Staat fördert OMV-Projekt in Bruck/Leitha mit bis zu 123 Mio. Euro – das steckt dahinter

OMV Zentrale in Wien Bild: OMV
OMV Zentrale in Wien Bild: OMV

Die OMV bekommt für ihr Wasserstoffprojekt in Bruck an der Leitha (Niederösterreich) eine staatliche Unterstützung von bis zu 123 Millionen Euro. Konkret geht es um eine große Elektrolyseanlage, die grünen Wasserstoff für Industrieanwendungen liefern soll – vor allem für die OMV Raffinerie Schwechat.

Details zum Projekt & Förderung

FaktStandWarum wichtig
Förderhöhebis zu 123 Mio. €Starker Hebel für die Wirtschaftlichkeit des Projekts
Art der FörderungProduktionsförderung (laut OMV)Unterstützung knüpft an tatsächlich erzeugten grünen Wasserstoff an
AbwicklungAustria Wirtschaftsservice (aws)Staatliche Förderstelle, die den Vertrag mit der OMV umsetzt
Projekt140 MW ElektrolyseanlageGrößenordnung: eines der größten H₂-Projekte in Österreich/Europa
StandortBruck an der Leitha (Nähe Umspannwerk Sarasdorf)Netzanbindung ist zentral, weil Elektrolyse viel Strom benötigt
Geplanter StartEnde 2027Wichtig für Planung, Genehmigungen, Bau und Lieferketten
Kapazitätbis zu 23.000 t grüner H₂/JahrRelevanter Beitrag für industrielle Dekarbonisierung
CO₂-Wirkung (OMV-Angabe)bis zu 150.000 t CO₂/Jahr wenigerDirekter Klimanutzen v. a. durch Ersatz von „grauem“ Wasserstoff
Transport zur RaffineriePipeline, ca. 22 km nach Schwechat (OMV-Angabe)Versorgungssicherheit und geringere Logistikemissionen
PartnerschaftGeplantes JV mit Masdar (49%) und OMV (51%)Finanzierung/Errichtung/Betrieb sollen gemeinsam erfolgen

Hinweise zum Thema – Standort Stärkung & mehr

  • Industrie braucht Wasserstoff – bisher oft „grau“: In Raffinerien wird Wasserstoff in Prozessen benötigt; „grün“ kann fossile Quellen ersetzen.
  • Stromnetz als Standortfaktor: Elektrolyse ist stromintensiv – daher Standortwahl nahe eines leistungsfähigen Netzknotens.
  • Förderlogik: Öffentliche Mittel sollen die Kostenlücke zwischen grünem Wasserstoff und fossilen Alternativen verkleinern und Investitionen auslösen.
  • EU-Rahmen: Die European Hydrogen Bank bewertet und empfiehlt Projekte, um den Hochlauf der H₂-Wirtschaft zu beschleunigen.

Was wird in Bruck/Leitha konkret gebaut?

Geplant ist eine Elektrolyseanlage mit 140 MW. Bei der Elektrolyse wird Wasser mit Strom in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten. Entscheidend ist: „Grün“ ist der Wasserstoff dann, wenn der eingesetzte Strom aus erneuerbaren Quellen stammt (laut OMV: Wind, Solar, Wasserkraft).

Warum sind „bis zu 123 Mio. €“ ein wichtiger Hinweis?

„Bis zu“ bedeutet: Es handelt sich um einen Maximalrahmen. Wie viel tatsächlich ausbezahlt wird, hängt in der Praxis typischerweise an Bedingungen (z. B. Produktion, Nachweise, Laufzeit, Einhaltung von Kriterien). Laut OMV handelt es sich um eine Produktionsförderung.

Was bringt das der Raffinerie Schwechat – und warum die Pipeline?

Die Anlage soll über eine direkte Pipeline-Verbindung Wasserstoff nach Schwechat liefern. Ziel ist, dort fossilen („grauen“) Wasserstoff in industriellen Prozessen zu ersetzen. OMV nennt als Effekt eine mögliche Einsparung von bis zu 150.000 Tonnen CO₂ pro Jahr.

Welche Rolle spielt Masdar?

OMV und Masdar haben ein Joint Venture angekündigt, das Finanzierung, Bau und Betrieb abdecken soll. Masdar soll dabei 49% halten, OMV 51%. Der Abschluss wurde/ wird an Zustimmung, Unterlagen und Genehmigungen geknüpft.

Worauf kommt es jetzt an (

  • Genehmigungen & Zeitplan: Großprojekte sind anfällig für Verzögerungen (Behörden, Bau, Lieferketten).
  • Stromverfügbarkeit & Preise: Die Wirtschaftlichkeit hängt stark von erneuerbarem Strom zu planbaren Kosten ab.
  • Markthochlauf: Abnehmer, Zertifizierung und langfristige Nachfrage entscheiden über Auslastung.

FAQ

Wofür genau sind die 123 Mio. Euro gedacht?

Laut OMV handelt es sich um eine Produktionsförderung für die geplante Anlage – also Unterstützung rund um die Erzeugung von grünem Wasserstoff (mit einem Maximalrahmen „bis zu“ 123 Mio. Euro).

Wo steht die Anlage genau?

In Bruck an der Leitha (NÖ), in Standortnähe zum Umspannwerk Sarasdorf, weil eine starke Netzanbindung nötig ist.

Wann soll die Anlage in Betrieb gehen?

Geplant ist die Inbetriebnahme bis Ende 2027.

Wie viel grüner Wasserstoff soll erzeugt werden?

OMV nennt eine Jahreskapazität von bis zu 23.000 Tonnen grünem Wasserstoff.

Woher kommt der Strom für „grün“?

Laut OMV soll erneuerbare Energie aus Wind- und Solarenergie sowie Wasserkraft genutzt werden.

Was passiert mit dem Wasserstoff?

Der Wasserstoff soll vor allem industriell eingesetzt werden – insbesondere in der OMV Raffinerie Schwechat, die über eine Pipeline angebunden ist.

Wie groß ist der Klimaeffekt?

OMV spricht von einer möglichen Einsparung von bis zu 150.000 Tonnen CO₂ pro Jahr (abhängig von Auslastung und Ersatz fossiler Quellen).

Wer ist Masdar und warum ist das relevant?

Masdar ist ein staatliches Unternehmen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten im Bereich erneuerbare Energie. Die Beteiligung (geplantes JV) soll Finanzierung, Bau und Betrieb des Projekts absichern.

Quelle

Alle Angaben ohne Gewähr

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