Islami(sti)scher Terror - satirisch gesehen Screenshot, Charlie Hebdo
29 Okt
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Islami(sti)scher Terror - satirisch gesehen

Der Postillon zweifelt an der Stärke Allahs; Ankara geifert über Erdoğan-Satire.

Die Enthauptung des Lehrers Samuel Paty, das Messerattentat von Nizza und der versuchte Terrorakt in Avignon im Namen Allahs haben nicht nur Empörung ausgelöst, sondern auch die Satiriker auf den Plan gerufen. 

Der Postillon fragt sich, ob entweder der Gott der islamischen Terroristen zu schwach sei, um Ungläubige selbst zu bestrafen - oder aber das Morden gar nicht wolle. Am Ende steht kleingedruckt ein ernster Hinweis: Der Artikel sei „leider“, wie es hier dezidiert heißt, in ähnlicher Form bereits erschienen. Tatsächlich war bereits 2017 nach dem islamistischen Anschlag in Barcelona, der 14 Menschen das Leben kostete, eine ganz ähnliche Geschichte mit dem Titel „Gott der IS-Terroristen offenbar zu schwach, um Drecksarbeit selbst zu erledigen“ erscheinen.
ElV7lPaXUAAXJP Bekanntlich haben viele islamische Staaten den Mord an Paty gutgeheißen und den französischen Staatschef Emmanuel Macron, der das Verbrechen naturgemäß etwas anders beurteilt, schärfstens attackiert. Es wird der Beliebtheit Frankreichs in der islamischen Welt nicht wirklich dienlich sein, dass die Satire-Zeitschrift Charlie Hebdo nun eine Karikatur des streng islamisch orientierten türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdoğan veröffentlicht und auf dem Titelbild hat. Sie zeigt mit den Worten „Erdogan: Unter vier Augen ist er sehr lustig“, wie der Politiker in Hemd und Unterhose und einer Dose Bier in der einen Hand den Rock einer verschleierten Frau hochhebt und deren nackten Hintern offenbart und „Ooh, der Prophet“ Charlie Hebdo, das vor bald sechs Jahren durch einen islamistischen Terroranschlag 12 Mitarbeiter verloren hat, verwendet dieses Motiv sogar als Titelbild seines Twitter-Accounts. Muss man jetzt noch ein Wort über die Reaktionen aus Ankara verlieren? Muss man nicht.