Noch eine eher skeptische Stimme zu Home Office Screenshot Twitter
18 Sep
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Noch eine eher skeptische Stimme zu Home Office

„Die Kosten werden hoch sein“, warnt die renommierte Ökonomin Beata Javorcik in einem Kommentar im Handelsblatt.

Vor allem in deutschen Medien werden Stimmen lauter, die vor dem Trend zu Home Office warnen. So hat sich BranchenBlatt kürzlich ausführlich mit einen Blog des deutschen Journalisten und Unternehmensberaters Thomas Knüwer befasst, in dem dieser keine guten Perspektiven zeichnet, sollte denn der derzeit herrschende Home-Office-Trend weitergehen.

Untersuchungen, ziemlich egal welcher Herkunft, ergeben nämlich ein - wenn auch relativ knappes - Pro für Heimarbeit. Grosso modo favorisieren, so wird postuliert, ältere Arbeitnehmer, die bereits über eine Menge sozialer Kontakte verfügen, das Home Office. Die jüngeren aber, warnt Javorcik, Chefökonomin der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) und Professorin für Wirtschaft an der Universität Oxford, könnte der Trend zur Heimarbeit massiv benachteiligen, weil er auch Lernprozesse verlangsame und die Möglichkeiten, Kontakte zu knüpfen, beeinträchtige. Außerdem forciere Heimarbeit implizit die Erwartung von Arbeitgebern, ihr Personal sei jederzeit für sie verfügbar. Das könnte einmal mehr zu Lasten der Frauen ausfallen, die ohnedies schon den Großteil der Haus- und Erziehungsarbeit leisten.

Mit Knüwer ist Javorcik soweit d´accord, als auch sie einen Rückgang an innerstädtischen Büroflächen voraussieht. Das könne die Gastro und den Handel in diesen Lagen schwer treffen, es könnte auch, meint die polnische Ökonomin in ihrem Kommentar im Handelsblatt, zu einem Versickern von Kreativität führen. Allerdings sieht Javorcik auch einen positiven Effekt. Dass mit der Nachfrage nach Büroflächen auch die Mieten sinken, ist nicht allein ein sozial wünschenswerter Effekt, sondern könnte auch Jungunternehmen und Start-ups ermöglichen, sich in solchen Lagen anzusiedeln.