Danke, OMV OMV
11 Mär
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Danke, OMV

profil bringt ein großartiges Interview mit dem gestürzten OMV-Chef Gerhard Roiss, auf das hinauf ihn Steuervermeidungsvirtuose Siefried Wolf verklagt. Uns bleiben: Exorbitante Gaspreise, die uns eine verhaberte Clique von Putin-Verstehern beschert hat.

 

Gas wird, das kann vielleicht als bekannt vorausgesetzt, auf längere Sicht sehr teuer werden. Wem verdanken wir das? Der Österreichischen Mineralölverwaltung, kurz OMV. Genauer gesagt, dem im Sommer scheidenden Vorstandsvorsitzenden Rainer Seele und seiner Machthabererclique. Denn diese Partie hat uns, wie ein großartiges Interview Michael Nikbakhshs mit Seeles entmachteten Vorgänger Gerhard Roiss im noch aktuellen profil zeigt, Österreich zu 80 Prozent von russischem Gas abhängig gemacht, obwohl es mehrere Alternativen dazu gegeben hätte.

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Es war eine „illustre" Runde, die Roiss 2015 demontierte: Zu ihr gehörte neben Seele - dar ganz zufällig vor seinem OMV-Chef-Job Präsident der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer war - Steuervermeidungsvirtuose Siegfried Wolf, damals Aufsichtsratsvorsitzender der ÖIAG, einer Vorgänger-Organisation der ÖBAG: Ein Freund vieler Oligarchen und Putin-Adorant von besonderen Gnaden. Wolf hat bereits rechtliche Schritte gegen Roiss angekündigt, während wiederum im ÖVP-Korruptions-U-Ausschuss ungustiöse Details bekannt wurden, wie dem Magma-Chef auf Druck vom damaligen Generalsekretär im Finanzministerium, Thomas Schmid - ja, genau! - über 600.000 Euro Steuernachlass gewährt wurden.
Mit Einschüchterungsklagen sind diese Herrschaften überhaupt schnell zur Stelle. Als die investigative Plattform Dossier etwa berichtete, dass sich der cholerische Vorstandsvorsitzende Seele, Österreichs bestbezahlter Manager, üppige Privilegien gönnt und bei der milliardenteuren Übernahme des Chemieriesen Borealis Fragwürdigkeiten und Ungereimtheiten aufdeckte, während der gewöhnlichen Belegschaft ein strikter Sparkurs verordnet wurde, flatterten ihr zwei Klagen ins Haus. Die wurden dann zwar - auf medialen Druck - zurückgezogen; die durch den hoch angesetzten Streitwert enormen Gerichtskosten aber hatte Dossier trotzdem berappen müssen.

Uns bleibt nur noch, uns herzlich zu bedanken. Wir lieben unsere Wirtschafts„elite"! Vergesst nicht: Geht´s der Wirtschaft gut, geht´s uns allen gut. Gell?