Glaube (Liebe) Hoffnung Marketagent
29 Okt
geschrieben von 

Glaube (Liebe) Hoffnung

Ein Totentanz wird es wohl hoffentlich nicht werden, aber konfus stellt sich die Situation mittlerweile schon da. In den Unternehmen regieren allerdings wieder die Prinzipien Glaube und Hoffnung.

Das legt zumindest die jüngste Studie von currycom und Marketagent dar. Die befragten Österreichs Marketing- und KommunikationsexpertInnen nach sechs Monaten noch einmal zu Learnings, Erfahrungen und Erwartungen. Fazit: Der Glaube ist gestiegen. Und zwar der Glaube an sich selbst. Konkreter: ans eigene Unternehmen. Sahen sich im Frühjahr noch 41,2 Prozent stark bedroht, sind es mittlerweile nur mehr 28,4 Prozent. 60,8 Prozent attestieren, es sei besser gelaufen als erwartet. Dass sich die wirtschaftlichen Entwicklungen schlechter als erwartet entwickelt hätten, meinte nur jeder achte Befragte.
Blickt man auf die gesamte Branche, fällt die Beurteilung etwas schlechter aus. „Waren es im April noch 63 Prozent, so sehen nun 53 Prozent der Befragten die aktuelle Lage als (sehr) große Bedrohung für die jeweilige Branche“, so Marketagent-Geschäftsführer Thomas Schwabl.
Geht es um Chancen und neue Möglichkeiten, welche die Krise eröffnen könnte, so steht an oberster Stelle die Umsetzung längst nötiger Veränderungen. 58,8 Prozent führen dies an. Auch die räumliche und zeitliche Autonomie wird von mehr Befragten als Potenzial gesehen: 78,4 Prozent gegenüber 68,7 Prozent im April.
Rückläufig ist die Erwartung an mögliche Allianzen mit anderen Unternehmen: Im April hatten noch 34 Prozent gehofft, es könne zu einem „Zusammenwachsen von Unternehmen kommen, die einander unterstützen“. Jetzt sind es nur mehr 24 Prozent. Von der Realität eingeholt wurde für viele auch die Aussicht darauf, dass „bisher aus Zeitgründen vernachlässigte Tasks in Angriff genommen werden“ könnten. Das meinten im April nämlich noch 37,4 Prozent, aktuell sieht das gerade noch ein Fünftel der Befragten so. Die Frage nach der Erschließung neuer Geschäftsfelder bringt hingegen einen Anstieg von 22,4 Prozent auf 36,3 Prozent mit sich.

Deutlich verändert hat sich jedenfalls auch die Erwartung an den zeitlichen Horizont. Ging man im April noch durchschnittlich davon aus, dass die Rückkehr zur wirtschaftlichen Normalität rund 9,5 Monate betragen werde, rechnet man nun eher mit 22,7 Monaten. Während dieser Zeit verschiebt sich auch die Bedeutung der Kommunikationskanäle. Ganz vorne rangiert die Digitalisierung der internen Kommunikation, der gut 80 Prozent steigende Bedeutung beimessen. Ähnlich wurde auch die Nutzung der eigenen Social Media Kanäle bewertet, deren Bedeutung 65,7 Prozent gestärkt sehen. Krisenkommunikationsberatung und Public Relations & Medienarbeit ist nach Ansicht jedes zweiten Befragten wichtiger geworden. Blogger und Influencer hingegen sahen nur knapp 20 Prozent mit steigender Bedeutung. Das Schlusslicht bildet der Bereich Events & Live Communications, dem fast 80 Prozent gesunkene Bedeutung zuschreiben.
„Wir durften über die vergangenen Monate alle erleben, wie gut die Tools zur digitalen Kommunikation bereits funktionieren und wie schnell sie in unterschiedlichsten Strukturen und Kulturen implementiert werden können. Und es liegt in der Natur der Sache, dass Krisenberatung und PR und Medienarbeit für viele an Bedeutung gewonnen haben. Wenngleich ich überzeugt bin: Den Bedarf gibt es überall, doch nur die Hälfte der Befragten hat das schon erkannt“, meint currycom-Chef Christian Krpoun zur neuen Gewichtung.