Google soll geklaut haben screenshot genius.com
17 Jun
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Google soll geklaut haben

Diesmal geht es um Songtexte des Portals genius.com, die der Gigant für seine Suchmaschinen übernommen haben soll.
Wer versucht, Texte von Pop-Songs aller möglichen stilistischen Nischen von HipHop bis Death Metal zu entschlüsseln, wird mit einiger Wahrscheinlichkeit irgendwann einmal beim Portal genius.com hineingeschaut haben. Denn dort stehen fast sämtliche Texte - auch von speziellen, nicht massenkompatiblen Produkten - abgedruckt, teilweise auch mit Erläuterungen versehen, wie etwas gemeint sein könnte. Das Ganze funktioniert nach dem Wikipedia-Prinzip, das heißt angemeldete User können Texte und auch Erklärungen dazu hinaufladen. Natürlich ist genius.com nicht immer ganz fehlerfrei, hat aber mittlerweile ähnlich wie Wiki eine große Community als Korrektiv. Neben der amerikanischen Hauptseite betreibt die Genius Media Group auch eine deutsche Genius-Seite; eine österreichische ist im Aufbau. Nun beschuldigt die GMG den Online-Giganten Google, die von ihm erstellten Songtexte für seine Suchmaschine übernommen zu haben. Das hat das „Wall Street Journal“ gestern berichtet. Zur Beweisführung bediente sich genius.com eines Wasserzeichensystems in den Texten, das Muster in die Formatierung von Apostrophen einbettet. „Wird das Muster“, schreibt der deutsche Branchendienst meedia.de, „in einen Morsecode übersetzt, enthüllt es die Worte “Red Handed”, zu deutsch: auf frischer Tat ertappt. Laut Genius habe man mehr als 100 Beispiele von Songtexten auf Google gefunden, die von der eigenen Homepage stammen – und bei denen die Muster übereinstimmten.“ Google hat angekündigt, den Vorwürfen auf den Grund zu gehen und seinen Datenpartnern, von denen das Unternehmen (offiziell) Songtexte bezieht, die Rute ins Fenster gestellt: Sollten sie nicht korrekt arbeiten, werde man sich von ihnen trennen.