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profil-Umfrage Juni ´21: Kaum Neues Unique research
14 Jun
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profil-Umfrage Juni ´21: Kaum Neues

Wenig Änderungen gegenüber Mai zeigen - vordergründig - in diesem Monat die Erhebungen von Peter Hajeks Institut Unique research für das Nachrichtenmagazin.

Die reinen Zahlen sprechen für Stagnation: Gegenüber der Erhebung vom Mai 2021 hat die ÖVP ein undramatisches Prozent eingebüsst und hält jetzt bei 33 Prozent. Der kleine grüne Regierungspartner indes legt ein Prozent zu und erreicht derzeit 13 Prozent.
Über ein Prozent mehr als im Mai dürfen sich auch die NEOS freuen (nunmehr 11 Prozent). Unverändert bleiben die beiden größeren Oppositionsparteien SPÖ (23 Prozent) und FPÖ (18 Prozent).

In der Kanzlerfrage ist Sebastian Kurz auf seinen Tiefststand vom April dieses Jahres gefallen und liegt bei 27 Prozent. Damit liegt er zwar weiter unangefochten voran - zumal SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner als seine schärfste Konkurrentin zwei Prozent eingebüsst hat und bei mageren 13 Prozent hält - aber es mehren sich die Indizien, dass Kurz nur mehr die türkise Kernklientel erreicht und an fraktionsübergreifender Strahlkraft massiv eingebüsst hat. Da sei vermutlich unwiederbringlich vorbei, war am Donnerstag der Tenor bei Ingrid Thurnhers Live-Talk in ORF III. Auf die immerhin noch immer 33 Prozent ÖVP-Währler*innen könne Kurz indessen fest zählen, erklärt Unique research-Chef Peter Hajek, der wie jeden Monat die Erkenntnisse der Erhebung im profil-Podcast diskutiert: „Sie mögen vielleicht die Chat-Protokolle nicht besonders schätzen, aber die harte Haltung des Bundeskanzlers in der Migrationspolitik, seine konservative Steuerpolitik und sein Auftreten.“
Keine übertrieben gute Idee sei dagegen der Vorstoß Rendi-Wagners gewesen, Migranten die Einbürgerung zu erleichtern. „Es gibt gute Gründe, dass man die Hürden für die Staatsbürgerschaft verringert - siehe Gebühren, siehe Länge der Einbürgerungsverfahren und was sonst noch dazukommt. Aber: Wenn die Sozialdemokratie das ändern will, dann muss sie die Menschen dabei mitnehmen. Und wir wissen, dass die Menschen in Österreich einen sehr konservativen Zugang zum Thema Staatsbürgerschaft haben. Sie erwarten, dass sich Migranten aktiv um die Staatsbürgerschaft bemühen müssen. Und wenn ich nun der Meinung bin, dass das geändert gehört, muss ich die Wählerschaft erreichen. Zuerst meine eigene Wählerschaft, dann auch andere Gruppen, sonst ist es ja wieder nur Minderheitenprogramm. Und dann darf ich´s nicht in dieser Situation hinausspielen und hier der angeschlagenen Regierung die Möglichkeit zu einem Ablenkungsmanöver bieten. Fleischmann & Co werden sich gefreut haben.“

Anders als der Mainstream der „politischen Beobachter“ beurteilt Hajek die Grünen: „Ich bin ja der Meinung, dass die Grünen einen formidablen Job in der Regierung machen. Die Grünen wissen, dass Neuwahlen dem Land nicht gut tun würden. Man muss sagen, sie haben schon eine Staatsräson. Ich finde ihre Haltung bemerkenswert. Bezeichnend ist auch, dass man den Grünen auch von ÖVP-Wähler*innen-Seite eine gute Arbeit attestiert. Umgekehrt (Grün-Wähler*innen über ÖVP, Anm.) ja weniger“.
Auch beim freiheitlichen Konflikt zwischen dem zurückgetretenen Parteiobmann Norbert Hofer und dessen logischen Nachfolger Herberbert Kickl weicht Hajek etwas von der gängigen politischen „Lehre“ ab: „In Wirklichkeit ist der politische Unterschied zwischen Kickl und Hofer marginal. Diese Bild von Kickl als dem harten Rechten und Hofer als gerade mal Mitte rechts, eigentlich fast schon links Stehenden ist eine Chimäre. Inhaltlich passt zwischen die zwei nicht viel - sie haben nur ein unterschiedliches Auftreten. Die Menschen, die sich zu den Freiheitlichen bekennen, sind gestandene Rechte. Gestandene Rechte heißt, wohlgemerkt, nicht Rechtsextreme! Sondern: Das sind Menschen, die können insbesondere mit Rot und Türkis nicht und haben keinen anderen Hafen. Ob da vorne Herbert Kickl oder Norbert Hofer ist, ist für diese Menschen fast nicht mehr von Belang.“

 

 

 



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