Eine Dachsanierung ist 2026 in Österreich meist eine der größten Einzelinvestitionen am Eigenheim – und gleichzeitig eine der wirksamsten, um Schäden (Feuchtigkeit, Wärmeverlust, Schimmel, Holzschäden) zu stoppen und den Wohnkomfort zu steigern.
Die Preisspannen sind groß, weil „Dachsanierung“ alles sein kann: vom Austausch einzelner Ziegel bis zur Komplettsanierung mit neuer Dämmung, Spenglerarbeiten, Dachfenstern und Reparaturen am Dachstuhl.
Damit du Angebote realistisch einschätzen kannst, bekommst du hier Richtwerte (2026), die wichtigsten Kostentreiber, Sanierungsarten (Steildach/Flachdach), Beispielrechnungen und einen klaren Ablaufplan – jetzt informieren. Wichtig: Immer ein individuelles Angebot bei einem seriösen Unternehmen für die Dachsanierung einholen und Kosten und Angebote genau prüfen und vergleichen!
Orientierungen – aktuelle Preise für die Dachsanierung
| Leistung/Variante | Richtwert 2026 – Orientierung | Was meist enthalten ist |
|---|---|---|
| Kleinreparaturen am Dach | ca. 250–1.500 € (Pauschal) | Einzelne Ziegel/Anschlüsse abdichten, kleine Spenglerarbeiten, Anfahrt |
| Steildach neu eindecken (ohne neue Dämmung) | ca. 120–200 €/m² | Abdecken/Entsorgung alt, Unterdach/Unterspannbahn, Lattung, neue Eindeckung, Standardanschlüsse |
| Steildach neu eindecken (höhere Komplexität/Material) | ca. 140–260 €/m² | Wie oben, plus komplexere Geometrie (Gauben/Grate), hochwertigere Eindeckung oder mehr Spengleranteil |
| Komplettsanierung Steildach inkl. Dämmung | ca. 220–450 €/m² | Eindeckung + Luft-/Dampfbremse (je nach Aufbau) + Dämmung (Zwischen-/Aufsparren) + Anschlüsse/Spenglerei |
| Dachbodendämmung / oberste Geschossdecke | ca. 30–90 €/m² | Dämmung der Decke (oft die günstigste „Dach“-Energie-Maßnahme), je nach Aufbau begehbar/nicht begehbar |
| Flachdach: Abdichtung erneuern (ohne zusätzliche Dämmung) | ca. 80–160 €/m² | Alte Lage(n) teilweise/komplett, neue Abdichtung, Details bei Durchdringungen (je nach System) |
| Flachdach: Abdichtung + Dämmung (Aufbau erneuern) | ca. 140–300 €/m² | Neuer Dachaufbau inkl. Dämmung, Gefälle/Entwässerung, Attika-/Randabschlüsse (je nach Bestand) |
| Dachstuhl reparieren (punktuell bis größer) | ca. 50–200 €/m² Dachfläche oder 2.000–15.000 € (Pauschal) | Zimmererarbeiten je nach Schadensbild (Feuchte, Holzschädlinge, statische Verstärkungen) |
| Gerüst (Miete/Montage) | ca. 5–15 €/m²/Woche oder mehrere 100 bis wenige 1.000 € pauschal | Auf-/Abbau, Standzeit; stark abhängig von Höhe, Zugänglichkeit und Dauer |
| Container/Entsorgung (Bauschutt/Altmaterial) | ca. 260–600 € je nach Größe + Deponiegebühren | Mulde/Container, Abtransport; bei Sondermüll (z.B. Asbest) deutlich teurer |
Was beeinflusst die Kosten für Dachsanierungen?
- Preisbildung am Dach ist „Systempreis“: Nicht nur Material, sondern Aufbau, Anschlüsse und Arbeitszeit entscheiden (viele Details, viele Stunden).
- Zustand des Bestands ist der größte Unbekannte: Unter der Eindeckung zeigt sich oft erst beim Öffnen, ob Holz, Dämmung oder Abdichtung beschädigt sind.
- Energie & Feuchte hängen zusammen: Dämmung ohne luftdichte Ebene/saubere Anschlüsse kann Feuchteprobleme verschärfen – daher kostet „richtig“ oft mehr, spart aber Folgeschäden.
- Region & Saison wirken über Lohn-/Preisniveau und Verfügbarkeit: In Hochpreisregionen und in der Hauptsaison sind Angebote häufig höher und Termine knapper.
Was zählt als „Dachsanierung“?
- Instandhaltung/Reparatur: Ziegel tauschen, Rinnen, Einblechungen, Abdichtungen punktuell.
- Teilsanierung: Eindeckung erneuern, Unterdach/Lattung erneuern, einzelne Bauteile (z.B. Rinnen, Dachfenster).
- Thermische Sanierung: Dämmung (Zwischen-, Unter-, Aufsparren oder Geschossdecke) inkl. Luft-/Dampfbremse und Anschlüsse.
- Komplettsanierung: Dachaufbau + Dämmung + Spenglerarbeiten + Dachstuhl-/Holzarbeiten + ggf. neue Dachfenster/Entwässerung.
Die größten Kostentreiber
- Dachform & Details: Gauben, Kehlen, Grate, Dachfenster, Kamine, viele Durchdringungen = deutlich mehr Arbeitszeit.
- Zugänglichkeit: Enger Hof, Steillage, Verkehrssicherung, Gerüst-Sonderlösungen, Kran/Materialtransport.
- Bestandsschäden: Feuchte, morsches Holz, Schädlingsbefall, undichte Anschlüsse, schadhafte Abdichtung.
- Materialwahl: Ziegel/Betonstein vs. Metall/Schiefer sowie hochwertige Unterdachsysteme.
- Dämmstandard: Dickere Dämmung, Aufsparrendämmung (oft teurer, aber bauphysikalisch sehr robust) und luftdichte Ausführung.
- Entsorgung/Sondermüll: Besonders relevant bei alten Faserzement-/Eternitdächern (Asbestverdacht).
Arten der Dachsanierung: Steildach (Ziegel/Metall) – typische Pakete
- „Neu eindecken – Basis“: Alte Eindeckung runter, Unterdach/Unterspannbahn + Lattung neu, neue Eindeckung, Standard-Spengleranschlüsse.
- „Neu eindecken + Dämmung“: Zusätzlich Dämmung (Zwischen- oder Aufsparren), Luft-/Dampfbremse (je nach Aufbau) und besonders saubere Anschlussdetails.
- „Neu eindecken + Dachausbau“: Zusätzlich Dachfenster/Gauben, Innenausbau (Achtung: oft eigenes Gewerk/Budget).
Arten der Dachsanierung: Flachdach – worauf es bei den Kosten ankommt
- Nur Abdichtung erneuern: Sinnvoll, wenn Dämmung/Gefälle passen und keine Feuchteschäden im Aufbau sind.
- Aufbau erneuern (Dämmung + Abdichtung): Häufig bei alten Flachdächern, stehenden Pfützen, Wärmeverlust oder Feuchte im Dachaufbau.
- Details sind entscheidend: Attika, Gully/Notentwässerung, Durchdringungen, Anschlüsse an Fassaden – hier entstehen viele Stunden.
Dämmung: Welche Variante ist oft die „beste Preis-Leistung“?
- Oberste Geschossdecke (Dachboden) dämmen: Oft die günstigste und schnellste Maßnahme, wenn der Dachboden nicht als Wohnraum genutzt wird.
- Zwischensparrendämmung: Häufig solide, preislich moderat – funktioniert gut, wenn Luftdichtheit und Anschlüsse sauber geplant sind.
- Aufsparrendämmung: Teurer, aber bauphysikalisch sehr stark (Wärmebrücken reduziert), ideal, wenn ohnehin neu eingedeckt wird.
Beispielrechnungen 2026: 120 m² Steildach
| Szenario | Ansatz | Grobe Summe (brutto) |
|---|---|---|
| Neu eindecken (ohne neue Dämmung) | 150 €/m² + Gerüst/Entsorgung/Spenglerei | ca. 22.000–30.000 € |
| Neu eindecken + Zwischensparrendämmung | 260 €/m² + Details/Anschlüsse + Nebenkosten | ca. 32.000–48.000 € |
| Komplettsanierung + Aufsparrendämmung + mehr Details | 380 €/m² + Dachfenster/Komplexität + Nebenkosten | ca. 48.000–75.000 € |
Regionale Preisunterschiede in Österreich: realistisch einplanen
Für 2026 ist in vielen Bereichen eher eine moderate Kostenentwicklung zu erwarten – allerdings bleibt das Preisniveau regional unterschiedlich. Als Orientierung kann man Baupreisindizes (Wohnhaus- und Siedlungsbau) heranziehen: In den 2025er Quartalswerten liegen einzelne Bundesländer deutlich auseinander (Basis 2020=100). Das übersetzt sich in der Praxis oft in ca. 0–10% Auf-/Abschlag bei vergleichbarer Leistung – plus zusätzliche Effekte durch Anfahrt, Verfügbarkeit und alpine Baustellenlogistik.
- Höheres Preisniveau: häufig Wien sowie teils West-/Tourismusregionen (und überall dort, wo Fachkräfte knapp sind).
- Mittleres Preisniveau: viele Regionen in Süd- und Westösterreich.
- Günstiger (nicht garantiert): Regionen mit mehr Wettbewerb und besserer Baustellenzugänglichkeit.
Saison & Timing: Wann lohnt sich die Sanierung preislich?
- Frühjahr/Herbst sind oft ideal (Wetterfenster, weniger Hitzestress, häufig bessere Terminlage als Hochsommer).
- Hauptsaison kann teurer sein: Wenn Betriebe ausgelastet sind, steigen oft die Angebotspreise oder Nebenkosten.
- Notfälle kosten fast immer mehr: Provisorien, Express-Zuschläge, schneller Gerüstbau.
In 7 Schritten zum realistischen Budget
- Status checken: Fotos, sichtbare Schäden, Feuchte, Schimmelspuren am Dachboden, Rinnen/Anschlüsse prüfen.
- Ziel definieren: Nur dicht? Auch dämmen? Dachausbau? PV geplant? (Das ändert den Aufbau und die Details.)
- Leistungsbeschreibung erstellen: Fläche, Dachform, Anzahl Durchdringungen, gewünschtes Material, Dämmstandard.
- 3 Angebote einholen: Immer mit gleicher Leistungsbeschreibung vergleichen.
- Nebenkosten fix abfragen: Gerüst, Container, Entsorgung, Kran, Baustelleneinrichtung, Schutzmaßnahmen.
- Förderfähigkeit prüfen: Vor Start klären, ob energetische Maßnahmen förderfähig sind und welche Nachweise nötig sind.
- Abnahme & Dokumentation: Fotos, Materialnachweise, Rechnungen (wichtig auch für Gewährleistung/Förderung).
So erkennst du „gute“ Angebote – Checkliste
- Transparente Positionen: Unterdach, Lattung, Eindeckung, Spenglerarbeiten, Dämmung, Luftdichtheit/Anschlüsse.
- Flächen & Stückzahlen: m² Dachfläche, Laufmeter Rinnen/Ortgang, Anzahl Fenster/Durchdringungen.
- Qualität beschrieben: Dämmstärke, Materialklasse, Systemaufbau (nicht nur „Dämmung inklusive“).
- Entsorgung geregelt: Was wird wie entsorgt? Gibt es Sondermüll-Risiken?
- Brutto/Netto klar: Ist Umsatzsteuer enthalten? Sind Gerüst/Container enthalten oder extra?
Förderungen 2026: Wann deine Dachsanierung günstiger wird
Wenn du im Zuge der Dachsanierung thermisch sanierst (z.B. Dämmung Dach/oberste Geschossdecke), kann 2026 eine Förderung möglich sein. Wichtig ist fast immer: rechtzeitig informieren, Fristen einhalten und Nachweise korrekt führen.
- Sanierungsbonus/Sanierungsoffensive: Für thermisch-energetische Maßnahmen sind je nach Sanierungsumfang Förderpauschalen möglich (und meist zusätzlich begrenzt durch einen Maximalprozentsatz der Kosten).
- Handwerkerbonus: Kann – je nach Leistungszeitraum und Fristen – Arbeitskosten anteilig reduzieren. Für Sanierungen rund um Dach/Spenglerei kann das relevant sein (Details immer tagesaktuell prüfen).
- Länderförderungen: Bundesländer können ergänzende Programme haben (z.B. Wohnbauförderung/energetische Sanierung).
Häufige Preisfallen
- „Dämmung“ ohne Luftdichtheit: Spart kurzfristig, kann aber später Feuchte- und Schimmelschäden begünstigen.
- Gerüst & Entsorgung „vergessen“: Das sind oft vierstellige Beträge, die nicht in jedem Angebot enthalten sind.
- Sondermüll unterschätzt: Bei alten Faserzementplatten/Asbestverdacht steigen Aufwand und Entsorgung stark.
- Zu knappes Zeitfenster: Wetterrisiko + Termindruck führt zu Mehrkosten oder Kompromissen in der Ausführung.
FAQ: Dachsanierung und die Kosten in Österreich
Was kostet eine Dachsanierung pro Quadratmeter 2026 in Österreich?
Als grobe Orientierung liegen viele Projekte zwischen ca. 120–200 €/m² (neu eindecken ohne neue Dämmung) und ca. 220–450 €/m² (Komplettsanierung inkl. Dämmung). Bei sehr komplexen Dächern oder größeren Dachstuhl-Arbeiten kann es darüber liegen.
Was ist in „neu eindecken“ normalerweise enthalten?
Typisch sind: alte Eindeckung abtragen, Unterdach/Unterspannbahn und Lattung erneuern, neue Eindeckung montieren sowie Standardanschlüsse. Gerüst, Container/Entsorgung und größere Spengler-Detailarbeiten sind nicht immer automatisch inkludiert – das muss im Angebot stehen.
Ist eine Dachdämmung immer sinnvoll?
Wenn das Gebäude hohe Wärmeverluste über das Dach hat oder der Dachraum genutzt wird: ja, oft sehr sinnvoll. Wenn der Dachboden ungenutzt ist, ist die Dämmung der obersten Geschossdecke häufig die günstigste Lösung mit guter Wirkung.
Wie stark unterscheiden sich die Kosten regional in Österreich?
Realistisch sind oft Unterschiede im Bereich von 0–10% (bei gleicher Leistung), abhängig vom regionalen Preisniveau, der Verfügbarkeit von Fachbetrieben und der Baustellenlogistik. In schwer zugänglichen Lagen kann es zusätzlich teurer werden.
Wie lange dauert eine Dachsanierung bei einem Einfamilienhaus?
Je nach Wetter, Dachgröße und Umfang: kleine Arbeiten 1–2 Tage, neu eindecken oft etwa 1–2 Wochen, Komplettsanierungen mit Dämmung und vielen Details teils länger. Schlechtwetter kann Zeitpläne deutlich verschieben.
Brauche ich eine Baubewilligung?
Für „gleichwertige“ Erneuerungen oft nicht, für Änderungen an Form/Volumen (z.B. Gauben, Dachaufbauten) oder Nutzungsänderungen kann sehr wohl eine Bewilligung nötig sein. Das ist je nach Bundesland/Gemeinde unterschiedlich – vor Start abklären.
Was kostet es, wenn der Dachstuhl beschädigt ist?
Das hängt stark vom Schadensausmaß ab. Punktuelle Reparaturen können im niedrigen vierstelligen Bereich liegen, größere Sanierungen oder statische Verstärkungen deutlich höher. Seriös kalkulieren lässt sich das meist erst nach Öffnung und Begutachtung.
Wie erkenne ich Asbest/Eternit am Dach – und was bedeutet das für die Kosten?
Viele ältere Faserzementplatten können asbesthaltig sein. In dem Fall gelten strenge Vorgaben für Ausbau/Verpackung/Entsorgung, was die Kosten deutlich erhöhen kann. Nicht selbst bearbeiten, sondern Fachbetrieb und Entsorgungskonzept nutzen.
Kann ich bei einer Dachsanierung 2026 Förderungen bekommen?
Wenn du energetisch sanierst (z.B. Dämmung am Dach/oberste Geschossdecke) sind Förderungen möglich, abhängig von Programm, Fristen und Nachweisen. Wichtig: vor Beginn informieren und die Anforderungen einhalten.
Wie kann ich bei der Dachsanierung am sichersten sparen?
Am meisten sparst du meist über saubere Planung, klare Leistungsbeschreibung, mehrere vergleichbare Angebote und das Vermeiden von „Nachträgen“ (z.B. Gerüst/Entsorgung/Details von Anfang an fixieren). Nicht bei Luftdichtheit, Anschlussdetails und Entwässerung sparen – das sind typische Schadensquellen.
Quellen
- Statistik Austria: Baukostenindex Hoch- und Tiefbau – Presseinformation „Baukosten im August 2025 …“ (publiziert 15.09.2025)
- Statistik Austria: Baupreisindex – Leistungsgruppen & Regionen (Wohnhaus- und Siedlungsbau, Basis 2020=100; Quartalswerte 2025)
- Stadt Wien (MA 23): Kurzanalyse zur Wiener Bauwirtschaft und Baukostenprognose 2025/2026 (06/2025)
- klimaaktiv: Factsheets zur Wärmedämmung und Dämmung von Dachschrägen (2023)
- Österreich.gv.at: Informationen zur Sanierungsoffensive 2026 (publiziert 13.11.2025)
- Sanierungsoffensive.gv.at: Infoblatt „Sanierungsbonus 2026“ (Version 11/2025)
- handwerkerbonus.gv.at / Arbeiterkammer: Informationen zur Antragsfrist für die Förderperiode 2025 (Einreichung bis 28.02.2026)
