Die GIS-Falle Pixabay
12 Feb
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Die GIS-Falle

Aufregung in der Fachpresse. Wenn der ORF Player endlich fertig ist, will General Alexander Wrabetz dafür auch GIS-Geld. Ein in der Tat teuflisches Unterfangen. Denn wie bei allem lautet die Frage: Wo hört das auf, wo ist die Grenze?
In der Regel muss man davon ausgehen, dass ein ORF-General bekommt, was er will. Auch wenn Wrabetz in einer politisch heiklen Situation die Wiederwahl anstrebt, könnte sie ihm locker gelingen, wenn er vor den Türkisen tief genug in die Knie geht. Derzeit deutet sich kein Gegenkandidat an, und – Wrabetz ist gut kalkulier- und lenkbar. Was heißt das nun für die GIS? Muss man die jetzt auch für den Internetanschluss zahlen?

Ein heikles Unterfangen. Denn der Anschluss hat absolut nichts mit dem Öffentlich-Rechtlichen zu tun. So wäre eine derartige Verbindung äußerst an den Haaren herbeigezogen. Würde wohl auch einigen Protest und gerichtliche Auseinandersetzungen nach sich ziehen.
Doch Wrabetz selbst sprach nur vom ORF-Player. Also einloggen per GIS-Kennwort. Ein Unterfangen, mit dem Viele leben könnten. Wobei sich dann auch die Frage stellen wird: Wird es einen Tarif für rein digitalen Empfang geben? Also eine Art Digitalabo?
Darauf läuft der Vorschlag letztendlich hinaus. So, wie Netflix, Disney+ oder Paramount+ abonniert wird, wird das eben zukünftig auch der ORF. Man zahlt für das, was man sehen will. Soweit, so logisch.
Die Forderung haben jedoch auch alle, die schon jetzt keine GIS-Gebühren zahlen wollen. Weil sie ORF nicht mehr schauen. Und die predigen schon seit Jahr und Tag: Wer schaut, soll zahlen, wer nicht, eben nicht. Genau das Argument, das nun Wrabetz aufgreift. Geht es jedoch um den klassischen Fernseher, rückt man von der veralteten Konnexion zwischen Rundfunkempfang und ORF, die aus den Jahren des Monopols stammt, nicht ab. Verständlich. Da würde man viel Geld verlieren. Und mit der GIS für Streaming will man ja eigentlich zusätzliches Geld verdienen.
Der Sack ist allerdings jetzt aufgemacht. Wenn es ein Digital-Abo gibt – und etwas anderes ist wohl nicht vorstellbar, außer man geht den Weg einer Haushaltsabgabe – dann bröckelt auch die Argumentation für GIS-Pflicht bei Fernseher-Besitz. Und die GIS-Gegner bekommen neuen Auftrieb.


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