Der Erleuchtete hat zwar an Glanz verloren - aber die Umfragen  verheißen ihm Gutes  Der Erleuchtete hat zwar an Glanz verloren - aber die Umfragen verheißen ihm Gutes Parlamentsdirektion / Photo Simonis
10 Aug
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Shorty schwebt im Aufwind

August-Umfrage von Unique Research: ÖVP und FPÖ legen zu, SPÖ verliert, Stagnation bei Grünen.

Neuer Monat, neues Glück - zumindest aus Sicht der ÖVP: die Augustumfrage des Meinungsforschungsinstituts Unique Research für das Magazin profil, wie immer als Podcast nachzuhören, bestätigt die Trendumkehr der letzten Monate. Sprich: Die ÖVP hat trotz Korruptionsskandalen, Postenschacher und ähnlicher Kalamitäten weiter Aufwind und erreicht mit 35 Prozent ihren besten Wert seit Jänner dieses Jahres. Die von parteiinternen Querelen und unklugen Statements gepeinigte SPÖ trudelt weiter und büßt wieder 1 Prozent auf 21 ein, die FPÖ bestätigt mit 2 Prozent auf 19 die Aufwärtstendenz vom Juli, die Grünen als ergebener Steigbügelhalter der Türkisen stagnieren bei 12 Prozent, NEOS verlieren leicht auf 11 Prozent.
Den Stillstand der Grünen erklärt Unique Research-Leiter Peter Hajek damit, dass mittlerweile jede Partei eine Position für deren Kernthema, den Klimawandel, habe: „Jetzt sagen Wähler*innen, meine Partei hat ja was zu dem Thema im Angebot und mir sind andere Themen ebenfalls wichtig. Da haben die Grünen nichts anzubieten, andere schon, und dementsprechend gebe ich den Grünen nicht meine Stimme. Der zweite Punkt ist: Die Grünen haben natürlich immer unangenehme Wahrheiten auszurichten. Und das ist für uns Menschen nicht angenehm - wir sind ja eine große Verdrängungsmaschine."
An einen Durchmarsch der Freiheitlichen unter Herbert Kickl glaubt Hajek nicht, ebensowenig sieht er einen Absturz der SPÖ - auch habe er nie die SPÖ schon bei 26, 27 Prozent gesehen, wie das vor einigen Monaten einzelne Umfragen schon getan haben. Ihr Problem: „Die Sozialdemokratie hat keine Themenführerschaft und sie braucht ein, zwei Felder, wo sie Themenführerschaft hat.“
Dass die SPÖ hinter die Freiheitlichen fällt, glaubt der Meinungsforscher nicht, allerdings wird sie gegen die Kurz-ÖVP, so diese kein gröberes Problem bekommt, lange Zeit kein Land sehen.

In der Kanzlerfrage hat Sebastian Kurz so wie seine Partei 1 Prozent zugelegt, liegt aber mit 29 Prozent noch immer deutlich unter seinen normalen früheren Werten, und weit unter seinen Werten in der ersten Pandemiephase. „Die Menschen sind nicht mehr so angetan von Kurz wie sie es früher waren. Den Nimbus als Wunderwuzzi hat er verloren. Er ist in den Mühen der Ebene angekommen - immerhin ist er seit 4 Jahren Bundeskanzler. Er hat an Glanz verloren. Aber ihm geht´s wie Red Bull Salzburg in der österreichischen Fußball-Bundesliga - er hat halt keine Konkurrenz.“

 



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