Deutsche Verleger glauben an Turnaround BDZV
06 Feb
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Deutsche Verleger glauben an Turnaround

Trendumfrage: Noch 5 Jahre, dann haben digitale Erlöse die Printverluste kompensiert.

5 Jahre wird´s noch bergab gehen - dann sollte die Umkehr geschafft sein: So sieht der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) gemäß einer von der Unternehmensberatung Schickler erhobenen repräsentativen Befragung seiner Mitglieder plus einiger Digital Publisher die nahe Zukunft. Im Jahr 2025 werden, so rechnet zumindest knapp mehr als die Hälfte der deutschen Verleger (54 Prozent), die digitalen Erlöse die Verluste am Printsektor wettgemacht haben. Nur knapp weniger, nämlich 46 Prozent, hält allerdings auch diesen Zeitpunkt noch für verfrüht. 

Bildschirmfoto 2020 02 06 um 09.34.05Realistischerweise kann die Branche zumindest damit rechnen, dass die digitalen Erlöse in den nächsten Jahren steigen werden. Ihrer eigenen Einschätzung nach sollen die digitalen Vertriebserlöse (Abos, Paid Content, E-Paper) schon 2020 im niedrigen zweistelligen Bereich zulegen, die digitalen Werbeerlöse um 7 Prozent. Bei Print sehen die Verleger kein Land mehr, sowohl bei Abos wie auch Werbung erwarten sie Einbußen von 4 Prozent.
Wie ein Bericht des Branchendienstes meedia.de herausstreicht, konzentrieren sich die Strategien der deutschen Verleger bereits ganz auf das digitale Geschäft. Dabei setzen sie im Sinne von Leserbindung auch stark auf Newsletter und Podcasts. Diese Digitial-first-Strategien fallen, wie relativierend erwähnt werden muss, großen Verlagshäusern leichter als kleinen, die nicht in Netzwerke eingebunden sind und teilweise auch auf ihren regionalen Märkten noch weniger Problemdruck verspüren. Dieses Problems will sich der BDZV noch gesondert annehmen.
In Deutschland ist der Umstieg zu Paid Content etwas früher erfolgt als in Österreich. Derzeit liegt der Anteil von Paid Content in Tageszeitungen bei 31 Prozent; in drei Jahren soll er die 50 Prozent-Marke erreicht haben.