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12 Apr
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Ein Versprechen des Kanzlers fürs Protokoll

In 100 Tagen sind alle impfwilligen Österreicher*innen gepiekst, verheißt Sebastian Kurz. Nun denn, am 17. Juli reden wir weiter.

Gerne hat Sebastian Kurz in den vergangenen Wochen und Monaten den politischen Disput gesucht, um davon abzulenken, dass es mit den Impfungen im Staate Österreich nicht ganz so großartig weitergegangen ist wie von ihm vollmundig angekündigt. Der BK hatte ja versprochen, dass bis April alle Ü75 geimpft sein würden - dabei hat bis jetzt gerade mal die Hälfte Ü80 einen Nadelstich erhalten.
Nun verspricht Kurz, bisherige Säumnisse einfach ignorierend, ein neues Impfwunder. Das Wunder wäre freilich weniger die Erfüllung eines per se nicht wirklich überambitiösen Vorhabens, sondern wenn es Kurz und seine Hawara tatsächlich einmal schaffen sollten, ein Versprechen zu halten: In 100 Tagen, so verhieß der Kanzler unlängst auf Facebook, könnten alle Impfwilligen gepiekst sein. Auf nichts anderes läuft schließlich die Formulierung „können sich alle Menschen, die das möchten, impfen lassen!“ hinaus. Wie für Politiker seines Schlags üblich, lässt Kurz offen, ob er damit eine oder beide Impfungen meint.

Behalten Sie diese Ankündigung gut in Erinnerung! Am 17. Juli reden wir weiter!

Es ist, wie gesagt, kein übertrieben ambitiöses Ziel, das sich Kurz hier gesetzt hat. Aber warum nur werden wir das Gefühl nicht los, dass auch dieses mit Respektabstand verfehlt werden wird?
Und warum nur erscheint solche Agitation derzeit so furchtbar fadenscheinig? Dass Kurz jetzt, wo er mit #beidlgate, dem unglaublich peinlichen Anpatzmanöver gegen die Opposition auf dem türkisen Parteiportal Zur Sache und dem ungustiösen ÖBAG-Postenschacher unter Druck steht und auf seiner eigenen, von fast einer Millionen Fans (?) gefolgten Facebook-Seite zu jedem Posting souverän Shitstorms und Negativ-Kommentare im 90+-Prozentbereich einfährt, einfach zwanghaft ein paar positive Impressionen vermitteln will? Aber hat er denn schon vergessen, dass „Corona“ und „positiv“ ein eher zweispältiges Begriffspaar ist?