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17 Mai
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JVP-Missklang

Wem am Samstag besonders fad war, der konnte die TVthek bemühen und dort einen Parteitag verfolgen. Zwei Stunden lang lobten sich die jungen Türkisen und wählten auch noch eine Obfrau.

Mit dabei war aber auch Prominenz aus dem Parlament. August Wöginger und natürlich JVP-Geilomobil-Lenker Sebastian Kurz. Immerhin sammelte der seine Truppe in dieser Organisation ein. Und nutzte seine Zeit, über die böse Opposition zu lamentieren, die ihn nun auch noch vor Gericht zerre.
Im Prinzip eine Parteiveranstaltung, wie bereits schon so viele über die Bühne gingen. Dass sie allerdings vom Öffentlich-Rechtlichen live übertragen wurde, wenn auch nur in der TVthek, stieß vielen sauer auf. In erster Linie der Opposition. Die nun gleich anfragen ließ, ob ihre Jung-Parteitage auch live ans Publikum übermittelt würden. Thomas Prantner, stellvertretender Online-Direktor, verteidigte naturgemäß das Vorgehen. Der ORF strahle immer wieder unkommentierte Livestreams von Veranstaltungen oder Pressekonferenzen aus.
Der ORF-Redakteursrat sieht das offenbar nicht so gelassen. Aus seiner Sicht gab es keinen relevanten journalistischen Grund, den Parteitag zu übertragen. „Wir halten fest, dass die Entscheidung zur Übertragung des JVP-Parteitages in der TVThek nicht von der Redaktion des Aktuellen Dienstes getroffen wurde, sondern vom Vize-Direktor der Technischen Direktion, Thomas Prantner“, so der Rat in seinem Statement.
Weiters heißt es, Liveübertragungen von Parteienveranstaltungen wären gerechtfertigt, wenn redaktionell wichtige Inhalte zu erwarten wären. Dann würde man auch mit einem eigenen Kamerateam vor Ort sein. Dies jedoch sei hier nicht der Fall gewesen. Man habe das Signal direkt von der ÖVP übernommen, inklusive einem Werbespot für die JVP. „Es entsteht der Eindruck der politischen Wunscherfüllung und das schadet der Glaubwürdigkeit unserer Berichterstattung“, so die Kritik des Redakteursrates.

 



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