Sponsoring zieht wieder an Pixabay
16 Feb
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Sponsoring zieht wieder an

Insgesamt neun Prozent an Werbewert büßte der Sponsormarkt im Jahre 2020 ein. Klingt viel. Aber: Da waren 2019 auch noch eine Schi-WM und eine Nordische WM.

Bereinige man die Zahlen um diese Effekte, habe der Markt sogar um vier Prozent zugelegt, überrascht Focus-Chef Marcel Greil anlässlich der Präsentation des SponsorFOCUS.
Näher betrachtet zeige sich das Jahr 2020 nämlich sehr zweigeteilt. Nach gutem Beginn geht es bis Mitte März dann relativ normal. Der Lockdown bringt das Geschäft bis Ende Mai dann zum Erliegen. Minus 78 Prozent lautet da die Verlustbilanz. Mit Anfang Juni geht es dann aber bergauf, wobei die Kurve immer über dem Vorjahr zu liegen kommt. Ein wesentlicher Grund war natürlich die Wiedereröffnung der Bundesliga, die über den ganzen Sommer spielte. Hinzu kam die Formel 1 mit zwei Rennen in Spielberg und der Schisport, der ebenfalls viele heimische Veranstaltungen 2020 aufwies. Rechnet man noch Schispringen dazu, dann hat man auch gleich alle vier Sportarten, die für 80 Prozent des Sponsorwerbemarktes zuständig sind.
Und einige konnten gegenüber dem Vorjahr kräftig zulegen. Etwa Handball, das mit einem Plus von 58 Prozent auffällt. Verantwortlich dafür zeichnet die entsprechende WM, in der auch Österreich Außenseiterchancen hatte. Um 22 Prozent stieg der Markt in der Formel 1 an und um 10 Prozent im Tennis. Dort ist es vor allen Dominic Thiem, der für das entsprechende Umfeld sorgt.
Immerhin ist Tennis sowie Formel 1 oder der alpine Schiweltcup ein Fernsehsport. Das Medium ist überhaupt das wichtigste Mittel, um die Sponsoring-Präsenz an die Zuseher zu bringen. 749 Mio. Euro Sponsorwerbewert wurde dort im vergangenen Jahr erzeugt. Im Print waren es 231 Mio. Euro, Online-Bilder generierten 62 Mio. Euro.
Der Top-Event ist nach wie vor der alpine Schi-Weltcup, der 35 Prozent des Werbewertes generiert. Und zwar zu 90 Prozent über den ORF. An zweiter Stelle steht Formel 1 vor der Bundesliga, die dann auch schon zu großen Teilen im Print stattfindet. Überwiegend im Print spielt sich als einzige Sportart unter den Top Ten die Eishockeyliga ab.
Die Top-Ereignisse des Vorjahres führt dann auch der Nachtslalom in Schladming an. Er generierte 15,1 Mio. Euro an Bruttowerbewert mit 191 sichtbaren Sponsorlogos. Auf immerhin 13,6 Mio. Euro, allerdings mit 278 Sponsorlogos, brachte es der Formel 1 GP von Österreich. Das Match Schwartzman gegen Thiem bei den French Open generierte 9,6 Mio. Euro mit 28 sichtbaren Sponsorlogos.

Die Top-Sportler
Dominic Thiem war auch tatsächlich einer der fleißigsten im vergangenen Jahr, was Sponsorwerbewert betrifft. So konnte er sich im Focus-Sportlerranking auch vom zweiten auf den ersten Platz nach vor schieben. Immerhin 8,9 Mio. Euro hat er generiert. Vom siebten auf den zweiten Rang stößt Matthias Mayer vor, der 3,7 Mio Euro Werbewert auslöste. Fest am dritten Platz positioniert ist Vincent Kriechmayr mit 3,2 Mio. Euro. Dahinter folgt Marco Schwarz vor Stefan Kraft. Als erste Frau findet sich Katharina Liensberger auf Platz Neun.
Das Ranking der Marken führt Audi mit 40,7 Mio. Euro an Werbewert an. Red Bull investiert 22,6 Mio. Euro und BWT 11,2 Mio. Euro. In erster Linie, und zwar zu 32 Prozent, wird in Dressen investiert. 13 Prozent machen die Kopfsponsoren aus, 10 Prozent Einzelsportgeräte. Und zu fünf Prozent wird in Mannschaftssportgeräte investiert.
Focus erhob zudem, welche Wirtschaftsbereiche sich von Sponsoring den größten Werbeeffekt erhoffen. Angeführt wird das Rennen ganz klar von Freizeit/Sport. Zu 76 Prozent setzt die Branche auf Sponsoring, für die Klassik bleiben da gerade einmal 24 Prozent. Ziemlich ausgeglichen der Energiesektor mit 52 Prozent. Textilien und Bekleidung investieren 42 Prozent in den Kanal, Getränke 40 Prozent.
Am anderen Ende der Skala findet sich etwa Kosmetik und Pharmacie, wo gerade einmal ein Prozent für Sponsoring freigeräumt wird. Auch bei Handel und Versand sind es nur zwei Prozent, ebenso wie im Wirtschaftsbereich Reinigung.

 

 



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