Die Gesprächsrunde im Halbkreis von links: Engelberg, Konzett, Löw, Mijnssen, Griss  Die Gesprächsrunde im Halbkreis von links: Engelberg, Konzett, Löw, Mijnssen, Griss Screenshot W24
29 Okt
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Ein kleines Jubliäum

… feierte der Podcast des Wochenmagazins Falter mit einem Thema, das es in sich hatte.

Es ging im 150. Podcast, den der Falter gemeinsam mit dem Wiener TV-Sender W24 produziert hat (und dem 613. Falter-Podcast insgesamt), um Korruption. Genau genommen um das Antikorruptionsvolksbegehren, das nach den jüngsten innenpolitischen Ereignissen begreiflicherweise einen veritablen Zulauf verzeichnet. Irmgard Griss, eine der Proponentinnen des VBs, ist in dem Podcast ebenso Gast bei Gesprächsleiter Raimund Löw wie Falter-IPo-Chefin Eva Konzett, der Österreich-Korrespondent der Neuen Zürcher Zeitung, Ivo Mijnssen, der gewissermaßen für die Außensicht sorgt, sowie der ÖVP-Abgeordnete Martin Engelberg als Verteidiger des ein bisserl in die Bredouille geratenen Ex-Kanzlers Sebastian „Es gilt die Unschuldsvermutung“ Kurz und seiner türkisen Truppe.
„Die Leute sind schon aufgewacht. Es ist nicht mehr ,Ja, mein Gott, is´ halt so’“, kommentierte Griss an der Initiative, die im Sommer noch lange vor den Enthüllungen um eine gekaufte Jubelberichterstattung in der Zeitung Österreich, die gezielte Demontage des früheren ÖVP-Vorsitzenden und Vizekanzlers Reinhold Mitterlehner und andere hässliche türkise Machenschaften gestartet worden war.
Selbstverständlich nahm die Debatte um Inseratenkorruption einen prominenten Stellenwert im Gespräch ein. Dabei bemühte Engelberg einmal mehr den in letzter Zeit oft von türkiser Seite strapazierten Spin, auch die Stadt Wien schalte viel in Medien - „mehr als das Bundeskanzleramt und die Ministerien zusammen“. Und er wiederholte die Anschuldigung, die Justiz agiere einseitig und parteipolitisch motiviert (Stichwort „rote Zellen“).
„Die ÖVP“, konstatierte Konzett, „schießt auf die Justiz wie auf eine Dartsscheibe in einem Dorfwirtshaus: Mit voller Wucht, von allen Seiten - und ziemlich ungenau.“
Mijnssen wiederum leistete Aufklärungsarbeit, indem er schlüssig und verständlich erläuterte, was schlecht daran ist, wenn öffentliche Mittel fast ausschließlich in den Boulevard fließen: „Das ist umso fataler, weil es eine Art von öffentlicher Diskussion befeuert, die von Verkürzung lebt, von Polarisierung und die maximal für kurzfristige Kampagnen tauglich sein kann.“
„Da muss man leider dazusagen“, ergänzte Griss, dass sich das perfekt mit den Interessen der Regierung Kurz gedeckt hat.“

 

Der Podcast kann hier gehört gehört und hier gesehen gesehen werden und wird morgen, Sa., um 10.30 Uhr auch im linearen TV auf W24 noch einmal ausgestrahlt.

 



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