Focus: Durchschnaufen im August Pixabay
25 Sep
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Focus: Durchschnaufen im August

Trotz Corona legte der Werbedruck im heißen Ferienmonat um insgesamt 3,3 Prozent zu.

Above the Line lag um 0,7 Prozentpunkte über dem Vergleichszeitraum des Vorjahres, so die Beobachter von Focus Media Research. Die Aussagekraft dieser Momentaufnahme ist allerdings dürftig. War es doch kein August wie in den Vorjahren. Viele blieben zu Hause, Sportereignisse wurden nachgeholt und Naherholungsgebiete aufgesucht. Und: was jetzt noch kommt, weiß kein Mensch.
Jedenfalls war es einmal ein August zum Durchschnaufen für die Werbebranche. Besonders freuen durfte sich naturgemäß Digital. Das Medium leidet am wenigsten unter der Krise. Fett zugelegt hat auch Außenwerbung. Und Below the Line-Aktivitäten wurden gegenüber dem Vorjahr verstärkt. Also Direkt Mailing und Promotions. Es war eben ein anderer August.
Konkret pendelten sich die Werbeaktivitäten im Hörfunk bei einem Plus von 29,7 Prozent ein. Der ORF profitierte davon mit 32,4 Prozent Plus etwas mehr als die Privaten (26,9 Prozent). Online ohne SEO und Social Media steigerte sich um 13,5 Prozent. Außenwerbung verzeichnete um 12,6 Prozent mehr Aktivitäten als im August des Vorjahres. Und TV noch um 6,9 Prozent mehr. Wobei hier der ORF eine Steigerung um 18,7 Prozent verzeichnete, die Privaten hingegen nur um 2,3 Prozent. Zu den Verlierern zählt Print mit 9 Prozent Minus. Hier sind es vor allem die Illustrierten und Magazine (-23,5 Prozent), die abbissen. Aber auch die Regionalen Wochenzeitungen mit minus 18,8 Prozent. Noch immer in der Krise befindet sich auch das Kino mit einem Minus von 66,1 Prozent.
Wer waren nun die Big Spender im August? Das Verteidigungsministerium erhöhte seine Aktivitäten gleich um über 2.000 Prozent, ebenso wie Triple A, Philoro, Wüstenrot, die ÖBB oder die Linz AG. Nespresso erhöhte den Werbedruck um 1674,8 Prozent, Huawei seinen um 1185,6 Prozent. Das Rote Kreuz steigerte sich um 1075,3 Prozent und Hofer Reisen um 544,5 Prozent.
Auf der Bremse stand dagegen die Erste Bank, die ihre Werbeaktivitäten um 64,4 Prozent zurücknahm. Gefolgt von Generali mit minus 53,5 Prozent und Coca-Cola mit minus 49,4 Prozent. Die Brau Union bremste sich um 46,8 Prozent ein, Raiffeisen um 42,3 Prozent und SodaStream um 37,4 Prozent.
Insgesamt wurden im August Werbeaktivitäten im Wert von 324,7 Mio. Euro gesetzt. Kumuliert waren es in diesem Jahr 3,151 Mrd. Euro. Um 12,6 Prozent weniger als im Vorjahr.

Bei allen Werten handelt es sich um Bruttowerte