20. November 2020

Da steigt der Blutdruck

Eigentlich habe ich mich entschlossen, mich nicht mehr zu Corona zu äußern. Das Thema ist dermaßen präsent, dass es mir schon beim Anblick der Nachrichten den Blutdruck in die Höhe treibt. Tägliche unnötige Pressekonferenzen, einen Blick in andere Länder, das Bejubeln jener „Demokratien“, die doch so gut durch die Pandemie kommen – und dann sind die Nachrichten auch schon wieder aus. Nein danke, brauch ich nicht.
Doch leider ist Corona nicht nur ein medizinisches Thema. Es ist auch ein zutiefst gesellschaftspolitisches geworden. Und eines, hinter dem sich viel verstecken lässt. Denn an einem komme ich leider nicht vorbei. Und das ist das tägliche Anschwärzen, Beschimpfen, Beschuldigen, Heruntermachen der Bevölkerung.

Es war von vorneherein ein schlechtes Verhältnis. Das Gros der Medien konnte nicht nachvollziehen, dass das jetzt echt passiert war. Man schien sich sogar zu schämen. Dass die Landsleute wirklich so sind, wie sie sind. Korrespondenten schlugen nicht nur die Hände über dem Kopf zusammen. Sondern konnten auch eine gewisse Häme nicht mehr verbergen. Es war geschehen, was eigentlich nicht hätte passieren dürfen: Donald Trump hatte das Rennen um die Präsidentschaft gewonnen. Der Mann, der in der Öffentlichkeit auftritt, als wäre er noch immer in seiner Serie Hire and Fire. Der seine Präsidentschaft genauso anlegte: Mit Bauchgefühl und großer Schnauze.

28. Oktober 2020

Verkehrte Welt

Es ist erstaunlich, was ein paar Monate anrichten können. Zuerst musste Ibiza verdaut, dann mit einer „Beamtenregierung“ Ruhe und Zuversicht dem Lande zurückgegeben werden. Schließlich trat eine Regierung in neuer Farbenmixtur an. Sicherlich ging diese Manche gegen den Strich, andere zeigten sich skeptisch, dass dieses Projekt mehr als einen Monat überstehen könnte. Doch im Großen und Ganzen deutete sich eine gewisse Rückkehr zur Normalität an. Keine brachiale Sprache mehr, keine rassistischen Ausfälle, so zumindest die Hoffnung.
Doch dann kam – eh schon wissen. Was dann passierte: Angst, Panik und vor allem: ein sehr monothematisches Jahr. Dahinter allerdings setzten sich Dinge in Gang, drehten sich Rädchen – man möchte fast sagen – zurück, und plötzlich stehen Themen an der Tagesordnung, über die man vor einem Jahr noch den Kopf geschüttelt hätte.