ORF-Journalisten verwahren sich gegen Postenschacher ORF/Milenko Badzic
16 Okt
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ORF-Journalisten verwahren sich gegen Postenschacher

Das Nachrichtenmagazin profil veröffentlichte Chat-Protokolle zu Partei-Postenbesetzungen im Öffentlich-Rechtlichen. Ein Phänomen, das lange Zeit „vermutet“, nun aber erstmals öffentlich gemacht wird.

Schwer verstimmt über die Hoheit der Parteipolitik im ORF sind ausgerechnet die Redakteure des Hauses. „Die partei-politischen Absprachen bei der Auswahl von Personal im ORF muss endlich aufhören“, fordert der Vorsitzende des Redakteursrates, Dieter Bornemann.
Ansetzen will der Redakteursrat beim Stiftungsrat. Wenn von 35 Mitgliedern 30 den Parteien zugeordnet werden und gerade einmal fünf Stiftungsräte als unabhängig gelten, spiele die Parteipolitik eine viel zu dominante Rolle.
Wenn ganze „Personalpakete" in Parteizentralen vereinbart würden und sich der Stiftungsrats-Vorsitzende auf angebliche Absprachen mit dem ORF-Generaldirektor berufe, dann führe das alle gesetzlich und intern vorgesehenen Ausschreibungen, Hearings und Bewerbungsprozesse im ORF ad absurdum.

Der Redakteursrat fordert daher einen transparenten Prozess bei der Besetzung des Stiftungsrates, mit anerkannten Experten statt parteinahen Mitgliedern. Die Freundeskreise sollen aufgelöst werden. An der Spitze stattdessen ein anerkannter oder eine anerkannte Medienexpert/in stehen. Zudem gehöre das Anhörungsrecht der Landeshauptleute ersatzlos gestrichen.