Wer fürchtet sich vor Little Italy und Chinatown? Archiv, bearb.
09 Sep
geschrieben von 

Wer fürchtet sich vor Little Italy und Chinatown?

„Wir wollen kein Chinatown und kein Little Italy“: Spott und Hohn für Susanne Raabs Sager nach der Präsentation des Integrationsberichts.

In New York sind Chinatown und Little Italy Nachbarn. Und wer je durch diese Teile im Südosten Manhattans flaniert ist - was übrigens ungefährlich ist -, wird schwerlich anders als beeindruckt gewesen sein. Notabene hat auch San Francisco eine wunderschöne, Vancouver eine sehr ansehnliche Chinatown. Bloß in Wien wollen wir sowas gar nicht. Auf jeden Fall nicht Susanne Raab, die Frauenministerin, die keine Feministin sein will, in ihrer Funktion als Integrationsministerin. Als solche hat sie gestern den aktuellen Integrationsbericht präsentiert und dabei die Bemerkung fallenlassen: „Wir wollen kein Chinatown und kein Little Italy“.
Man muss fairererweise sagen, dass dieses Zitat nicht direkt bei der Präsentation fiel, sondern im Rahmen des Pressegesprächs danach. An der, sagen wir einmal, Eigenartigkeit des Motivs ändert das allerdings auch kaum etwas. Hätte Raab von „Klein-Ankara“ oder „Little Kabul“ gesprochen, hätte sie unbezweifelbar Bezüge zur Realität aufrufen können - aber Italiener und Chinesen als Problemherde und Parallelgesellschaften, bloß weil es vielleicht griffig klingt???
Der publizistische Spott ließ nicht lange auf sich warten. Christian Nusser macht sich in seinem Blog „Kopfnüsse“ seinen Reim auf Raabs eindringliche Warnung:
„,Unser Zucker statt noch mehr Nudeldrucker’. 
Oder: ,Wachau statt Ni Hao“. 
Oder eher rustikaler: ,Lieber fohr i zur Zenzi als nach Florenzi’.
Natürlich ginge auch: ,Lieber Stau auf der Tangente als Peking Ente’.
Oder: ,Euer Valpolicella mocht uns a ned heller’. 
Oder: ,Mei Land statt Mailand’.
Oder: ,Lieber in die Wachau als ciao mit au’. 
Herbert Kickl wird sich in den Hintern beißen, dass er von der Reimfront abgezogen wurde.“
Die Tagespresse verulkt Raab als Little Vöcklabruckerin.

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Selbstverständlich gibt es viele Reaktionen auf Twitter. FPÖ-Chef Norbert Hofer beeilt sich, die Steilvorlage anzunehmen:

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Ansonsten findet sich die übliche Gemengelage an Anregungen, Horrorbildern und feinen Beobachtungen…

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