eCommerce-Studie: Ausgaben auf Rekordniveau Pixabay
08 Sep
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eCommerce-Studie: Ausgaben auf Rekordniveau

Rund 8,7 Mrd. Euro haben die Österreicher 2020 im Distanzhandel versenkt. Nicht zuletzt durch Corona wurde im Zehn-Jahres-Vergleich ein Rekord erzielt.

Für die heimische Wirtschaft sind das nicht nur gute Nachrichten. Denn in erster Linie fließt das Geld zu Amazon und Co. Aber bedingt durch die Coronakrise dürften österreichische Webshops aufgeholt haben. Und, so die Studie: Immer öfter wird das Smartphone für den Einkauf benutzt. „Von 8 Mrd. Euro Onlineumsatz fallen bereits 1,2 Mrd. Euro auf den Mobile Commerce – ein massiver Zuwachs von 50 Prozent", kommentiert Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbandes, eine der Erkenntnisse der Studie.
Dieses Jahr hat aber für den Distanzhandel noch mehr zu bieten. Zwar flossen 54 Prozent der Ausgaben zu ausländischen Anbietern, die Loyalität zu österreichischen Shops nimmt jedoch zu. Sogar der klassische Versandhandel konnte profitieren und erstmals im Zehn-Jahres-Vergleich ein Umsatzplus von 100 Mio. Euro erwirtschaften. „Die Top-Warengruppen im Distanzhandel sind heuer Bekleidung mit 1,95 Mrd. Euro, Elektrogeräte mit 1,2 Mrd. Euro und Bücher mit 0,6 Mrd. Euro Umsatz. Die stärksten Zuwächse verzeichneten 2020 Corona-bedingt die Sektoren Computer/Hardware mit 18 Prozent, Kosmetik mit 17 Prozent sowie Sportartikel mit 11 Prozent“, so Studienautor Wolfgang Ziniel von der KMU Forschung Austria.
Im Vergleich mit Schweiz und Deutschland hat Österreich punkto eCommerce aufgeschlossen. „Rund 12 Prozent der gesamten Einzelhandelsausgaben der österreichischen Privathaushalte fließen bereits in den Distanzhandel. Damit hat Österreich im Ländervergleich die Schweiz (11 Prozent) überholt, liegt aber weiterhin deutlich unter den 14 Prozent in Deutschland“, legt Harald Gutschi, UNITO-Geschäftsführer sowie Vizepräsident des Handelsverbandes und Leiter der Plattform Versandhandel, eCommerce & Marktplätze, dar. Noch nicht so richtig durchgesetzt hat sich hierzulande der Food-eCommerce. „Während hierzulande im Lebensmittelhandel weniger als 2 Prozent der Konsumausgaben in den Distanzhandel fließen, werden im Non-Food-Handel bereits knapp 20 Prozent im in- und ausländischen Internet-Einzelhandel getätigt. Allerdings hat die Corona-Krise auch den Einkauf von Lebensmitteln im Distanzhandel mit einem Plus von 26 Prozent befeuert“, erläutert Ziniel.
Einen wachsenden Anteil daran nimmt der M-Commerce ein. Die Ausgaben via Smartphone liegen bereits bei 1,2 Mrd. Euro. Das Fünffache von 2014. Und es dürfte noch rasant weitergehen. Denn letztlich ist das eine Altersfrage. Während bei den über 60jährigen die M-Commerce-Quote bei rund neun Prozent liegt, nutzen bereits sieben von zehn unter 29jährigen das Smartphone als Einkaufswagerl.
Noch keine Rolle spielen derzeit die Sprachassistenten. Auch wenn sich deren Verbreitung beschleunigt. „2018 haben knapp 200.000 Österreicher internetbasierte persönliche Assistenten wie Amazon Echo oder Google Home genutzt. 2019 waren es schon 450.000 und mittlerweile stehen wir bei 990.000. Das ist eine echte Ansage, mit allen datenschutzrechtlichen Schattenseiten“, so Will. Zum Einkaufen nutzten Alexa & Co allerdings nur 38.000. Immerhin um 8.000 mehr als im Jahr davor.

Die eCommerce Studie Österreich wird vom Handelsverband und der Plattform Versandhandel, eCommerce & Marktplätze in Kooperation mit der KMU Forschung Austria herausgegeben.


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