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30 Mär
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Die Rache des Verjagten

Nach dem unrühmlichen Abgang von Donald Trump haben einige renommierte US-Medien beträchtlich an Quote und Reichweite verloren (nicht aber Twitter).

Es ist schon mehrfach und zu Recht spekuliert worden, dass Donald Trump auch Gegnern nach dem Ende seiner Präsidentschaft abgehen würde. Er selbst hat das ja auch schon früh in seiner Präsidentschaft thematisiert: Ohne ihn, so hat er 2017 prophezeit, würden die Quoten der Medien einbrechen. Und in diesem Punkt hat The Donald, wie´s aussieht, recht behalten: Augenscheinlich ist´s in der US-Politik ohne den erratischen Irrsinn des Häuslbauers doch ein bisserl fad. Denn wie einige deutsche Medienportale, hier etwa Meedia, melden, bescheinigt eine Erhebung des Marktforschers Nielsen einigen Medien, die gut mit ihrer Opposition zu Trump und durchaus auch mit dessen Gegeifer von wegen „Fake News Media“ gelebt haben, beträchtliche bis massive Einbrüche: Der negative Spitzenreiter ist in dieser Hinsicht CNN, das in den vergangenen fünf Wochen in der Primetime satte 45 Prozent verloren hat. Bei MSNBC beliefen sich die Einbußen zur besten Sendezeit über den selben Zeitraum auf 26 Prozent. „Gewinner“ bei den TV-Unternehmen ist Trumps einstiger Haus- und Hofsender Fox News, indem er nur sechs Prozent seit Jahresbeginn verloren hat.

Nicht gut sieht´s auch bei den Online-Zugriffen auf die Portale großer Zeitungen aus: Die Washington Post büsste im Februar verglichen mit Jänner 26 Prozent Unique Visitors ein; die New York Times, die sich die letzten Jahre über konstant wachsende Zahlen an digitalen Abonnenten freuen konnte, verlor 17 Prozent. Hier alarmiert auch der Vorjahresvergleich: Denn gegenüber Februar 2020 beträgt der Rückgang beträchtliche 16 Prozent. Die Aktie der New York Times Company notiert bei umgerechnet nicht ganz 42 Euro - gegenüber einer Spitze von 47 Euro am 27. Jänner dieses Jahres.

Twitter hat die Folgen der lebenslangen Sperrung Trumps zunächst ebenfalls am Aktienmarkt zu spüren bekommen. Von 11. Jänner bis zum 27. Februar folgte dann aber eine fast ungebremste Kurssteigerung von 34 auf fast 65 Euro. Nach einem relativ harschen Absturz auf 50 Euro hält die Aktie derzeit bei 53 Euro. Anders als vielfach erwartet, hat sich der Rauswurf des Ex-Präsidenten aber nicht auf die Userzahlen ausgewirkt. Die aktuellsten, bis Ende Jänner reichenden Bilanzen wiesen weitere Zuwächse aus.

 



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