08. Juli 2021

Der Buh-Mann

Jetzt ist er schon wieder in aller Munde. Der ungarische Premier Viktor Orbán hat es geschafft, die „liberalen“ Gazetten in der EU gegen sich aufzubringen. Dazu musste er nur ein Inserat schalten, in dem er seine Zukunftsvision der EU von sich gab. Und die heißt: Weniger Migranten, mehr national, EU soll sich auf die Wirtschaft konzentrieren, die Gremien dort agierten autoritär und würden über die Nationalstaaten drüberfahren. Soweit, so gut. Mittlerweile dürfte sie ja bekannt sein, die Idee der illiberalen Demokratie, die in Ungarn umgesetzt werden soll. Demokraten haben damit zwar ein Problem, doch so viele gibt es ja auch nicht mehr. In Ungarn. Und in der EU.

Wie im April: Gewaltiges Nächtigungsplus gegenüber Vorjahrszeitraum, aber mickrig im Vergleich zu Vor-Krisen-Zeiten.

Gemessen an der Einwohnerzahl. Regierung blockiert Berichterstattung.

Österreichs östliches Nachbarland wird selten genannt, wenn es um fatale Corona-Hotspots geht. Aber bezogen auf die Einwohnerzahl hat Ungarn die weltweit Todesopfer der Pandemie zu beklagen, wie das Webportal des Nachrichtensenders ntv kürzlich berichtet hat. Das liegt zum einen daran, dass sich die Zahl, absolut betrachtet, mit rund 27.000 mickrig ausnimmt - setzt man sie allerdings in Relation zu nur 9,77 Mio Einwohnern, kommt man auf eine Fatalität von 280 pro 100.000 Einwohnern. Zum anderen unterbindet die Regierung unter Orbán Viktor die Veröffentlichung solche Nachrichten.
Jedenfalls hat Ungarn relativ eine deutlich höhere Rate an Corona-Toten als die USA, die im absoluten Maßstab die höchste Opferzahl (577.000) verzeichnen. Das trifft indes auch auf andere osteuropäische Länder wie Slowenien, die Slowakei und Tschechien zu, die ebenfalls horrend hohe Sterblichkeitsraten aufweisen. Abzuwarten bleibt freilich, wie sich die Lage in Corona-Hotspots wie Brasilien oder Indien, die das Ärgste vermutlich erst vor sich haben, entwickelt.

 



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