Focus: Das Jammertal zieht sich Pixabay
24 Jun
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Focus: Das Jammertal zieht sich

Trotz vieler Lockerungen bleibt die Wirtschaft auch im Mai extrem angespannt.

Das lässt sich deutlich an der Werbebilanz der Beobachter von Focus Media Research ablesen. Denn das Minus bleibt ziemlich unverändert. Auch im Mai lag der Werbedruck der Above the Line-Maßnahmen um 24 Prozent unter dem Mai des Vorjahres. Direct Mailings büßten gegenüber dem Monat des Vorjahres 13,6 Prozent ein, Sponsoring 67,3 Prozent. Der Rückgang im Below The Line-Bereich fiel damit etwas weniger stark aus als noch im April.
Getroffen hat es alle Mediengattungen bis auf Hörfunk. Der konnte sogar um 2 Prozent zulegen. Zu verdanken ist das den Privaten, in dessen Sendern der Werbedruck gegenüber Mai 2019 um 9,2 Prozent zunahm. Während er beim ORF um 4,1 Prozent abnahm.
Online ohne Social Media, Search Engine und andere Spezialwerbung nahm um 8,4 Prozent ab. TV folgt mit 23,3 Prozent, wobei hier der ORF mit einem Minus von 19,6 Prozent weniger stark abbiss als die Privaten mit 24,9 Prozent. Gerade hierfehlten die Klassiker. Keine Bundesliga, kein Champions-League-Finale, keine Show, kein Tennis.
In der Presse insgesamt ging der Werbedruck um 25 Prozent zurück, wobei es hier die Illustrierten/Magazine mit minus 4,6 Prozent besonders traf. Die Außenwerbung rollte im Mai langsam an, verzeichnete insgesamt einen Rückgang von 50,6 Prozent. Am besten lief da noch Transport, das nur 4,3 Prozent einbüßte. Allerdings auch nur einen geringen Umfang hat. Digital Out of Home schrieb minus 40,4 Prozent an, das klassische Billboard minus 48,4 Prozent.
Die Bremser kamen in erster Linie aus dem Sektor der Markenartikler, die ihren Werbedruck um 41,3 Prozent abbremsten. Die Dienstleister nahmen sich um 19,1 Prozent zurück, Investitionsgüter um 16,7 Prozent, Medien um 13,5 Prozent und Handel + Versand um 10,4 Prozent. Der Bereich Sonstiges büßte 32,7 Prozent ein.
Wer waren dann die Werbepusher in dem Monat? Ganz zuoberst Tourismusverbände. Sowohl der SalzburgerLand Tourismus als auch die Kärnten Werbung weiteten ihren Druck um mehr als 1.000 Prozent aus, ebenso wie Tripple A Sales und die Wiener Ärztekammer. Um 429,6 Prozent legte die Tenne zu, um 420,6 Prozent Liqui Moly. Erst dann folgen bekanntere Namen. Etwa ProSiebenSat.1 Puls 4, das um 344,8 Prozent zulegte, A1 mit 318,1 Prozent, Palmers mit 268,5 Prozent und das BMLV mit 210,8 Prozent.
Die Werbebremser führt Schwarzkopf & Henkel an, die 58,5 Prozent aus ihrem Werbedruck rausnahmen. 55,1 Prozent waren es bei Erste Bank und 54,6 Prozent bei Unilever. Das BMDW verzeichnet ein Minus von 54,3 Prozent, Delikatessa minus 50,1 Prozent, Reckitt Benckiser minus 46,8 Prozent und McDonald’s minus 44,1 Prozent.
Insgesamt wurden im Mai brutto gerechnet 285,781 Mio Euro in Above the Line investiert. In Below the Line waren es 58,756 Mio. Euro.
In der Kumulation liegt der über Above the Line-Maßnahmen erzeugte Werbedruck brutto bereits 12,7 Prozent hinter dem Vergleichszeitraum des Vorjahres. Im Bereich Below the Line sind es 28,5 Prozent. So wurden 2020 bisher 1,420 Mrd. Euro in Above the Line investiert. Ein Anteil von 68,6 Prozent an den Gesamtmaßnamen. Die restlichen 31,4 Prozent oder 909 Mio. Euro gingen an Below the Line.
An dieser Stelle sei noch einmal festgehalten, dass es sich bei allen Werten um Bruttowerte handelt.


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