahrgänge/Events) und klare Zuständigkeiten für Freigaben.
Wann lohnt sich PR besonders für kleine Betriebe?
Wenn der Betrieb ein klares Profil hat (Herkunft, Stil, Persönlichkeit) und PR gezielt auf passende Nischenmedien, Sommeliers, regionale Gastro und konkrete Anlässe setzt. „Breit streuen“ ist meist zu teuer – Fokus ist der Hebel.